…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 04. Juli 2018

 

 

Meist ruettelt es nur leise… – …aber wenn man den unterirdischen Donner hoert, dann weisz man, das ist nah bei, und jetzt rappelt es richtig. Gestern kurz vor 6 Uhr war das der Fall. Ich sasz grad fuer “NewsNight” vor dem TV und bekam Angst um das Geraet. Ein Erdbeben der Staerke 5.6 oestlich Glan, Sarangani, so um die 40 km suedlich von hier. Der Fernseher blieb heil, meine Frau – die grad duschte und bei dem ersten Knall glaubte, zwei LKWs seien zusammengestoszen – und ich versicherten uns per Zuruf, dass es uns gut geht, und die “NewsNight” mit Pia Hontiveros in “CNNPhil” war dann nicht mehr so aufregend.

The Manila Times”… – …ging gestern mal wieder verspaetet online, wie schon am 19. Juni. So sah ich erst am Nachmittag, was mir am fruehen Morgen fuer mein Blog entgangen war. Ich hatte genug aus anderen Quellen, doch die Kolumne von Sass Roganda Sasot haette zum Abschnitt “Iglesia ni Duterte” gepasst. Sasot geht da dem Anwurf nach, dass Praesident Rodrigo Roa Duterte mit seinem “Gott ist bloed” gegen die Verfassung oder eine Beschraenkung der Redefreiheit verstoeszt, dass man religioese Glaubensinhalte nicht verletzen darf. Vize-Praesidentin Leni Robredo und Fake-Richterin Maria Lourdes Sereno sind die Wortfuehrer, die damit gegen Duterte punkten wollen.

Sasot stellt klar, das Oberste Gericht entschied 1996 in der Sache INC (Iglesia ni Christo) vs. MTRCB (Movie and Television Review and Classification Board), dass Kritik an einer anderen Religion durch die freie Meinungs-Aeuszerung abgedeckt ist. MTRCB hatte ein INC-Show fuer das Publikum nicht freigeben wollen, weil es durch “unclean criticism” den katholischen Glauben herabsetze. Sasot schreibt: “’Unclean criticisms’ einer anderen Religion, sind Ansichten, die Glaubens-Inhalte verletzen. Indem es jedoch das Recht der INC auf Freie Meinungs-Aeuszerung wuerdigte, entschied das Oberste Gericht gegen ein Verbot des ‘unclean criticism’ irgendeiner Religion.” Also folgt, dass es kein Verbot gibt, den Glauben anderer Menschen zu verletzen. Es gibt kein Gesetz, das Blasphemie verbietet, und damit sticht mal wieder der Grundsatz “nulla poena sine lege” – es kann nichts betraft werden, was nicht zuvor per Gesetz als strafwuerdig erachtet wurde. Einzige Ausnahme sei da der Artikel 133 des Revised Penal Code, der eine Verletzung religioeser Gefuehle verbietet “an Orten religioeser Anbetung oder waehrend der Feier einer religioesen Zeremonie.

Also: in der Kirche haette Duterte so nicht reden duerfen, ueberall sonst darf er das.

In dem Zusammenhang gab der Sprecher des Praesidenten Harry Roque gestern bekannt, dass Duterte und Erzbischof Romulo Valles sich am Montag den 9. Juli in Malacañang treffen werden, um ueber “Gott und die Welt” zu reden.



The Manila Times”… – …ging heute wieder wie gewohnt online und machte mit dem Thema auf, das auch die beiden anderen Manila-Blaetter, “Standard” und “Bulletin”, auf der Pfanne hatten: Das ConCom (Consultative Committee) ist mit seinem Entwurf der Verfassung fuer eine Bundes-Republik der Philippinen durch, die Praesident Duterte am 9. Juli unterzeichnen soll. Ob der Entwuf akzeptiert wird, liegt danach beim Kongress, wenn die Partei des Praesidenten, PDP-Laban, dies im Haus einbringt.

Ziel ist, die Verfassung im naechsten Jahr durch ein Plebiszit zu installieren, das unabhaengig von der Zwischenwahl ist, damit die Themen nicht vermischt werden. Bis dahin ist Zeit, sie bekannt zu machen, denn die wenigsten Filipinos verbinden etwas damit, wie neulich eine Umfrage feststellte. Mir geht es nicht viel besser, denn der Entwurf ist noch nicht veroeffentlicht, und aus diversen Statements ist bisher nur dies bekannt:

Es geht darum, die Konzentration aller Macht in Manila zu verhinden. “Alles ist in Metro Manila konzentriert. Das Ergebnis ist Katastrophe. Metro Manila suhlt sich im Reichtum, waehrend andere Regionen in Armut darben”, meint der Chef des ConCom, der ehemalige Oberste Richter Reynato Puno, und daher sei es Zeit “dass unsere Regionen befreit werden von den Fesseln der nationalen Regierung, und dies kann nur geschehen, wenn wir den Foederalismus einfuehren.

Es soll 18 Bundes-Staaten geben, die je von einem Gouverneur gefuehrt werden, der von den regionalen Parlamenten gewaehlt wird. Auf National-Ebene werden die Staaten durch je 2 Senatoren vertreten. Das Haus wird weiterhin je einen Abgeordneten aus den 240 Wahl-Bezirken haben, plus 160 Abgeordnete der Parteien, die auf nationaler Ebene gewaehlt werden.

Wahlen sind alle 4 Jahre. Praesident und Vize-Praesident werden einer Partei angehoeren und als Team gewaehlt, nicht unabhaengig wie bisher. Es wird einen Bann politischer Dynastien geben, dass Verwandte bis 2. Grades im Amt nicht nachfolgen duerfen, und eine Familie darf nur ein Amt halten, wie auch immer das genauer aussehen soll. Die Partei-Zugehoerigkeit wird ernster genommen als bisher dadurch, dass Partei-Wechsel bestraft wird.



Gemaesz “ManilaTimes”, “ABS-CBN” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.