…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 12. Januar 2020

(zum Bild: Was ein Anzug vom Schneider mit Heiko Eckard zu tun hat)

 

Zur Anprobe – Es ist mal wieder nichts los, was nicht heiszt, dass nichts geschieht. Doch es ist nur das taegliche Murmeltier, und ich sehe mich in keiner Not, darueber live berichten zu muessen. So hab ich Zeit fuer Unbeantwortetes. Zwar gibt es eine Goldene Regel fuer Zuschriften, die man nicht mag, unter keinen Umstaenden darauf zu antworten, man handelt sich nur sinnlose Diskussionen ein. Doch das staut sich mit der Zeit auf und will heraus.

Mitunter bekomme ich Zuschriften, dass einem mein Blog gefaellt und er mich daher treffen und sich mit mir unterhalten moechte. Sage ich da ab, so gab es jemand, der das versteht. Er schreibt mir ab und zu, ohne eine Antwort zu erwarten, und ich halte ihn fuer einen freundlichen Menschen. Da war auch jemand gekraenkt und reagierte auf verschiedene Landsmannschaften anspielend. Da fuehlte ich mich auf den Schlips getreten, denn zwar spreche ich im Blog oefter von Deutschen als meine Leser, womit ich aber Deutschsprachige meine. Ich habe damit kein Problem, andere offenbar doch, und so greift die zitierte Goldene Regel, und ich gehe darauf nicht ein. Die Regel greift auch fuer eine neue Zuschrift, die ich hiermit allgemein beantworte.

Wer mein Blog laenger verfolgt, hat schon oefter gelesen, dass ich mich muendlich schwer tue, und gut unterhalten kann ich mich nur mit jemand, mit dem ich schon ein Pfund Salz gegessen habe. Ich sehe das als eine milde Form von Asperger, weil es mir schwerfaellt, auf andere zuzugehen. Eines der Symptome ist, nicht-sprachliche Signale – Gestik, Mimik, Blickkontakt – bei anderen Personen zu erkennen. Vielleicht hat es ja damit zu tun, dass ich meine Frau fuer’s Leben erst mit Vierzig kennen lernte. Mit ihr bin ich immer noch zusammen, weil sie mit so einem unumgaenglichen Typen wie mich umgehen kann. Auf die Weise habe ich auch nie Freunde gewonnen, sondern die, die ich habe, sind einfach uebrig geblieben, und so soll es weiter sein.

Was nun mein Blog angeht, so freue ich mich ueber jede Zuschrift, die sich auf das Blog bezieht und nicht darueber hinaus will. Werde ich in Klartext und nicht in Emoji oder SMS angesprochen, kann ich wie ein handelsueblicher Mensch reagieren und tue das bei Bedarf auch gern. Ansonsten bitte ich zu bedenken, dass ich kein entlohnter Schreibknecht bin, der sein taegliches Soll zu erbringen hat. Ich hab dies mal ganz ohne Blick auf nicht vorhandene Leser begonnen, um Rodrigo Duterte zu verstehen.

Der Hintergedanke dabei ist, wenn ich ihn verstehe, verstehe ich, wie die Filipinos ticken, denn achtzig Prozent davon stehen hinter ihm. Darunter auch die Verwandschaft meiner Frau zu hundert Prozent, die ich verstehen muss, weil ich in ihr Land gekommen bin. “When in Rome, do as the Romans do”, raet ein englisches Sprichwort.

Dieses Verstehen-Wollen ist ein Charakterzug von mir, der irgendwann zwischen dem sechzehnten und achtzehnten Lebensjahr ausbrach, und der mich zur Philosophie brachte. Das ist eine brotlose Kunst, und so habe ich meine Broetchen mit Mathematik verdient. Das hat auch Spasz gemacht, aber, so wie andere im Keller eine Modell-Eisenbahn haben, ist mir die Philosophie geblieben.

Dabei hatte ich das Glueck, auf einen Lehrer zu stoszen, der nicht zu den modischen Frankfurter Jargonauten gehoerte, sondern der etwas zu sagen hatte: Hans Blumenberg. Ich zitiere ihn oefter hier, und moechte daher diese Ausrede, warum ich auf Freundschafts-Anfragen nicht eingehe, mit einem Zitat von ihm beenden, das ich schon mal zitiert habe. In “Zu den Sachen und zurueck” schrieb er: “Philosophie ist ein Angebot, das nicht ausschlieszen darf, dass die meisten anderes und sogar besseres zu tun haben oder tun zu sollen meinen. Ein Angebot zur Anprobe…“.

Dieses Blog ist ein Angebot zur Anprobe. Habt ihr anderes oder besseres zu tun, gut. Gefaellt es euch, besser. Schreibt ihr mir dazu, wunderbar – aber, wenn ihr zum Schneider geht und euch ein Anzug passt, dann ladet ihr den Schneider auch nicht auf ein Bier ein, um euch mit ihm zu unterhalten. Der Anzug muss genuegen.

 



 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht

Ein Gedanke zu „…aus der philippinischen Presse

  • Januar 12, 2020 um 09:38
    Permalink

    Sir Dieter,

    Danke fuer das Bild. Ich fuehle mich verstanden.

    Heiko

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