aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 02. Februar 2020

(zum Bild: Das Gesindel im amerikanischen Senat)

 

Nichts Neues… – …und da bleibt an einem Sonntag Zeit, sich nicht mit den Philippinen, sondern mit dem Rest der Welt zu befassen. Zwei Dinge fielen mir auf, von denen die erste doch einen Einfluss auf dieses Land hat, in dem ich zu Gast bin.

Der US-Senat… – …hat im Amtsenthebungs-Verfahren gegen US-Praesident Donald Trump entschieden, keine weiteren Zeugen oder Dokumente hoeren und sehen zu wollen, die nicht schon in der Untersuchung des Hauses Zeugnis abgelegt hatten. Die US-Verfassung – die hiesige auch, sie wurde nach jener gestrickt – sieht vor, dass das Haus gegen einen die Verfassung missachtenden Praesidenten vor dem Senat Anklage gegen ihn erhebt, wobei der Senat als Gericht auftritt. Das derzeitige Verfahren, das am Mittwoch mit vorhersehbarem Freispruch enden wird, ist somit wohl seit den Hexen-Prozessen das erste Verfahren, das Urteile faellt, ohne Zeugen zu hoeren oder Dokumente zu sichten, um sich selbst einen Eindruck von der Tat zu verschaffen. Es verlaesst sich auf das Hoerensagen der Klaeger und schmettert diese ab – wie bereits vor Beginn der Verhandlung oeffentlich geaeuszert – weil im Haus die demokratische Opposition die Mehrheit hat.

Man koennte nun auf die Republikaner im Senat sauer sein, waeren dort nicht auch Vertreter der Demokraten, die ein Gesetz gegen philippinische Beamten verabschiedet haben, die an der Verhaftung der Senatorin Leila de Lima beteiligt waren. Sie kamen dazu ohne Zeugen zu hoeren oder Dokumente zu sichten, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. Man verliesz sich auf das Hoerensagen der hiesigen Opposition und ihrem Gefolge in der internationalen Presse. Das ist Rechtsprechung im Sinne der Koenigin in Lewis Carroll’s “Alice in Wonderland”: “Sentence first – verdict afterward ~ Strafe zuerst – Urteil hinterher”.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die ehrenwerten Mitglieder des US-Senats an Wahrheit und Gerechtigkeit nicht interessiert sind, mit einem Wort – Gesindel. Und das maszt sich an, auf andere Laender mit dem moralischen Finger zu zeigen?

Mit dem Januar… – …endete die Mitgliedschaft Groszbritanniens in der EU. Wir haben nun lange genug gehoert, dass Boris Johnson an allem Schuld ist. Weniger gehoert haben wir, welchen Teil der Schuld die EU traegt. Bei der Scheidung eines Paares ist es meist so, dass irgendwie beiden die Trennung anzulasten ist.

Ich hatte in diesem Blog oefter bemerkt, besonders im Vergleich zu ASEAN, dass die EU zwei Probleme hat: man hat zuviel gewollt, eine Ueber-Regierung statt sich auf geregelte Verhaeltnisse zu beschraenken, und man hat zu viele zu schnell mit ins Boot geholt.

Nun lese ich in der Zeit einen Aufsatz von Yascha Mounk mit dem Titel “Nur radikale Reformen koennen die EU retten”, der mit seiner These im ersten Satz beginnt: “Eine postnationale Zukunft gehoert zum Gruendungsmythos der EU. Doch die ist spaetestens seit dem Brexit passé – der Nationalismus ist wieder da. Zeit fuer neue Ideen.

Ich will den Aufsatz nicht referieren, kann jeder selbst lesen. Ich sehe das Problem wesentlich darin, dass man sich mit seiner Nation identifizieren kann, nicht aber mit einem Abstraktum darueber. So sind die (meisten) Staaten als Nationen gewachsen, zum einen, und zum anderen ist niemand interessiert, die damit verbundene Macht an jemand ueber ihm zu delegieren.

So bleibt den Nationen nur, ihre Verhaeltnisse untereinander auf gleicher Augenhoehe zu regeln. Das koennte klappen, waeren nicht einige “gleicher” als die anderen und koennen es nicht lassen, denen in deren Kram reinzureden – womit ich wieder beim ersten Abschnitt des heutigen Blogs bin.

Eine Probe auf’s Exempel koennte das VFA (Visiting Forces Agreement) sein. Dazu – jetzt kommt doch noch was aus der philippinischen Presse – kommt es morgen zu einem abschlieszenden Treffen des PCVF (Presidential Committee on Visiting Forces), das ein Memo fuer Praesident Rodrigo Roa Duterte erstellt und ihm diese Woche uebergeben wird zum “Fuer und Wider der VFA-Beendigung, ungeachtet der offenbaren Entschiedenheit des Praesidenten, das Abkommen zu beenden”, wie ich in der “Times” lese.

Warten wir es ab.

 



 

Gemaesz “Zeit”, “Manila Times” u.a.

 

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht