…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag (1. Weihnachtstag), den 25. Dezember 2018

(zum Bild: Illusionen)

 

Weihnachtsgeschichte II – Bin etwas spaet dran heute, aber nachdem “Misa de Gallo” vorbei ist, musste ich nicht um 4 Uhr raus, sondern konnte ausschlafen. Die News waren rasch abgehakt: es gab keine. Praesident Rodrigo Roa Duterte hat Sonntag Abend in Davao krebskranke Kinder in einem Hospital besucht und den Weihnachtsmann gegeben. Das hat er schon in seiner Zeit als Buergermeister gemacht, er setzt da einfach eine eigene Tradition fort. Interessant fand ich jedoch heute die Kolumne von Sass Rogando Sasot in “The Manila Times”, die eine Fortsetzung zu Rigoberto Tiglaos gestriger Frage bildet, und die ich als Weihnachtsgeschichte II betrachten will.

Wo Tiglao die Welt aufteilt in das “was falsch und mythisch ist, und das, was wahr und tatsaechlich (oder historisch) ist”, da bezieht Sasot Gegenposition mit den Gedanken, die Max Weber 1917 in einem Vortrag zur “Wissenschaft als Beruf” als “Entzauberung der Welt” dargestellt hat. Die Ansicht, dass man alles, was man wissen wolle, auch durch Wissenschaft herausbekommen koenne, bedeutet, dass es grundsaetzlich keine Geheimnisse gibt, die nur mit “Zauber” erklaert werden koennen. Sasot meint: “Was wir im Prozess der Entzauberung verloren haben ist nicht die Faehigkeit uns verzaubern zu lassen, sondern die imaginaeren Quellen unserer Verzauberung. Was wir verloren ist nicht das Geheimnis, sondern die Illusion.” Und so fragt sie sich, ob wir nicht versuchen sollten, die Welt wieder zu verzaubern. Das ginge aber nicht durch Wiederbelebung der Illusionen, sondern wie Sasot meint dadurch “sich selbst zu gestatten, sich mit sich selbst, mit den Mitmenschen und mit dem Universum gemein zu machen.” Sie sieht in der “Bruederlichkeit” einen Weg, das “transzendentale Reich” zu erfahren, das in uns ist.

Ein schoener Gedanke, der mich leider an “Freiheit, Gleichheit, Bruederlichkeit” erinnert, Losungen der franzoesichen Revolution, die heute Wahlspruch Frankreichs sind, mit denen damals die Herrschaft der Guillotine und heute die Wut der Gelben Westen auf den Straszen verbunden sind.

Die Idee, dies sei ein Weg, das “transzendentale Reich” zu erfahren, ist eben die Illusion, die der Entzauberung der Welt zum Opfer gefallen ist. Und wenn Sasot sich abschlieszend fragt, wie man die Gesellschaft aendern koenne, um dies zu erreichen, so zeigt sich darin die verkehrte Welt ihrer Idee. Wir koennen die Gesellschaft nicht aendern. Die Gesellschaft aendert sich, und wir muessen damit fertig werden.



Gemaesz “ManilaTimes” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.