NACHTRÄGLICH VON GESTERN …aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 21. Februar 2019

(zum Bild: Der Deep State und die Philippinen)

 

Global players vs local pawns – Es sind nie einzelne Nachrichten, die verstanden werden, schon gar nicht Tatsachen. Wie sie zusammenhaengen macht den Kohl fett.

So hat Praesident Rodrigo Roa Duterte am Dienstag in Davao geredet, und dabei sagte er zu dem Unterhaendler Fidel Agcaoili der NDF (National Democratic Front), des demokratischen Feigenblatts der CPP (Communist Party of the Philippines): “Ich glaube Attorney Agcaoili hat verbreiten lassen … dass er wieder zu Gespraechen kommt, und ich habe Militaer und Polizei gesagt, erlaubt ihm das. Denn nach alledem ist es ja… wir sind in Wartehaltung ueber die angemessene Zeit um ueber Frieden zu reden. Ich bin nicht so grausam.

Nein, ist er nicht. Man koennte ihn sogar als Weichei bezeichnen, wenn man einem Artikel in “PhilStar” folgt, der so beginnt: “Es gibt zwei Menschen, die Praesident Duterte am meisten fuerchtet: seine Toechter, Davaos Buergermeisterin Sara Duterte-Carpio und Veronica, Rufname ‘Kitty’, das Kind mit seiner Langzeit-Partnerin Honeylet Avanceña. ‘In Front meiner Toechter bin ich nur ein Feldwebel. Sie sind die Generale,’ sagte der Oberbefehlshaber von seinen Toechtern Sara und Kitty.

Ich glaube nicht an ernsthafte Gespraeche. Die NDF kann reden mit wem sie will, doch die NPA (New People’s Army) wird ihre Waffen nicht niederlegen, sie werden weiter “Revolutions-Steuern” eintreiben, denn ein anderes Einkommen haben die Terroristen nicht. Und so ist gut, dass das Oberste Gericht die Einwaende aller Buchstaben-Reiter der Verfassung abschlaegig beschieden und die Verlaengerung des Kriegsrechts fuer rechtens erklaert hat.

Es ist keine Invasion in’s Land, was der Abgeordnete Edcel Lagman und andere wohl fuer die einzige Rechtfertigung des Kriegsrechts halten. Doch die Welt hat sich gewandelt. Es treten kaum noch Laender gegeneinander an. Es schwelt in den Laendern selbst. Irgendwelche Gruppen erheben sich aus welchem Grund auch immer, um einen Krieg zu fuehren. Will der Staat so “mit sich selbst zu Rande kommen”, muss er interne Kriege fuehren. Gut, dass das Oberste Gericht das einsieht, zwar nicht einstimmig, aber mit 9:4 Stimmen. Die “global players” des Terrors lassen sich nicht geografisch lokalisieren, die gibt’s ueberall.

Ganz anders ist das bei den USA und China. Zwar sollte man meinen, dass bei 12 Stunden Zeit-Unterschied die sich nicht mal sehen koennen, weil einer auf dieser, der andere auf der anderen Seite der Welt angesiedelt ist. Doch die Welt ist eben kein Sammelsurium von Nationen mehr, sie ist zu einem globalen Dorf – gewachsen oder verkommen? Wie auch immer haben die USA nichts Wichtigeres zu tun als mit Kriegsschiffen um Inseln auf der anderen Seite der Welt zu kurven, die China – nach einem “Dorf-Gericht in Den Haag” nicht zu Recht – fuer sich beansprucht.

 



 

Hierin sieht Ricardo Saludo Gefahr, die Philippinen koennten in einen Krieg gezogen werden, solange der MDT (Mutual Defense Treaty) von 1951 existiert. Zwar hat Praesident Duterte das EDCA (Enhanced Defense Cooperation Agreement) von 2014 ausgesetzt, weil das dem US-Militaer die Nutzung von Basen bei Cebu, Puerto Princessa, Cagayan de Oro und in Pampanga und Nueve Ecija gestattet. Die waeren Angriffsziele erster Guete, kaeme es zu einem Krieg der USA gegen China, und die Philippinen waeren die “local pawns”, die Bauern, die fuer das grosze Ganze – die USA – geopfert wuerden. Denn auf der anderen Seite – “mutual defense” – sahen die USA sich nicht genoetigt, mal mit einem Kriegsschiff bei Scarborough Shoal vorbeizuschauen, als sich dort das einzige philippinische Kriegsschiff einigen chinesischen Kriegsschiffen gegenueber sah.

Wofuer also ist MDT dann ueberhaupt gut? fragt sich Saludo in seiner Kolumne in “The Manila Times”, und schlaegt vor, den zu kuendigen, um nicht in die US-China-Spannungen verwickelt zu werden. Und nach dem Motto, willst du den Frieden, sei bereit fuer den Krieg, raet er auf der anderen Seite, nicht Fregatten zu kaufen, die den von den USA beratenen Marine-Admiralen so gut gefallen, sondern sich mit A2AD auszuruesten – “Anti-Access Area Denial”-Bewaffnung. Hierzu lese ich auf der Web-Seite “Konflikt & Sicherheit”, A2AD “ist die Faehigkeit, gegnerischen Einheiten zu Land zu Wasser und in der Luft den Zugang und/oder die Bewegungsfreiheit in einem ausgewaelten Operations-Gebiet mit militaerischen Mitteln zu versagen, mindestens aber zu erschweren.

Hier ginge es darum, dann wirklich eine Invasion zu verhindern, statt sich als Buendnis-Partner der USA gegen deren Gegner am Rande des Pazifik verheizen zu lassen, wie das schon mal im Korea-Krieg und im Vietnam-Krieg der Fall war. Das muss man nicht nochmal haben, und ein so friedliebender Mensch wie Praesident Duterte gleich gar nicht.

Und das Verhaeltnis bei dem begonnen Handelskrieg zwischen den USA und China kann kaum Anlass zu Hoffnung sein. Zwar sagt US-Praesident Donald Trump laut “Straits Times” im Moment, der 1. Maerz sei kein “magisches Datum”. Liefen die Gespraeche gut, koenne weiter verhandelt werden. Irgendwie will er sich da als der “grosze Verhandler” beweisen, so wie er sich daheim als der “grosze Maurer” verkauft. Dem Kerl geht es nur um sein Ego, egal wie das ausgeht und welche Folgen das fuer andere hat. Wie soll vernuenftig verhandelt werden kann, wenn US-Kriegsschiffe vor der Haustuer der Chinesen hin und her schippern?

Ein Krieg wegen der Dusseligkeit des “deep state” der USA waere das letzte, was die Philippinen und der Rest der Welt gebrauchen koennten. Und dieser “deep state” hat nie aufgegeben, die Chinesen als Gegner zu sehen, nicht als Handelspartner.

Und geopfert werden dafuer immer nur Bauern, wozu sind sie sonst zu gebrauchen? Kein Funktionaer der US-Waffel-Lobby zieht selbst in den Krieg, auch wenn er alles fuer dessen Ausbruch tut.

 



 

Saysay sa adlaw – “Ngano man ka nisumbag niya?” “Ginganglan ko niyag ‘unggoy’!” (Ate Fely)

Ngano man ka… – ngano warum, man Betonung, ka ist kurz fuer ikaw du ~ Warum du…

…nisumbag niya? – sumbag boxen, schlagen, hauen + Vorsilbe ni Gegenwart/Vergangenheit, hat geschlagen, niya kurz fuer kaniya ihn/sie (Dativ, Akkusativ von siya er/sie) ~ …hat ihn/sie geschlagen?

Ginganglan ko niyag ‘unggoy’! – ngalan Name, nennen + Vor/Nachsilbe gi…an G/V Passiv, eigentlich gingalanan, wird aber verschliffen zu ginganglan wurde genannt, ko kurz fuer ako ich, niyag ~ niya og kurz fuer kaniya von ihm/ihr (D/A von siya er/sie), og unbestimmerter Artikel ein – das Passiv erfordert D/A, sodass die Konstruktion ist: wurde ge… von …, unggoy Affe ~ Ich wurde von ihm ein ‘Affe’ genannt!

Satz des Tages – “Warum hast du ihn gehauen?” “Weil er mich ‘Affe’ genannt hat!”

So die Enkelin, als sie einmal im Kindergarten zur Rede gestellt wurde. Uebrigens ist heute der Internationale Tag der Muttersprache. In dem Sinne: man muss sie schon beherrschen, wenn man sich durchsetzen und rechtfertigen will, und wenn ich, die obige Meldung vom Verhaeltnis Dutertes zu dessen Toechtern im Hinterkopf, das Verhaeltnis meiner Frau zu ihrer juengsten Enkelin betrachte, so ist meine Frau, die hier den Laden schmeiszt, auch nur Feldwebel und die Kleine der General – und ich Schuetze Arsch im letzten Glied.

 



 

Gemaesz “ManilaTimes”, “PhilStar”, “StraitsTimes”, “ManilaBulletin”, “KonfliktundSicherheit” u.a.

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.