…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 23. September 2019

(zum Bild: Präsident Rodrigo Duterte hat seine eigene Meinung über Klimakonferenzen)

 

Was verpasst? – Da ich letzte Woche mit “Dutertes Welt” ausgelastet war, die nun auf meiner Web-Seite steht, blieb kaum Zeit fuer Aktuelles, und da stellt sich die Frage, was ich verpasst habe.

Neu war… – …dass Yen Makabenta, Hobby-Klima-Skeptiker und Kolumnist der “Times”, letzten Donnerstag sich zum letzten Mal mit diesem Thema beschaeftigt hat. Nein, er ist nicht gestorben, nur das Thema “Klimawandel” ist fuer ihn gestorben. Er verweist auf Aufsaetze, die ihm “den Rest gegeben haben”. Eine Studie der John Hopkins University zeigt, dass arme Laender ihren Karbon-Fuszabdruck erhoehen muessen, um den Hunger bekaempfen zu koennen. Man muesse sich also gegen den Hunger oder fuer die Welt entscheiden. Und der “Konsens der Wissenschaften”, dem ich zugestimmt habe, sei nicht gegeben. Der Klima-Forscher Roy Spencer von der University of Alabama widerspricht da.

Ich halte mich aus der Diskussion heraus. Meine Zurueckhaltung naehrt sich aus der Wissenschafts-Geschichte. Die meisten Wissenschaftler waren sich auch schon mal einig, dass die Erde flach sei. Die Wissenschaftler der franzoesischen Aufklaerung hatten fuer den Gedanken der Fernwirkung der Schwerkraft des englischen Physikers Isaac Newton nur Hohn und Spott uebrig. Da lagen sie nicht ganz falsch, denn Albert Einstein hielt diese instantane Fernwirkung fuer Unfug und meinte, dass Massen den Raum kruemmen. Das wiederum schien der Mehrheit der Wissenschaftler so abstrus, dass sie 1931 ein Buch herausgaben mit dem Titel “100 Autoren gegen Einstein”. Wenn der “Mainstream” der Klimaforscher heute meint, der Klimawandel sei vom Menschen verursacht, so ist das aehnlich skeptisch zu betrachten. Schon 2009 schrieb George Will: “Von Jahrtausenden vor der Mittelalterlichen Warmzeit (800 – 1300) ueber die Kleine Eiszeit (1500 – 1850) bis zu den Jahrtausenden danach ist der Klimawandel immer eine 100-prozentige Gewissheit.

Das sind keine guten Voraussetzungen fuer die UN-Klimakonferenz, die heute in New York beginnt, und zu der Praesident Duterte keine Delegation schicken will, weil er solche Konferenzen fuer sinnlos haelt. Sie dienten – aehnlich den Menschenrechten – nur dazu, kleine Laender zu hindern, zu den Groszen aufzuschlieszen und den Vorsprung wettzumachen, den jene durch historischen Missbrauch erworben haetten.

 



 

So richtig neu… – …ist auch der Aufmacher des “Tribune” heute nicht, der sich mit der Verwicklung hochrangiger Polizei-Offiziere in den Drogenhandel in Bilibid befasst, die heute noch im Dienst sind. Dies kam bei der Senats-Untersuchung zur GCTA (Good Conduct Time Allowance) heraus, bei der der ehemalige Direktor CIDG (Criminal Investigation and Detection Group), Benjamin Magalong, jetzt Buergermeister von Baguio City, eben dies aussagte. Er hatte eine Untersuchung vorbereitet und mit der damaligen Justiz-Ministerin Leila de Lima abgesprochen und war ueberrascht, dass er und seine Truppe von dem von ihm geplanten Zugriff dann ausgeschlossen war. Stattdessen fuehrte de Lima den Zugriff im Mai 2014 mit ihren Untergebenen. Das hatte zur Folge, dass wichtige Unterlagen nicht gefunden wurden, die die Verbindungen mit dem Personal – und mit de Lima – aufgedeckt haetten. De Lima fuehrte sich damals in groszer Pose als Bekaempferin des Drogenhandels in Bilibid auf. Tatsaechlich dienten der Zugriff und die Verlegung von Gefangenen nur dazu, das Drogen-Geschaeft und dessen wahre Bosse vor Entdeckung zu schuetzen.

