…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 22. Februar 2019

(zum Bild: Maria Ressa und Rappler sind wohl Werkzeuge von George Soros)

 

Der dritte Teil – Einen zusammenhaengenden Gedanken muss ich zu Ende denken, sonst krieg ich keine Ruhe im Kopf. So ist dies der Abschluss eines Drei-Teilers, den ich Dienstag begann, gestern fortsetzte und heute abschliesze.

Es begann mit dem Hinweis von Carmen Pedrosa, dass hinter den Angriffen der Maria Ressa ein geo-politischer Zweck steht, weshalb sie in den USA unterstuetzt wird. Das analysierte ein Leitartikel des “Daily Tribune” am Dienstag. Hinter Ressa steht eine Sheila Coronel vom Zentrum fuer Investigativen Journalismus an der Columbia-Universitaet. Von der schrieb schon Rigoberto Tiglao, dass die dafuer gesorgt habe, dass Ressa den Press Freedom Award 2018 bekam, der wiederum verantwortlich war, dass das “Time”-Magazin Maria Ressa als “Waechterin der Wahrheit” feierte. Sie gehoert zu einem Netzwerk, so der “Tribune”, das die philippinisch-amerikanische Millionaerin Loida Nicolas Lewis sponsort, deren Schwester Imelda eine Alumni der Columbia Universitaet ist. Von dort gibt es Beziehungen zu George Soros, dem North Base Network gehoert. Von der Investment-Gruppe stellte sich ein Trio von Partnern in der “South China Morning Post” an die Seite der Ressa. “Rappler” wird von North Base Network und von Pierre Omidyar finanziert. Der sponsort das IFCN (International Fact-Checking Network), ein Facebook-Partner, der denen gegen “Fake News” hilft. Facebook arbeitet hier mit Ressa und “Rappler” mit dem Erfolg, dass Tausende pro-Duterte-Seiten aus Facebook geloescht wurden.

Doch es geht nicht nur um Unterstuetzer. “Rappler” arbeitete mit dem “Intercept online journal” an einer Story, die ein Transkript eines privaten Telefonats von US-Praesident Donald Trump mit Praesident Duterte wiedergab. Trump sagte darin, “Rody” habe einen “unglaublichen Job” gemacht, das Drogen-Problem in seinem Land zu reduzieren und nannte ihn einen “guten Mann”. Teile daraus erschienen auch in der “Washington Post”. “Intercept” hat mit Omidyar zu tun und sagte, es habe bei der Sache mit “Rappler” gearbeitet. Die Absicht dahinter ist, so der “Tribune”, Rody und Trump darzustellen als “beides ruchlose Autokraten, die aus dem Gelb-Liberalen Bewusstsein entfernt werden muessen.

Kurz und schlecht: Duterte muss weg.

 



 

Warum arbeitet Ressa mit solchen Leuten? Das war Mittwoch Thema der Kolumne von Rigoberto Tiglao in “The Manila Times”: Ressa war journalistisch am Ende ihrer Karriere. Ueberall hatte sie sich unbeliebt gemacht und nichts zustande gebracht, was ja auch Yen Makabenta am Montag konstatiert hatte: keine lesbare Spur von ihr im Netz. Da kam ihr das Lager von Benigno Aquino zu Hilfe, die die Idee hatten eine News-Webseite aufzumachen, um so mit dem “Inquirer” einen Gelben Daumen auf der Presse zu haben. ”Rappler” half, als Aquino den Obersten Richter Renato Corona aus dem Weg haben wollte. Der verhinderte im Obersten Gericht, dass der Cojuangco-Aquino-Clan wie gewuenscht 10 Mrd Peso als Entschaedigung fuer seine Hacienda Luisita bekam, statt der 200 Mio Peso, die das Ministerium fuer Agrar-Reform fuer angemessen hielt. Dazu kam im “Rappler” der verleumderische Artikel, gegen den sich Wilfredo Keng heute noch wehrt – worauf Ressa “Angriff auf die Presse-Freiheit” schreit. Und sofort steht die amerikanische Presse ihr bei, weil die etwas gegen Landesherren hat, die sich den USA gegenueber nicht demuetig zeigen. Besasz dieser unsaegliche Duterte doch tatsaechlich die Unverfrorenheit zu sagen, dass Kolonial-Zeiten vorueber und die Philippinen ein souveraenes Land seien. Das laesst sich das westliche Gewissen der Welt nicht gefallen, das ist ja grad so, als ob man einem Polizisten einen Joghurt auf die Uniform klatscht – der muss weg.

