…aus der philippinischen Presse

 



PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 27. Oktober 2019

(zum Bild: Rußland bietet den Philippinen militärische Hardware an.)

 

Meinungsfreiheit vs Meinungseinfalt – Ueber den Titel des heutigen Blogs denke ich noch nach, jetzt wo ich zu schreiben beginne – 5:28 a.m. Ich bin mir da noch nicht sicher. Sicher bin ich mir nur, dass es heute kein Einzelthema ist, das mir zu denken gibt, was heiszt, dass eines alles andere ueberlagert. Wo aber der Deckel fehlt, kocht anderes eben hoch.

Wenn ich Nachrichten lese, mache ich mir Exzerpte, d.h. ich kopiere den Artikel und speicher ihn als ein WordPad-Dokument. Das erleichtert das Schreiben, weil bei den langsamen Verbindungen hier ich nicht fuenf oder zehn Fenster offenhalten kann, dann macht auch mein PC die Graetsche. So halte ich die originalen Tages-Nachrichten vor, die ich in einem Ordner ablege, sodass ich auch bei Rueckfragen darauf zugreifen kann, ohne in Archiven der Blaetter herumzusuchen und den Artikel womoeglich nicht wiederzufinden. Jeden Tag eine Datei, nur Text, die sind nicht grosz. Seit ich das Blog begonnen habe, anfangs weniger systematisch, habe ich nun ueber 1.200 Dateien mit knapp 70 MioBytes abgelegt, auf die ich – auszer bei Brownout – auch zugreifen kann, wenn ich mal keine Internet-Verbindung bekomme.

Was ich davon speichere, wenn ich die “Times”, das “Bulletin”, den “Tribune”, den “PhilStar” und den “Standard” in Folge meiner Leseliste durchgehe, ist offen, auch wenn ich beim Zusammenstellen des Exzerptes schon Artikel nach “wichtiger / anderes Thema / gehoert zusammen” einzuordnen versuche. So ergab sich heute diese Folge:

Philippine Star – Putin accepts Duterte invite for 1st Philippine visit

Manila Times – Russia offers PH military hardware

Daily Tribune – UN is spin victim

South China Morning Post (26. Okt) – Richard Heydarian: As Western nations back away from Duterte and his drug war, China steps up as key ally for Philippines

Rappler (26. Okt) – ‘True sentinel of law and democracy’: De Lima pays tribute to retired Justice Carpio

Rappler (17. April 2018) – Supreme Court voids De Lima’s watchlist order vs Arroyo in 2011

Inquirer – Paneo: No need for medical bulletin on President

PNA (26. Okt) – IPs demolishing Salungpungan schools: Esperon

Diese Artikel habe ich gelesen, bzw. angelesen, das genauere Hinschauen kommt dann beim Schreiben, wenn ich auch daraus zitiere. Mein erster Eindruck war, ich fang mal hinten an, weil mir der Artikel schon gestern aufgefallen ist, dass man Dinge so oder so sehen kann.

 



 

So sagt Sicherheits-Berater Esperon Hermogenes, dass die IP (Indigenous People ~ Lumad) die Salunpungan-Schulen zerstoeren, weil die von Kommunisten betrieben zu Kader-Schulen der CPP (Communist Party of the Philippines) und als Nachwuchs-Reservoir der NPA (New People’s Army) fuer ihre Kinder-Soldaten missbraucht wurden. Das ist in der Folge der Aufklaerung zu sehen, mit der sich die Lumad gegen die Kommunisten zur Wehr setzen und dafuer auch Aufklaerungs-Touren durch die USA und durch Europa veranstaltet haben, um den Westen auzuklaeren, wenn sie fuer angeblich menschenrechtliche Vereine zur Foerderung der IP spenden, das Geld an CPP und NPA geht, die deren Stammes-Gebiete als Rueckzugs-Gebiete fuer ihre Terroristen benutzen und deren Kinder entfuehren. Die Nachricht wird erst wichtig, wenn ACT (Alliance of Concerned Teachers) und andere Pseudo-Menschenfreunde sich im Westen beklagen, dass der Staat den IP die Bildung verweigert und nun ihre Schulen zerstoert. Das hab ich ganz hinten gelassen.

Gestern stach mir auch der Kommentar von Richard Heydarian in der “SCMP” in’s Auge. Das ist ein Polit-Professor, der hier von “CNNPhil” und “GMANews” gern als “Experte” ins Fernsehen geholt wird, um dann “Kritisch-Professorales” zum Thema zu sagen. Der Artikel blieb bei mir haengen weil er mit einem Bismarck-Zitat beginnt: “Hunde folgen denen, die sie fuettern”. So ist auch der Erklaerungs-Hintergrund abgesteckt, vor dem er erlaeutert, dass die USA den Philippinen keine Waffen mehr liefern, weil Duterte damit nur arme Drogenopfer erschieszt, und warum China der neue Partner der Philippinen ist. Die “SCMP” war mal eine gute Zeitung, bis sie sich vor einiger Zeit entschied, gegen Praesident Rodrigo Roa Duterte Front zu machen und dafuer Raissa Robles – eine Duterte-Hasserin – als ihre Korrespondentin in Manila engagiert hat. Heydarian tritt nun in deren Fuszstapfen – “wes’ Brot ich ess, des’ Lied ich sing” moechte ich da den alten Landsknechts-Spruch dem Bismarck-Zitat entgegenstellen.

