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…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 23. August 2018

 

Do not jump to conclusions – Obwohl sprach-unbegabt, in Englisch nur “ausreichend”, in Franzoesisch nicht einmal das – wir nannten das damals eine “Beton-Fuenf” – hat es mein gewundener Lebenslauf mit sich gebracht, dass ich mich fast nur noch mit Englisch befasse. Zur Entspannung lese ich englische Krimis aus der Zeit um 1900, die im Projekt Gutenberg kostenlos zu haben sind, weil ich die einzigen guten deutschen Romane, bei denen 70 Jahre nach dem Tod des Autors das Copyright verfaellt und man sie kostenlos kriegen kann, schon gelesen habe. Das sind die von Theodor Fontane, den Rest kann man vergessen. So bin ich im Moment beim 55sten Krimi von Fergus Hume, und dort taucht oefter die Redewendung auf – “do not jump to conclusions ~ zieh keine voreiligen Schluesse” – und wo mir der englische Ausdruck mal wieder besser gefaellt als die deutsche Uebersetzung. Gleich zu den Schluessen zu huepfen hat so etwas freudig Erregtes, mit dem die muehselige deutsche Zieherei nicht mithalten kann.

Was dem Krimi recht ist, ist dem Blogger billig.

In “Eurasia Future” huepft Adam Garrie zu den Schluessen, wenn er zu Dutertes Andeutungen zu seiner moeglichen Ermordung durch die CIA meint: “Duterte hat wieder mal bewiesen, dass seine Bemerkungen aus dem Handgelenk tatsaechlich eine sehr weitreichende strategische Bedeutung haben. Die das nicht mitkriegen, bleiben in die Irre gefuehrt (‘trolled’) durch den Philippinischen Praesidenten, waehrend jene, die die Methodik hinter diesen ‘Ausbruechen’ verstehen, das wahre politische Genie Dutertes erfassen.

Das musste ich erstmal auf mich wirken lassen. Ich war bisher der Meinung, dass Praesident Rodrigo Roa Duterte laut vor sich hin denkt, also das aeuszert, was einem vor dem Sortieren so durch den Kopf geht, und hinterher bildet man sich dann eine geordnete Meinung dazu. Garrie sieht dagegen darin eine Methode, und das wuerde mein bisheriges Bild des Praesidenten ins Gegenteil verkehren – ich versuche ja immer noch, den Mann zu verstehen. Schlieszlich steht er fuer 80% der Filipinos, ein besseres Beispiel gibt es nicht.

Auf die CIA-Geruechte will ich gar nicht eingehen. Betsy Tiglao fuehrt in ihrer Kolumne im “Manila Bulletin” eine Liste von Leuten auf, deren Politik dem CIA nicht gefiel, und deren Ableben sich wenig spaeter ganz unerwartet ereignete. Garrie findet es bezeichnend, dass Duterte diese Dinge einen Tag nach “Ninoy Aquino Day” auf’s Tapet bringt. Wer fuer dessen Tod verantwortlich ist, ist weiter ungeklaert, obwohl dessen Witwe und der gemeinsame Sohn Praesidenten des Landes waren. Niemand hat ein Interesse an der Aufklaerung. Fuer ein eigenes “unerwartetes Ableben” hat Duterte so schon mal einen “Anfangsverdacht” geweckt, der ein moegliches Schweigen darueber verbietet.

Dazu passt auch Dutertes Warnung an China, dass es “Aerger gibt”, wenn die Oel und Uranium in der West Philippine Sea ganz fuer sich beanspruchen. Eine Reaktion auf diesen Anwurf aus Peking gibt es noch nicht, aber die Frage steht im Raum: blubbert Duterte nur so vor sich hin, oder hat das Methode?

Ich muss da laenger drueber nachdenken.



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaBulletin”, “EurasiaFuture” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

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