Dass Duterte weg muss, war auch die Aussage, zu der Carmen Pedrosa am Dienstag in ihrer Kolumne kam. Der geo-politische Streit der USA und Chinas ueber die South China Sea kann einen Friedens-Apostel in der Gegend nicht gebrauchen, und Duterte will Frieden. Zwar sprach er bei seiner ersten SONA (State of the Nation Address) innere Feinde an, als er sagte: “Wir alle wollen Frieden, aber nicht den Frieden der Toten, sondern den Frieden der Lebenden”, doch diese Aussage gilt auch fuer die Auszen-Politik. Diese geo-politische Betrachtung setzte im zweiten Teil Ricardo Saludo in seiner Kolumne fort, der wegen dieser Lage der Philippinen befuerchtet, durch den MDT (Mutual Defense Treaty) von 1951 in einen Krieg um Taiwan oder sonstwo gezogen zu werden. Er riet den Vertrag zu kuendigen und auf Verteidigung zu setzen, statt Angriffs-Waffen zu kaufen. Saludo hat den Hintergedanken, dass die Kuendigung uns gar nicht schwaecht. Marschieren die Chinesen wider Erwarten tatsaechlich hier ein, wuerden die USA, Australien und Japan auch ohne Vertrag sofort eingreifen, weil sie nicht gestatten koennen, dass China einen solchen Stuetzpunkt am Rande des Pazifik gewinnt. Dass die Philippinen einen neutralen Puffer bilden, liegt eigentlich im Interesse von China und den USA. Dagegen sind nur die amerikanische Waffen-Industrie und ihre Lobby im “deep state” – kein Krieg, kein Geschaeft.

Nun habe ich davon an zwei Tagen berichtet. Doch da ich gestern spaet dran war, kriegte ich nicht ganz die Kurve. Dafuer heute dieser dritte Teil, der mit seinen Ergaenzungen mir erschreckend vor Augen fuehrt, dass Duterte – von IS (Islamic State) und NPA (New People’s Army) im Innern ganz abgesehen – eine Welt von Feinden gegen sich hat. In seiner heutigen Kolumne in “The Manila Times” bestaetigt Rigoberto Tiglao auch die Zusammenhaenge, die der “Tribune” am Dienstag berichtete mit dem Titel “US-‘ideologisch-imperialistischer’ Milliardaer stellt 30 Mio Peso fuer Ressas Verteidung bereit.” Gemeint ist eben dieser Pierre Omidyar, Gruender von eBay und Paypal, der angeblich mit der CIA im Bunde ist und im Ausland mit pro-westlichen Medien-Kampagnen gegen “Schurkenstaaten” zu Felde zieht. Als solch ein “Schurke mit Staat” wird auch Praesident Duterte betrachtet, wenn Omidyar in “Rappler” investiert und nun groszzuegig auch die anfallenden Kosten der Rechtsstreitigkeiten abdeckt, in die Maria Ressa sich verwickelt hat. Dabei hat sie als amerikanische Staatsbuergerin gut lachen: wenn’s ihr zu heisz wird, geht sie einfach nach Hause, in die USA. Tiglao nimmt ihr die philippinische Staatsangehoerigkeit nicht ab. Zwar wurde sie 1963 in Manila geboren, doch 1973 wanderte ihre Familie in die USA aus. Seither hat sie einen amerikanischen Pass. Ihren philippinischen Pass bekam sie 2004, nachdem das Dual Citizenship Law 2003 in Kraft war, welches “natural born Filipinos” mit auslaendischem Pass gestattet, auch philippinischer Staatsbuerger zu sein. Den philippinischen Pass benutzte sie laut Tiglaos Quellen jedoch nur ein einziges Mal zur Einreise, und als Ausrede hier ein Medien-Unternehmen besitzen zu duerfen. Fuer Tiglao ist sie eine Amerikanerin, die Interessen der USA gegen Duterte vertritt. Und dass sie das tut und weiterhin tun kann, laesst sich Herr Omidyar einiges kosten.

 



 

Eine Welt von Feinden will so Praesident Duterte aus den verschiedensten Motiven aus dem Weg haben. Dafuer fuettern sie die Presse mit Fake News gegen ihn, dafuer verkaufen sie ihm keine Waffen, weil er die gegen Drogen-Fuzzies einsetzen koennte, statt sein Land gegen IS und NPA zu verteidigen, dafuer verhaengt die EU Wirtschafts-Sanktionen, richtet er sich nicht nach deren“Verhaltens-Knigge fuer devote Dritte-Welt-Laender”, dafuer die Klagen beim ICC (International Criminal Court), dem die USA selbst nicht angehoeren, fuer Vergehen, die Leila de Lima und Antonio Trillanes erfunden und “Rappler & Co” verbreitet haben, dafuer fordern sie die Entlassung der de Lima, die den Drogenhandel in Bilibid zur Bluete brachte, dafuer verleumdet die Gelbe Presse, wo sie kann, und bringt man sie vor Gericht, dann sind neben der Pressefreiheit auch die “verfasste Demokratie und ein gesetzes-basiertes Regierungs-System in Gefahr”, wie es das Investoren-Trio des “Rappler” so nett in der “SCMP” formulierte, weil es seine Risiko-Gelder in Gefahr sieht, den Bach runterzugehen, wenn “Rappler” dicht gemacht wird. Fehlt nur noch, dass die CIA an Dutertes Flugzeug rumfummelt.

Man muss schon ein ganzer Kerl sein, da nicht das Handtuch zu werfen, sondern weiter seine Arbeit zu machen, wie Duterte das bei seiner Vereidigung gesagt hat: “Warum bin ich hier? … Weil ich bereit bin meine Arbeit fuer die Nation zu beginnen.

Mir faellt dazu die Geschichte ein, wie die Spartaner die Thermopylen gegen die uebermaechtigen Perser verteidigten. Da gibt es ein Epigramm von Simonides von Keos, das Friedrich Schiller so uebersetzt hat:

Wanderer, kommst du nach Sparta, verkuendige dorten, du habest

Uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl.

Ich hoffe, dass Manila nicht zu den Thermopylen des Mayors aus Davao wird, der trotz “Gelber Gefahr”, die ihn stuerzen will, dort seine Arbeit tut, wie das Gesetz es befiehlt.

Ihre Hoffnung fuer die Zukunft setzen viele auf die Tochter des Praesidenten, Davaos Buergermeisterin Sara Duterte-Carpio, die derzeit im Wahlkampf fuer die von ihrer Partei Hugpong ng Pagbabago (Allianz fuer den Wechsel) durch’s Land tourt, um deren Kandidaten fuer die Wahlen in den Senat zu praesentieren. Das hat den Nebeneffekt, dass als konstante Groesze der Show vor allen anderen sie selbst bekannt wird, eine wichtige Voraussetzung fuer die Wahl 2022. Sie selbst dementiert nicht ihre Ambitionen fuer das Amt des Praesidenten zu kandidieren, meint aber, dass sie erst 2021 dazu etwas sagen will. Offenbar schrecken sie die Gefahren des Amtes nicht ab. Von der Ex-Praesidentin Gloria Macapagal-Arroyo, Tochter des ehemaligen Praesidenten Diosdado Macapagal, werden ihr gute Chancen eingeraeumt.

 



 

Und was arbeitet der Praesident? – Am Mittwoch unterschrieb Praesident Rodrigo Roa Duterte den Republic Act No. 11223, genannt “Universal Health Care Act”. Er ist in der “Official Gazette” veroeffentlicht, man kann ihn dort als PDF-Datei herunterladen. Mit Veroeffentlichung ist er nach 15 Tagen gueltig.

Duterte sagte dazu bei Leistung der Unterschrift: “Indem unsere Buerger automatisch in das National Health Insurance Program (NHIP) eingeschlossen werden und die Deckung durch PhilHealth auf kostenlose medizinische Konsultation und Labor-Tests erweitert wird, garantiert das Universal Health Care Law, das ich heute unterschreibe, fairen Zugang zu qualitativen und erschwinglichen Gesundheits-Dienstleitungen fuer alle Filipinos.