Hierzu passt, dass US-Senator Marco Rubio die Entlassung von der wegen ihrer Verbindung zum Drogenhandel einsitzenden Senatorin Leila de Lima fordert. Er twittert: “Die philippinische Senatorin Leila de Lima, Kritikerin der auszergerichtlichen Toetungen in Dutertes sogenanntem ‘Drogenkrieg’ hat die letzten zwei Jahre im Gefaengnis unter getuerkten Anschuldigungen verbracht. Ich fordere die philippinische Regierung auf, sie bedingungslos freizulassen.” Senator Rubio war der, der mit Hinweis auf die Menschenrechte Waffenlieferungen an die Philippinen verhinderte. Und er war auch Ansprechpartner von Ex-Senator Antonio Trillanes, als der in die USA reiste, um dort Stimmung gegen Duterte zu machen.

Auf dessen Ansinnen twitterte nun Auszen-Minister Teodoro Locsin: “Es waere am besten, nur ihren Prozess zu beschleunigen und alle Antraege auf Verschiebung bis zur Entscheidung abzulehnen. Ich bin sicher, ob freigesprochen oder nicht, sie hat sich dem Prozess zu stellen, bei dem die Beweise als gut oder schlecht befunden werden, und wie auch immer das Urteil ausfaellt, werden wir wissen, ob sie unschuldig ist oder nicht.” Er spielt damit auf de Limas Taktik an, den Prozess mit allen Mitteln zu verhindern und zu verzoegern, dass es ueber die Amtszeit von Praesident Duterte hinaus nicht zu einem Urteil kommt. Das sind noch drei lange Jahre, aber vielleicht ist da ja auch die Hoffnung, dass es doch noch gelingt, den “erklaerten Serien-Moerder” zu stuerzen und recht bald eine ihr freundlich gesinnte Vize-Praesidentin an’s Ruder zu bringen, die sie mit Vergnuegen freisprechen wird.

Waere de Lima unschuldig, haette sie den Prozess nicht behindert, sondern die “getuerkten Beweise” zerpflueckt und saesze laengst wieder im Senat, um gegen Duterte zu geifern. Sie will den Prozess aber nicht. Die Aussagen von Magalong sprechen deutlich aus, warum sie davor Angst hat.

 



 

Ein alter Hut… – …ist fast schon die Kolumne von Rigoberto Tiglao in der “Times” heute. Er zitiert einen Artikel von William Branigin, der 1986 in der “Washington Post” unter dem Titel “Philippine rebels targeting rights groups, churches” veroeffentlicht wurde. Darin wurde beschrieben, wie Kommunisten Menschenrechts-Gruppen und die Kirche unterwandern, um an Spendengelder zu kommen, die auf diesem Weg bis heute vom freiheits-liebenden Westen an jene CPP-NPA-NDF (Communist Party of the Philippines-New People’s Army-National Democratic Front) gehen, die der Westen eigentlich zu Terroristen erklaert hat.

Dazu passt eine Meldung der “PNA”, dass die Lumad, die indigenen Staemme der Philippinen, mit einer Delegation in Rom, Italien, bei der UN Food and Agriculture Organization (UN-FAO) vorstellig wurden und dort darstellten, wie sehr sie unter den Kommunisten zu leiden haben, die ihre Stammes-Gebiete als Rueckzugs-Gebiete nutzen und in von ihnen gefuehrten Schulen ihren Nachwuchs indoktrinieren und fuer sich und gegen die Regierung nuetzlich machen. Die UN-FAO schwor, kuenftig umsichtiger bei der Verteilung ihrer Gelder zu sein.

Das alles ist also seit 1986 bekannt, seit mehr als 30 Jahren, und ob man da wirklich etwas unternimmt, wage ich zu bezweifeln. Schlieszlich sind CPP-NPA ja auch gegen den “erklaerten Serien-Moerder” Duterte. Muessen da nicht Menschenrechtler und Kirche – so wie die australische Polit-Nonne Patricia Fox zum Beispiel – vereint gegen den antreten? Ist vielleicht Senator Rubio gar ein verkappter Kommunist?

Saysay sa adlaw – Kuwarta lang iyang giagpas. 

kuwarta Geld, lang nur, iyang ~ iya nga Gen. von siya er, sie + Verbinder, agpas einholen, schnappen, hinterher sein + gi… V/G passiv giagpas wird eingeholt, ist hinter … her

Satz des Tages – Sie ist nur hinter dem Geld her.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Daily Tribune”, “PNA” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.