…aus der philippinischen Presse

 

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freutag, den 06. Dezember 2019

(zum Bild: Teofisto Guingona Jr. Silvestre „Bebot“ Bello III, der jetzige Arbeitsminister, soll mit Sison reden.)

 

Praesident Rodrigo Roa Duterte… – …macht es einem nicht leicht, ihn zu verstehen. Er beauftragte Arbeits-Minister Silvestre Bello, der Verhandlungs-Fuehrer der Regierungs-Seite bei den gescheiterten Gespraechen mit CPP-NDF-NPA (Communist Party of the Philippines-National Democratic Front-New People’s Army) war, die Gespraeche wieder aufzunehmen und mit Jose Maria “Joma” Sison zu sprechen.

Dies sagte er gestern in Legazpi, Albay, bei einem Briefing zu den Schaeden, die der Taifun “Tisoy” angerichtet hatte: “Mein Plan ist nun, ich kann da nicht aufhoeren. Ich kann nicht sagen, dass ich nicht mehr mit ihnen sprechen will. Das passt nicht zu einem Fuehrer, einem Praesidenten. … Ich mach das hier zum ersten Mal oeffentlich. Ich schicke Minister Bello. Der ist ein wahrer Kommunist, also soll er hingehen, mit ihnen reden, und… Ich kann nicht darueber reden… aber ich schick ihn zurueck zu Sison um mit dem zu reden.

Wie der “Standard” schreibt, machte Duterte “…die Ankuendigung an demselben Tag, an dem Generalmajor Antonio Parlade bekannt gab, dass die Killer-Truppe der CPP – bekannt als ‘Special Partisan Unit ~ Sparrow (Spatzen)’ – plant, hochrangige Beamte [Innen-Minister Eduardo Año, Sicherheits-Berater Hermogens Esperon, Vorsitzender fuer Indigenous People Allen Capuyan] im Rahmen ihres sogenannten Oplan Hades zu liquidieren als Rache fuer die Rueckschlaege durch die Regierungs-Masznahmen gegen die New People’s Army.

Gerade der Plan der CPP zeigt, dass Duterte auf dem Gewinner-Weg ist: der Gegner zeigt Wirkung, wofuer auch spricht, dass der Vorsitzende des Ausschusses fuer die Lumad, die IP (Indigenous People), auf der Todes-Liste der SPARU ~ Sparrows steht. Die IP haben auf Touren durch die USA und Europa dafuer gesorgt, dass Spenden ausbleiben, die angeblich fuer die IP sind, tatsaechlich aber an die CPP gingen. Denen geht das Geld aus.

Geht jetzt der Tanz weiter?

Im November 2017 beendete Duterte per Proklamation No. 360 die Friedens-Verhandlungen mit CPP-NDF-NPA. Im Dezember 2018 schuf Duterte per Executiv Order No. 70 eine National Task Force, den kommunistischen Aufstand zu beenden. Im Februar 2019 aeuszerte Duterte seine Bereitschaft, mit den Kommunisten zu reden und die Kosten zu tragen, wenn sie fuer die Gespraeche nach Manila kommen. Im Maerz 2019 erklaerte Duterte die dauerhafte Beendigung der Gespraeche mit den Rebellen. Im Mai 2019 gruebelte Duterte darueber, einen Rat zu schaffen, um mit den Kommunisten zu verhandeln.

Ist die gestrige Rede Teil einer Strategie Dutertes im Sinne von Sun Tzu’s “Kunst des Krieges”, den Gegner zu taeuschen und zu verwirren, oder was treibt ihn um?

In meinem Essay zu “Dutertes Welt” habe ich im September Duterte als jemanden zu beschreiben versucht, der im Umgang mit sich und der Welt nicht fertig ist. So wie Duterte ein “widerspenstiger Gottsucher” ist, der mit Gott eher hadert, statt in ihm einen Halt zu finden, genauso ist Duterte ein “widerspenstiger Friedensengel”, der gnadenlos zurueckschlaegt, wenn man ihn ueber den Tisch ziehen will, aber – den Krieg will er ums Verrecken nicht.

Das ist keine Kritik an Duterte. Menschen, die mit sich und der Welt fertig sind, sind vom Typ Donald Trump: der will das Chaos, und wenn er es selbst anrichtet, nur um als Retter auftreten zu koennen. Duterte ist ein Law-and-Order-Mann, der das Chaos hasst und nicht weisz, wie er Ordnung stiften kann.

Vielleicht ruehrt von daher auch sein Versuch, die Vize-Praesidentin im Drogenkrieg einzusetzen: die Hoffnung, dass von dort ja eine Idee kommen koennte, den Krieg zu beenden. Eine eitle Hoffnung, wie er schnell einsah.

Mit “Joma” Sison wird es ihm genauso ergehen. Sison lebt ganz gut vom Chaos, wie die Liberalen gut von der Korruption gelebt haben. Mit beidem kann Duterte nicht in Frieden leben, also muss er unversoehnlich sein, auch wenn “das nicht zu einem Fuehrer, einem Praesidenten passt”, wie er meint.

Duterte ist ein “widerspenstiger Praesident”.

 



 

Gemaesz “Manila Standard”, “PNA”, “Manila Times” u.a.

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht.