…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 04. Dezember 2018

(zum Bild: Der Papst gibt dem Drogenkrieg in den PH Nachdruck)

 

Unerwartete Unterstuetzung – Bringt man Praesident Rodrigo Roa Duterte und den Papst in Verbindung, so faellt westlichen Zeitungen nur ein, dass Duterte Papst Franziskus einen “Hurensohn” genannt hat. Hiesige Zeitungen weisen darauf hin, dass er das im Zusammenhang mit dem Verkehrs-Chaos gesagt hat, das entstand, als 6 Mio Glaeubige im Januar 2015 die Abschluss-Messe des Papstes im Rizal-Park besuchten und auf Manilas Straszen nichts mehr ging.

Gestern brachte “PhilStar” die Meldung, dass der Papst in einem Brief an den Erzbischof von Osaka, Thomas Manyo Kardinal Maeda schrieb: “In der Tat reiht sich die Heilige Kirche in den Philippinen heute unter den groszen Katholischen Nationen der Welt ein.” Und er bittet Kardinal Maeda in dem Brief, ihn beim 60sten Jubilaeum der Manila-Kathedrale in Intramuros zu vertreten. Die CBCP (Catholic Bishops’ Conference of the Philippines) gab bekannt, dass Kardinal Maeda am 8. Dezember, dem Tag der Unbefleckten Empfaengnis, in der Manila-Kathedrale in Intramuros die Messe feiern wird.

Gestern brachte aber auch der “Daily Tribune” einen Artikel auf der Titelseite mit der Schlagzeile “’Papa Kiko’ joins DU30 war”, wobei “Kiko” hier populaere Abkuerzung fuer “Francisco” ist. Bei einer Konferenz am Samstag im Vatikan zur Drogensucht nannte der Papst Drogenhaendler “Haendler des Todes” und forderte jeden auf, die Herstellung und den Vertrieb von Drogen zu verhindern, und sagte, es sei die Aufgabe das Staates “mutig den Kampf mit den Haendlern des Todes aufzunehmen.

Damit sprach sich – nach Praesident Duterte – in letzter Zeit UN-General-Sekretaer Antonio Guterres und US-Praesident Donald Trump nun auch das Haupt der Katholiken fuer den Kampf gegen Drogen aus. Die CBCP duerfte sich schwer tun, kuenftig gegen Dutertes Drogenkrieg zu reden.

Woher die Sorge des Papstes kommt, weisz ich nicht. Vielleicht hat es damit zu tun, dass die anderen “groszen Katholischen Nationen” suedlich der USA liegen, wo gerade eine grosze Karawane anpocht und um Einlass bittet, weil die Menschen in ihren Laendern nicht mehr leben koennen. Schaut man sich in der “Wikipedia” die weltweite Mord-Statistik an, so ist die Mordrate dort doppelt bis dreimal so hoch wie in den Philippinen – Folgen des Handels mit Drogen, um den US-Markt zu versorgen.

Duterte handelt weitsichtig, wenn er Verhaeltnisse wie dort hier nicht haben will, und nun wird er sogar im Vatikan verstanden – trotz “putang ina”.



Ein “Red Herring”… – …ist eine falsche Spur, die jemand legt, um von der Sache abzulenken. Eine Erklaerung sagt, dies stamme aus der englischen Fuchsjagd, wenn man einen stinkenden Fisch oder was auch immer quer zur Spur des Fuchses zieht, um die nachfolgenden Meute von der Faehrte zu bringen. Es gibt andere Erklaerungen, woher das stammen soll, aber die Bedeutung ist klar: es ist ein Ablenkungs-Versuch, eine Nebelkerze.

Einen solchen “Red Herring” erkennt Dodo Dulay in seiner Kolumne in “The Manila Times” mit der Ueberschrift “Rappler is serving up a ‘red herring’”. “Rappler” und dessen Chefin Maria Ressa sind wegen Steuer-Hinterziehung angeklagt. Sie hat grad Kaution hinterlegt um nicht in Haft zu kommen, und macht daraus ein Medien-Ereignis um zu verbreiten, dass das “politische Verfolgung” durch Praesident Duterte sei. Diese Version hat sich auch schon weltweit verfestigt, und so bringt die “Straits Times” heute prompt eine Meldung von “AFP” mit der Ueberschrift “Journalist critical of Philippines’ Duterte pays bail”, in der Ressa zitiert wird, die Vorwuerfe seien “politisch motoviert und … konstruiert”. Das alles zielt gegen Duterte, und – das ist der “Red Herring”.

Es war nicht Praesident Duterte der gegen “Rappler” vorging, sondern General-Staatsanwalt Jose Calida hat nach Lektuere einer Kolumne von Rigoberto Tiglao in “The Manila Times” vom 19. Mai 2017 mit der Ueberschrift “Die Regierung muss Rapplers auslaendische Eigentuemer untersuchen” die SEC (Security and Exchange Commission) aufgefordert, genau das zu tun, die nach Untersuchung mit dem Entzug der Lizenz reagierte. Und Calida selbst wurde von niemandem aufgefordert, in der Sache taetig zu werden: “Ich bin selbsttaetig. Ich nehme von niemandem Befehle an.