Soweit ich das verstehe, sind damit das Gespraech mit dem Arzt und die ueblichen Labortests – Urin, Blut, X-Ray – kostenlos. Darueberhinaus gibt es Leistungs-Pakete, die die Kosten reduzieren. So wie ich das sehe, ist das aber kein “alles umsonst”, die PhilHealth-Beitraege muss man schon zahlen – soweit ich sehe minimal 600 Peso pro Quartal – und die zahlen nicht alles, sondern sie uebernehmen einen Teil der Kosten. Sollte das anders sein, lasse ich mich gern belehren.

Die Kosten traegt das DOH (Department of Health) aus einem eingerichteten Fond, ergaenzt durch Einnahmen aus der zu erhoehenden “sin tax” fuer Tabak und Alkohol. Der Leitartikel der “Manila Times” befasst sich heute mit dem Gesetz als “big deal for govt and people”, bringt aber keine erhellenden Details.

Duterte unterschrieb am selben Tag den Republic Act No. 11210, genannt “105-Day Expanded Maternity Leave Law”. Der Titel sagt, worum es geht: Der Mutterschafts-Urlaub beschaeftigter Frauen wird von 60 auf 105 Tage erweitert. Viele fuerchten, das Gesetz werde Unternehmen abhalten Frauen einzustellen. Arbeits-Minister Silvestre Bello mag das nicht glauben.

Auch dieses Gesetz ist in der “Official Gazette” veroeffentlicht, man kann es dort als PDF-Datei herunterladen. Mit Veroeffentlichung ist es nach 15 Tagen gueltig.

Kopf(geld)jaeger – Abu Sayyaf droht drei Gefangene zu enthaupten, berichten Malaysische Medien. Die Gefangenen, zwei Indonesier und ein Malaysier, wurden am 5. Dezember 2018 auf See in Hoehe Sandakan, Sabah, entfuehrt. Die Polizei in Sabah arbeitet mit philippinischen Behoerden zusammen, um die Geiseln zu befreien.

Die Meldung, mit der “The Manila Times” heute aufmacht, findet sich in hiesigen Blaettern und in “The Straits Times”. Da es keine westlichen Geiseln sind, gelangt die Meldung wohl kaum dorthin.

 



 

Saysay sa adlaw – “Unsay nahitabo sa miracle-tree?” “Akong gipaputlan ang mga sanga kay taas na og motandog sa linya sa kuryente. Delikado kaayo!” (Ate Fely)

Unsay nahitabo sa… – unsay ~ unsa ang das ang kann als abgekuerzt an das vorhergehende Wort angehaengt werden, also unsay was das – hitabo von tabo treffen + Vorsilbe hi wandelt Bedeuung zu geschehen + Vorsilbe na Vergangenheit/Gegenwart ist geschehen – sa mit ~ Was ist geschehen mit…

…miracle-tree? – (engl.) der miracle-tree ist ein Kalabassenbaum, die Fruechte sind fuszballgrosz mit harter Schale, den Inhalt verwendet man auf geheimnisvolle Weise zubereitet in der Quack-Medizin. Wir haben einen miracle-tree, sind aber keine Quack-Doktoren. ~ …Kalabassenbaum?

Akong gipaputlan ang mga sanga… – akong ~ ako nga ich + Verbinder – putol schneiden, abschneiden + Vorsilbe pa Betonung + Vor/Nachsilbe gi…an Passiv V/G gipaputolan verschliffen zu gipaputlan hat abgeschnitten – ang der, die, das, mga Plural, sanga Ast ~ Ich hab die Aeste abgeschnitten…

…kay taas na og… – kay weil, taas oben, na nun, og ein, unbest. Artikel ~ …weil nun oben ein…

…motandog sa linya sa kuryente. – tandog beruehren + Vorsilbe mo Zukunft, Moeglichkeit wird, kann beruehren – sa an, linya Leitung, sa von, kuryente Strom ~ …werden die Stromleitung beruehren.

Delikado kaayo! – delikado gefaehrlich, kaayo sehr, viel ~ Zu gefaehrlich!

Satz des Tages – “Was ist mit dem Kalabassenbaum geschehen?” “Ich habe ihn beschnitten weil die Aeste oben schon die elektrische Leitung beruehrten. Das ist zu gefaehrlich!”

 



 

Gemaesz “PhilStar”, “DailyTribune”, “ManilaTimes”, “ManilaStandard”, “OfficialGazette”, “PNA” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.