…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 28. April 2018

 

Die “kleinere Angelegenheit”… – …als die der Sprecher des Praesidenten, Harry Roque, anfaenglich meinte, den Streit mit Kuwait um die “Rettung” misshandelter OFWs (Oversea Filipino Workers) abhaken zu koennen, waechst sich aus.

Der Abgeordnete Ancieto “John” Bertiz fordert, nun den zurueckberufenen kuwaitischen Botschafter auszuweisen, damit der nicht zurueckkommen kann. Senatorin Cynthia Villar meint, wenn Kuwait die OFWs nicht schuetzen kann, waere es besser die OFWs ganz aus Kuwait abzuziehen.

 

 

Das hiesze nun wirklich, das Kind mit dem Bade ausschuetten, denn beide Seiten sind an den ueber 200 Tsd OFWs interessiert. Kuwait, weil das nicht nur Hausmaedchen, sondern eine ganze Menge qualifizierter Arbeiter sind, die sie nicht haben. Und die Philippinen koennen sich nicht wuenschen, eine Flut von 200 Tsd Heimkehrern in Lohn und Brot zu setzen, fuer die sie die Arbeit im Handumdrehen nicht haben. Die Groesze des Problems laesst sich an den Problemen erkennen, die man mit den ueber 30 Tsd Leuten hat, die gerade auf Boracay arbeitslos wurden, wenn auch nur befristet. Eine solcher Bruch mit Kuwait waere auch ein boeses Vorzeichen fuer die Loesung aehnlicher Probleme mit anderen Laendern im Mittleren Osten.

Ernsthafter setzt sich Senats-Praesident Aquilino Pimentel mit der Sache auseinander. Zuerst einmal solle man alle die feuern, die hinter diesen Rettungs-Aktionen standen und den Praesidenten falsch beraten haben, meint er. Daneben sollte man auf “hoher Ebene” Kontakt zu Kuwait suchen, um zu zeigen, dass die Philippinen “Gewicht auf ihre bilateralen Beziehungen zu Kuwait legen.

Recht hat er, und da meine ich, hat sich Praesident Rodrigo Roa Duterte eine Bloesze gegeben, als er meinte, das in einem Gespraech mit dem Botschafter ausraeumen zu koennen. Ein Botschafter ist mehr oder weniger der Brieftraeger seiner Regierung. Man kann mit ihm ueber die Meinung der Regierung sprechen, doch das ersetzt nicht das Gespraech auf Regierungs-Ebene in einer Angelegenheit, in der sich die Regierung eine Meinung bilden soll. Zudem ist fraglich, ob der kuwaitische Botschafter seine Regierung rueckgesprochen hat, als er alles so friedlich-freundlich mit Duterte beilegte. Ich kann mir vorstellen, dass diese Eigenmaechtigkeit zu seinem Rueckruf fuehrte.

Und – das ist jetzt wieder Kaffesatz oder Kristallkugel – Duterte scheint das auch so zu sehen und bruetet ueber einer Loesung. Er liesz keine Fragen zu, bevor er nach Singapur flog. Zu der zeitgleichen Presse-Konferenz von Auszen-Minister Alan Peter Cayetano, bei der der sich zu Kuwait aeuszerte (siehe gestern), waren auslaendische Journalisten zunaechst nicht zugelassen. Sie durften erst nach Protest zuhoeren, aber selbst keine Fragen stellen. Und Harry Roque huellte sich in Schweigen, wie es da weitergehen koenne. Er verwies darauf, dass der Praesident sich dazu am Sonntag aeuszern wuerde, wenn er “wieder auf heimischem Boden sei.

Das klingt nicht gut – fuer den Auszen-Minister. Aber das ist meine persoenlich Vermutung.

Tut mir Leid… – …dass ich am 22. April zu einer Diskussion im Deutsch-philippinischen Klub schrieb, der Erlass gegen politische Betaetigung von Touristen sei kein ”koloniales Gesetz”.

Da lag ich falsch.

Herr Stefan Fricke verweist mich per E-Mail auf den Commonwealth Act No. 613, Titel: “The Philippine Immigration Act of 1940” in dem in Sec. 29 (a) Personen aufgefuehrt werden, die von der Einreise ausgeschlossen sind, unter anderen “…Persons who believe in or advocate the overthrow by force and violence of the Government of the Philippines, or of constituted lawful authority, or who disbelieve in or are opposite to organized government, or who advocate the assult or assassination of public officials because of their office, or who advocate or teach principles, theories, or ideas contrary to the Constitution of the Philippines or advocate or teach the unlawful destruction of property, or who are members or affiliated with any orgnization entertaining or teaching such doctrines”.

Herr Fricke hat Recht.

Zu US-Kolonialzeiten wurde dieses Gesetz erlassen, auf das Leila de Lima sich in ihrem Erlass von 2015 beruft, der Touristen jede politische Betaetigung verbietet. Das ist mir umso peinlicher, als das Gesetz in ihrem Erlass genannt wird. Weniger schlampig haette ich selbst drauf kommen koennen.

Ich arbeite dran.

 



 

Gemaesz “ManilaTimes”, “PTV”, “ManilaBulletin”, “ManilaStandard” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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