…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 14. Juli 2018

 

 

Umfragewerte – Im Oktober 2017 gab es eine Diskussion zu unterschiedlichen Umfragewerten fuer Praesident Rodrigo Roa Duterte bei “Social Weather Stations” und “Pulse Asia”, die sich nun wiederholt. Ich schrieb damals:

Mir leuchtet Yen Makabenta in seiner Kolumne heute in “The Manila Times” ein, der sich bereits im Juli an selber Stelle fragte, warum in der ganzen Welt die Menschen von Instituten befragt werden, ob sie dem jeweiligen Landesherrn “zustimmen”, nur in den Philippinen fragt man, ob sie mit ihm “zufrieden” sind. Ihm ging es um den Unterschied von “approve (zustimmen)” und “satisfy (zufrieden sein)”, und das ist der Unterschied von “Pulse Asia” (zustimmen) und den “Social Weather Stations” (zufrieden sein). 

“Man kann einer Sache zustimmen, selbst wenn man nicht voellig zufrieden ist, und da weltweit eben nur nach “Zustimmung” gefragt wird, werde auch ich mich an die 80 Prozent von “Pulse Asia” halten.

Das hat sich nicht geaendert. Die Zahlen sind nicht vergleichbar, weil anders gefragt wird. Zudem hoere ich bei “CNNPhil”, dass unterschiedliche Zeitraeume betrachtet wurden. “Pulse Asia” hat vor Dutertes “Gott ist bloed”-Attacke gefragt, “Social Weather Stations” danach. Ich glaube, dass Duterte Punkte eingebueszt hat, bei meiner Frau sowieso, die fuer mich die “Stimme des Volkes” repraesentiert.  Taucht Duterte im TV auf, ruft sie nun “yawa ~ Teufel”, und dann passt sie auf. Sagt er was Teuflisches, hat sie im Garten oder in der Kueche Besseres zu tun. Das hoert sie sich nicht an. Ich deute das so, dass das Volk hinter dem Praesidenten steht – 88 Prozent, ich halte mich an “Pulse Asia” – und die “Teufels-Delle” in den Werten wird irgendwann vergessen sein.

Was war und was wird – Beschaeftigen sich Umfragen zu Zustimmung und Zufriedenheit mit dem, was war, so beschaeftigen sich Prognosen mit dem, was wird. Der Leitartikel der “Manila Times” befasst sich mit Prognosen zum Wachstum des GDP (Gross Domestic Product ~ Brutto Inlands-Produkt) der Philippinen.

Capital Economics” setzt das Wachstum mit 6,5% fuer dies Jahr, mit 6,0% fuer 2019 und 2020 an.

Die Regierung hat sich fuer die Zeit 7,0% bis 8,0% zum Ziel gesetzt.

Die Weltbank bleibt bei 6,7% fuer 2018 und 2019.

Capital Economics” begruendet sehr ausfuehrlich seine Skepsis mit “politischen Risiken” durch “die Folge von hetzerischen Kommentaren und Aenderungen in der Politik durch Praesident Duterte, die Bedenken in den Koepfen von Investoren geweckt haben ueber des Praesidenten Urteil und Verpflichtung gegenueber den Regeln des Gesetzen.

Der Leitartikler der “Manila Times” ist bass erstaunt, wie eingehend “Capital Economics” sich als Finanz-Blatt mit persoenlichem Stil und der Fuehrung des Praesidenten befasst, aber – “wir koennen den Einfluss der Politik auf die Wirtschaft nicht beiseite schieben. Dies wird besonders wichtig in den kommenden Monaten, da sich das Land, wie es nun aussieht, auf dem Uebergang zu einem foederalen System befindet. Aenderungen in verwaltenden und regelnden Strukturen verschiedener Regierungs-Ebenen, und Aenderungen in Verteilung und Quellen der Staats-Einnahmen auf nationalem wie auf neuen regionalen Ebenen, haben entscheidenden Einfluss auf die Wirtschaft, und es ist ziemlich wahrscheinlich, dass diese Einfluesse erstmal negativ sind, geschuldet der Unsicherheit und unvermeidlichen voruebergehenden Unordnung der Uebergangszeit. Selbst wenn sie den Uebergang zu einem foederalen System als positive Entwicklung betrachten, werden viele Investoren geneigt sein zu warten, bis sich der Staub gelegt hat, bevor sie mit irgendwelchen Plaenen weitermachen, und das koennte zu einem langsameren Wachstum fuer eine Zeitstrecke fuehren.

“Wenn das geschieht, dann ist dem Ziel einer Wirtschaft, die sich aus unsicherer Uebergangszeit in eine neue Normalitaet in kuerzester Zeit erhebt, am besten gedient, wenn Experten, die Regierung und wir in den Medien die wirtschaftlichen Bedingungen mit Abstand und Vernunft betrachten und interpretieren. In dem Sinne ist der letzte Bericht des “Capital Economics” sehr wertvoll, weil er ein gutes Beispiel gibt, wie man es nicht machen sollte.

Dazu kann ich nicht viel beitragen, mein finanz-wirtschaftliches Verstaendnis beschraenkt sich darauf, dass ich als Rentner beruhigt bin, solange der Euro um oder ueber 60 Peso liegt (bevorzugt ueber). Doch die “unsichere Uebergangszeit” wird kommen, wenn ich das derzeitige Gerangel um die Verfassungs-Aenderung betrachte. Da wird dies und das diskutiert, doch allein die Tatsache, dass man eine Zentrale Finanz-Verwaltung durch eine kleinere Zentrale plus 18 (?) regionale Verwaltungen ersetzt, wird zu erbitterten Auseinandersetzungen fuehren.

Man kann in aller Freundschaft planen und diskutieren, aber beim Geld hoert die Freundschaft bekanntlich auf.



Gemaesz “CNNPhil”, “ManilaTimes” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.