…aus der philippinischen Presse



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 15. Mai 2020

Zum Bild: Sanofi  gehört in den Philippinen nicht zu den vertrauenserweckenden Pharmaunternehmen

 

Das Problem als Prinzip – Ich weisz nicht, ob Michael Ryan, Direktor beim Notfall-Programm der WHO (World Health Organization) in Genf, Goethe gelesen hat. In Irland gehoert der sicher nicht zur Pflichtlektuere, und in ein Medizin-Studium gleich gar nicht. Er sagte nun zum Coronavirus: “Dieses Virus koennte ein weiteres endemisches Virus in unseren Gemeinden werden, und dieses Virus wird moeglicherweise nie verschwinden.” Zum Vergleich fuegte er an: “HIV ist nicht verschwunden – doch wir haben uns mit dem Virus abgefunden.” Von “endemisch” spricht man laut “Wikipedia”, wenn Faelle einer Krankheit in einer begrenzten Region fortwaehrend gehaeuft auftreten.

Kein Wunder, dass die “Times” heute “Virus may never go away – WHO” titelt, und diese Meldung im “Bulletin” ist mit “WHO warns virus may be here to stay as toll nears 300,000” ueberschrieben.

Mir fiel dazu ein Goethe-Zitat ein, das der in einem Brief an Zelter so formulierte: „Die groeszte Kunst im Lehr- und Weltleben besteht darin, das Problem in ein Postulat zu verwandeln, damit kommt man durch.

Die Aussage, einfach so vor den Latz geknallt, ist eine Zumutung. Jeder – weltweit – wartet auf das Ende der Covid-19-Krise, dass die mit scharfen Augen beobachteten “Kurven” sich endlich nach unten neigen. Egal, was bis dahin geschehen ist, wenn’s nur aufhoert. Nichts ist schrecklicher als ein Schrecken ohne Ende. Und dann sagt der sowas!

Man braucht eine eigene Einstellung dazu, die mein Philosophielehrer Hans Blumenberg so formulierte: „Nachdenklichkeit heiszt – Es bleibt nicht alles so selbstverstaendlich, wie es war.“ Irgendwie wissen wir, dass es ein schlichtes “back to normal” nicht geben kann – “wenigstens nicht so bald” – moechten wir die unerwuenschte Einsicht gleich aufweichen. Die Hoffnung stirbt nun mal zuletzt, doch ihr geht die Luft aus, betrachtet man die Aussagen zu Impfstoffen und Heilmitteln.

Wir sehen die Moeglichkeit, wenn alles wie geplant verlaeuft, dass einige von ihnen (Impfstoffe) in einem Jahr zur Zulassung bereit sein koennten”, sagt Marco Cavaleri, Leiter der European Medicines Agency, aber “Dies sind nur Prognosen, die auf dem basieren, was wir sehen. Aber ich muss noch einmal betonen, dass dies ein Best-Case-Szenario ist. Wir wissen, dass Impfstoffe, die in die Entwicklung kommen, moeglicherweise nicht zugelassen werden und verschwinden.

Kann man sich auf diesen Gedanken einlassen? Das Problem zum Prinzip machen?

Einer kann das nicht. US-Praesident Donald Trump, der ja schon das Problem selbst nicht sehen will. Und da geht es ihm sicher runter wie Butter, dass der franzoesische Pharmazie-Gigant Sanofi in einem Brief schon mal zusichert, dass die erste Sendung eines Covid-19-Impfstoffes – an dem man arbeitet, den hat man noch nicht – an die USA gehen wird, weil die US-Regierung die Impfstoff-Forschung unterstuetzt.

Nun hat Sanofi in den Philippinen einen laedierten Ruf wegen “Dengvaxia”, mit dem hier 700 Tsd Kinder geimpft wurden, ohne zu pruefen, ob sie zuvor schon Dengue hatten, denn nur dann wirkt “Dengvaxia”. Andernfalls kann die Impfung ueble Folgen haben, bis hin zum Tod. 147 Kinder sind nach der Impfung verstorben, doch nur ein Fall kam bisher vor Gericht. Wann dort ein Urteil faellt, ist nicht absehbar; absehbar ist nur, dass es eine Gutachter-Schlacht werden wird, ob man ueberhaupt unterscheiden kann, ob das Kind nun an Dengue oder an dem Impfstoff gestorben ist. Von das aus sind hier einige sicher froh, wenn Sanofi – falls die mal einen Impfstoff haben – zuerst in die USA liefert mit dem Hintergedanken, “sollen die das erstmal da ausprobieren”.

Anders sieht das bei Praesident Rodrigo Roa Duterte aus, der ja in allem anders ist als Trump. Wird der sich mit dem Gedanken abfinden koennen?

Mit den Besitzern der Wasserversorger von Metro Manila, Ayala und Pangilinan, lag er wegen der Wasserknappheit letztes Jahr im Streit, wobei er bis hin zur Enteignung und Uebernahme durch den Staat drohte. Da die nun aber die Ersten waren, die zu Beginn der Covid-19-Krise den Arbeitern halfen, schob er diesen Streit beiseite, bedankte sich bei den Herren und sprach von einer ihn “demuetigenden Erfahrung. Sie kennen das – vielleicht brauchst du sie eines Tages.

Das klingt nicht besonders nett. Doch es beinhaltet, dass man sich in der Sache arrangiert, oder anders: das Problem zum Prinzip macht.

Duterte kann das.

Warten wir ab, ob sich das nun in der Krise zeigt, denn noch hoffen wir ja alle. Von der Annahme des Problems als Prinzip sind wir Lichtjahre entfernt.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Bulletin”, “Wikipedia” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht.

Ein Gedanke zu „…aus der philippinischen Presse

  • Mai 15, 2020 um 19:25
    Permalink

    Zu Corona. Du bist weit weg von der wirklichen Welt. Corona wird nicht verschwinden. Genau wie die Grippe, HIV oder was sonst noch an Ansteckenden Krankheiten unseren Globus bevölkert. Es wir eine Impfung geben. Das sollte Dir noch bekannt sein aus Deutschland und läuft unter Grippe Impfung. Dazu gibt es Medizin die lindert die Symptome. Aber Verschwinden. Du liest Zuviel Trump und den Mist den andere Populisten verbreiten.

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