Wenn also schon nach einem Urheber, einem “ersten Beweger” gesucht wird, muesste man Rigoberto Tiglao nennen, ein investigativer Journalist mit regelmaesziger Kolumne in “The Manila Times”, der schon anderen krummen Finanzierungen auf die Spur gekommen ist. Dass er auf den “Rappler” kam, hat wohl auch damit zu tun, dass ihm einmal quer aufstiesz, dass in Sachen Drogenkrieg “Rappler” die Zahl der Toten mutwillig von damals rund 2 Tsd auf 7 Tsd erhoehte, weil sie ungeklaerte Todesfaelle durch Gewalt auch der Polizei anrechneten. Die Nachricht ging rund um den Globus und wurde von jedem zitiert. Tiglao fragte bei “Rappler” an, wie sie zu der Zahl kaemen, wurde aber keiner Antwort gewuerdigt. Das kam bei ihm nicht gut an, er war angepisst, und dann folgte die Kolumne, in der er die US-Eigentuemer von “Rappler” zum Thema machte. Das mit den Eigentuemern ging klar, als die ihre Anteile einfach an die Mitarbeiter von “Rappler” schenkten – sie hatten wohl groszes Interesse daran, dass das Duterte-feindliche Internet-Medium weiter existiert. Doch bei den Untersuchungen, die Calida angestrengt hatte, kamen auch Unregelmaesigkeiten bei den Steuern ans Licht, die nun auf dem Tisch sind. Mit Duterte hat das alles nichts zu tun, aber – das ist nun mal der “Red Herring”, dem alle folgen, und Duterte hat in den USA keine Freunde, auszer Donald Trump. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Internet-Riese “facebook”, der auch so seine Probleme mit Fake News und deren Eindaemmung hat, ausgerechnet “Rappler” die Kontrolle ueber “in facebook zulaessige Wahrheiten” uebertragen hat, wie ich im April schon einmal berichten musste. Mark Zuckerberg hat sich da den Laden ausgesucht, der die ihm genehmen Wahrheiten findet. Das nennt man, den Bock zum Gaertner machen, und der pflanzt nun seine “Red Herrings”.

Und da zeigen sich die ersten Triebe. Zwei linke Abgeordnete, also Kommunisten, verdammen nun Duterte, weil die Gerichte gegen eine Steuer-Suenderin vorgehen. Sie sehen darin eine Verletzung der Presse- und Meinungsfreiheit, aber das kenne man ja schon, Journalisten einschuechtern und Kritiker ins Gefaengnis zu werfen sei ja nun mal der Rueckhalt von Faschisten und Schurken. Fuer mich ist das Wort “fascist ~ Faschist” immer so wie ein “Tag”, das Kuerzel eines Graffiti-Kuenstlers, der sein Werk markiert. Wer den anderen als “Faschist” brandmarkt ist erkennbar ein Kommunist, die haben diesen eingeschraenkten Wortschatz. Und damit kann man diesen Anwurf vergessen.



Kommunisten… – …erkennt Armee-Chef General Carlito Galvez auch in den Linken Satur Ocampo und Francisca Castro und sagt, die beiden seien “aktive Mitglieder” der NPA (New People’s Army), was den Vorwuerfen gegen die beiden wegen Anwerbung von Lumad-Kindern fuer den bewaffneten Zweig der CPP (Communist Party of the Philippines) ein neues Gewicht verleiht. Ich berichtete davon schon seit zwei Tagen, und die Angelegenheit ist dem “Daily Tribune” heute auch einen laengeren Artikel wert mit der Ueberschrift “DU30: Kids abducted”, in dem der Praesident mit den Worten zitiert wird: “Du musst wissen, dass du nicht Kinder ohne Einwilligung der Eltern von einer Gemeinde in eine andere bringen kannst. … Das ist wirklich Kidnapping. … Das ist das uebliche Problem mit kommunistischen Rebellen, sie benutzen die Lumand, was der Grund ist, dass so viele Mitgleider des Stammes tot sind.

General Galvez sieht das so: “Nun sehen wir, dass die letzte Bastion von CPP-NPA die indigenen Voelker sind, weil das der verletzlichste Sektor ist, den sie verfuehren koennen.” Und von daher ruehrt wohl auch, dass das Militaer sich fuer eine Verlaengerung des Kriegsrechts in Mindanao ausspricht, um ein fuer allemal mit dem Terrorismus fertig zu werden.



Gemaesz “PhilStar”, “DailyTribune”, “Wikipedia”, “ManilaTimes”, “ManilaBulletin”, “StraitsTimes” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.