…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 17. Februar 2018

 

Die Wirtsnation Philippinen… – …muss lernen, wie sie damit umgehen will, wenn sie “Hells Angels” und “Bandidos” zugleich als Gaeste bei sich haben will. So sieht sich Malacañang genoetigt anzumahnen, dass sie keine “ungluecklichen Zwischenfaelle” in der West Philippine Sea (~ Suedchinesisches Meer) wuenscht, nachdem US-Konteradmiral John Fuller die “US-Praesenz” dort betont hatte (siehe gestern). Auf der anderen Seite will man niemand vergraulen und betont, dass jede Nation frei ist, durch die West Philippine Sea zu schippern.

Tja, man hat es nicht leicht, wenn man Gaeste hat, und zwischenzeitlich scheiszt eigenes Personal den exklusiven Swimming-Pool in Boracay zu. Das ist nicht gut fuer’s Geschaeft.

Frauenhasser Duterte? – Yen Makabenta befasst sich in seiner Kolumne in “The Manila Times” mit dem Dengvaxia-Skandal und mit jenen unsaeglichen Aeuszerungen von Praesident Duterte, wie mit Rebellinen zu verfahren sei, ueber die sich sogar der “Spiegel” aufgeregt hat, dem die Philippinen sonst ziemlich gleichgueltig sind.

Dass die Hauptschuldigen im Dengvaxia-Skandal, Benigno Aquino und Janette Garin, jede Ausflucht suchen, um vom Haken zu kommen, war absehbar. Ich hatte bereits am 23. Januar und am 6. Februar die Aussage des hiesigen Sanofi-Repraesentanten Thomas Triomphe zitiert, und wiederhole das hier, bevor es vor lauter Empoerung untergeht: “Sollte es einen Fall geben im Bezug zu dieser Impfung, mit Tod oder anderem, werden wir die Kosten tragen, falls eine Kausalitaet durch wissenschaftlichen Beweis erbracht wird.” Genau damit redet man sich raus, denn wissenschaftlich bewiesen ist gar nichts, und das Einzige, was dabei rauskommen kann, ist eine Verurteilung wegen illegaler Beschaffung der Gelder fuer eine PR-Masznahme des Gelben Kults kurz vor der Wahl 2016. – Immer daran denken: Al Capone kam nur wegen nicht bezahlter Steuern hinter Gitter, die vielen Toten konnte man ihm auch nicht nachweisen.

Das andere Thema Makabentas ist “Dutertes irrer Frauenhass ~ Duterte’s lunatic misogyny”. Ich habe am Mittwoch dazu schon geschrieben, muss also die unappetitliche Seite hier nicht wiederholen, sondern kann mich auf das Bild konzentrieren, das sich wer auch immer von Praesident Rodrigo Roa Duterte macht. Wenn man jemanden beurteilt, so geht das nur im Vergleich zu etwas anderem, was man fuer einen Standard oder ein gutes Beispiel haelt. Denkt man sich nun einen idealen Staatsmann, der gerecht und allweise ueber sein Volk wacht, Maennlein wie Weiblein, dann passt ein Macho wie Duterte nicht in’s Bild. Das beiszt sich vorn und hinten, aber – Filipinos sind Machos, sie lieben Green Jokes und sexuelle Anspielungen, weil sie nun mal verklemmt katholisch erzogen wurden, und ein “alter Hund” wie Duterte entwickelt da einen Zynismus, der auf internationaler Ebene nicht ankommt.

Aber – was ist diese internationale Ebene? Die Leute von Oxfam, die Hilfe gegen Prostitution anbieten? UN-Soldaten, die in Afrika Maedels vergewaltigen? Harvey Weinstein, der Schauspielerinnen eine Karriere bietet, wenn sie mit ihm ins Bett gehen? Ich will das nicht fortsetzen, was ich meine ist dies: diese “internationale Ebene” ist ein Schein, den man als “Sein” vorgibt, wenn er sich gegen jemanden verwenden laesst.

Duterte mag den Schein nicht. Er kaempft mit offenem Visier. Geschickt ist das nicht, wenn man “international reuessieren” will. Will er gar nicht. Man kann das als Altersstarrsinn oder Luesternheit alter Maenner oder was sonst denunzieren, aber – Duterte hat das alles nicht getan. Er redet so, ja, schlimm genug, aber er tut das nicht.

Andere tun das, aber sie reden anders.

Duterte bemerkt das auch, er ist ja nicht bloed: “Ich bin das erste Staatsoberhaupt, das beschuldigt wird. Da sind die Rohingyas, die werden abgeschlachtet, aber sie haben nur mich ausgesucht, um mich zu beschuldigen.

Warum eigentlich?

Warum untersucht der ICC (International Criminal Court) nicht Aquino und Garin wegen versuchten Totschlags an ueber 800 Tsd Kindern? Nein, da gibt es doch gar keinen “wissenschaftlichen Beweis”! Aber Verleumdungen von “Rappler” und “Inquirer” reichen, um gegen Duterte zu ermitteln?

Interessant ist in dem Zusammenhang die Kolumne von Antonio Contreras, auch in “The Manila Times”, der sich da zu dem im Ausland abgetauchten ehemaligen Comelec-Chef wundert: “Jedoch, die Wut gegen Andy Bautista gibt es zwar, aber sie ist nicht so virulent und heftig wie die, die Leila de Lima auszustehen hatte, oder zeitnaeher, die Janette Garin zu erleiden hat.” Irgendwie wird Bautista mit Glaceehandschuhen angefasst, und er konnte sich ungehindert in’s Ausland absetzen, obwohl Beweise, die von seiner Frau vorgelegten Bank-Buecher, gar keinen Zweifel erlauben. Contreras sieht maechtige Leute hinter ihm, die kein Interesse daran haben, dass die Wahl 2016 und die Machenschaften mit Smartmatic auf den Tisch kommen: “Da sind die, die groeszere Ambitionen fuer [die Wahl] 2022 haben, und die Andys moegliche Aufdeckungen nicht wuenschen, die den Wahlprotest von Bongbong Marcos unterstuetzen koennten.

Wohltuend ist da die Kolumne von Getsy Tiglao im “Manila Bulletin”, die mit den Worten beginnt: “Langsam aber sicher gewinnen die Filipinos ihren Glauben in die Regierung wieder, der zerstoert wurde von Jahrzehnten neoliberaler Gehirnwaesche.” Sie befasst sich da mit dem, was ich gestern unter dem Schlagwort “freier Maerkte” beschrieben hatte, und was ich heute nicht wiederholen will. Mir gefallen, viel besser als der andere Mist, ueber den ich ab und an schreiben muss, Getsy Tiglaos Schlussworte: “Mit 80% Zustimmung und Vertrauen sollte die Duterte-Regierung einfach weitermachen, was sie tut, und sich nicht um all die Kritiker scheren, deren Macht-Gelueste eh aufgedeckt wurden. Waehrend die frustriert mit den Zaehnen knirschen, schaut die Mehrheit von uns Filipinos vorwaerts auf unsere U-Bahnen und Zuege, ein Ein-Kammer-Parlament ohne einen Senat, und eine staerke Bundesrepublik der Philippinen.

Das ist Balsam fuer die Seele.



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaBulletin” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.