Doch mit dem Artikel im Hinterkopf wuchs zugleich die Bedeutung der heutigen Artikel zum kommenden Putin-Besuch im “PhilStar” und zum Angebot von Waffenlieferungen durch Russland in der “Manila Times”. Mir draengt sich da die Frage auf: lassen die USA sich das gefallen, dass ihnen einer die Alliierten abspenstig macht? Mir ist da immer dieses Zitat im Hinterkopf – ich liebe manche Saetze, weil sie ganze Vortraege ersetzen, und deshalb vergess ich sie nicht, an ihnen haengt die Geschichte – also dieses Zitat von Randall Schriver vom US-Ministeriums fuer Verteidigung und Pazifische Sicherheit, der im August 2018 die Philippinen darauf hinwies: “Wenn du Waffen kaufst, besonders groeszere Systeme, kaufst du nicht nur eine einfache Faehigkeit, du investierst in eine Beziehung.” Die Frage muss offen bleiben, denn US-Praesident Donald Trump ist halt unberechenbar, wie man in Syrien gesehen hat. Ob ihm die Philippinen Schnurz sind, wird man sehen.

Nach und nach entstand so ein Thema fuer heute, wie Nachrichten hier oder dort gesehen werden, und da passt auch wieder eine Meldung der unsaeglichen Senatorin Leila de Lima, die meint, ein Loblied auf Richter Antonio Carpio singen zu muessen, und von dem sie sagt: “In der Tat, du bist der beste Oberste Richter, den wir nie hatten.” Damit spielt sie darauf an, dass der dienstaelteste Richter, der nun im Ruhestand ist, zwar oefter den Obersten als Verteter ersetzte, es wurden aber stets andere an ihm vorbei ernannt. Sie vergisst dabei, dass es eine einstimmige en banc-Entscheidung des SC (Supreme Court) war, also stand auch Carpio dahinter, die im April 2018 das von de Lima als Justiz-Ministerin angeordnete Ausreise-Verbot gegen Ex-Praesidentin Gloria Macapagal-Arroyo verwarf, das de Lima 2011 andere Entscheide des SC missachtend verhaengt hatte, und mit dem sie jener kranken Arroyo Heilung im Ausland verweigerte, die ihr das Amt als Vorsitzende des CHR (Commission on Human Rights) verschafft hatte. De Lima wird als Heldin der Menschenrechte gefeiert – wen interessieren ihre Nebeneinkuenfte in Bilibid und wie sie mit kranken Ex-Politikern umgeht? – und an dem Mythos arbeitet sie mit dem Lob auf Richter Carpio. Das ist die Verlogenheit, mit der Senatoren in den USA den Philippinen keine Waffen verkaufen, die in den USA jeder Massen-Moerder im Gun & Ammo-Shop kaufen kann.

Die sind alle verdreht im Kopf, und dahin passt auch der Kommentar des “Daily Tribune”, dass die UN sich Sorgen um die Philippinen macht, weil Duterte fuer “law and order” ist. Und da frage ich mich, wer denen allen den Kpf verdreht hat. Und die geringste Sorge ist dabei die um die Gesundheit des Praesidenten, wozu der “Inquirer” mal wieder darauf hinweist, dass laut Verfassung ein aerztliches Bulletin herausgegeben werden muss, wenn der Praesident ernstlich erkrankt ist. Das interessiert den “Inquirer” einen feuchten Schmutz. Ihm geht es darum ob Leni Robredo Chancen hat, Praesidentin zu werden, und ansonsten ist es reine Voyeurs-Lust, in den Gesundheits-Zeugnissen anderer Leute zu stoebern. Fast koennte man Francisco Tatad hinter dem Artikel vermuten, der sich in ausgedachten Krankheiten des Praesidenten gesuhlt hat, solange er noch fuer die “Manila Times” schreiben durfte.

So weit, so schlecht. Es ist nun 6:55 a.m., und ich weisz wirklich nicht, worueber ich heute schreiben soll, und eine bessere Ueberschrift faellt mir auch nicht ein. Vielleicht sieht’s morgen besser aus.

 



 

Gemaesz “PhilStar”, “Manila Times”, “Daily Tribune”, “South China Morning Post”, “Rappler”, “Inquirer”, “PNA” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.