…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 27. November 2019

(zum Bild: Das Karussell der Bewerber für das Präsidentenamt in 2022 beginnt sich zu drehen.)

 

Nichts Neues – Da die Blaetter hauptsaechlich damit beschaeftigt sind, in Sachen der gewesenen Anti-Drogen Zarin Leni Robredo nachzutreten, was ich unfair finde, auch wenn ich es selbst gestern tat, haette sich mein Blog fuer heute erledigt, waeren da nicht Anmerkungen und Zuschriften von Lesern, die sich (und mich) fragen, wie lange es dieses Blog noch geben wird.

Das weisz kein Mensch, aber…

…solange meine und die Gesundheit von Praesident Rodrigo Roa Duterte uns keinen Streich spielen, werde ich mich an dieser Stelle bis zum 30. Juni 2022 mit dem beschaeftigen, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht. Der letzte Eintrag wird am Tag danach erscheinen.

Dies Blog hat mal anders begonnen, das ist Schnee von gestern, ich hab das Meiste auch geloescht, doch als nach der Wahl 2016 alle Welt meinte, auf den soeben Gewaehlten einpruegeln zu muessen, schon bevor der irgendetwas getan hatte, war es eine normale Reaktion, fuer den “underdog” Partei zu ergreifen und “sachlich” zu berichten.

Inzwischen habe ich mich daran gewoehnt, frueh aufzustehen, die Blaetter zu lesen, mein Blog zu schreiben, zu duschen und Fruehstueck zu machen, weil dann meine Frau aufsteht, und mich danach noch einmal hinzulegen, die Stunde nachzuholen, die mir an Schlaf dann doch gefehlt hat. Das ist so sehr Routine geworden, dass ich neulich beim Fruehstueck ins Gruebeln kam und meine Frau und mich selbst fragte, was ich den ganzen Tag tun werde, wenn mit dem Juni 2022 Dutertes Amtszeit endet. “Na, dann schreibst du ueber den naechsten Praesidenten!” meinte meine Frau.

Das ist aber gar nicht so einfach.

Duterte interessierte mich, weil jeder gegen ihn war und weil er – Jahrgang 45 – ein Jahr aelter ist als ich. Das sehe ich als meine Generation, in die ich mich – hoffe ich – hineindenken kann. Was ist mit Juengeren, oder einer Frau? Viele hoffen auf seine Tochter Sara, die einen nationalen Namen hat, aber – kann ich eine Frau verstehen?

Dann ist da noch ein Problem. Ich habe es oefter zitiert und zitiere es wieder, was Rigoberto Tiglao am 24. Oktober 2016 in seiner Kolumne in der “Times” schrieb: “Wenn Praesident Duterte seine Amtszeit beendet, und ich glaube er wird, und wenn er nicht seine Sicht der Welt und unseres Platzes darin aendert, und ich glaube nicht er wird, werden Gelehrte in der Zukunft die moderne philippinische Geschichte aufteilen in die Periode ‘before Duterte’ (BD) und ‘after Duterte’ (AD).

Wer nachfolgen wird, hat eine undankbare Aufgabe. Unter den philippinischer Praesidenten ist Duterte ein Monument, gegen das wer auch immer nur abstinken kann. Vielleicht ist das der heimliche Grund, warum Duterte selbst seiner Tochter abraet, sich um die Nachfolge zu bewerben. Sie kann nicht so sein wie er, und das wird man ihr vorwerfen.

Und sonst? Wie ich das sehe, bringen sich schon ins Gespraech der Sprecher des Hauses Alan Peter Cayetano, der Senator Panfilo Lacson und die bereits erwaehnte Vize-Praesidentin Leni Robredo, auch wenn sie alle jede Andeutung behutsam vermeiden, wie sich ja auch Sara Duterte-Carpio keine Bloesze gibt und eisern schweigt.

Cayetano gibt den Wichtigtuer, der sich ueberall einmischt und demzufolge ueberall in der Kritik steht – zum Beispiel bei den Suedostasien Spielen, die er mit aller Gewalt an sich gerissen hat. Mit dem Posten als Sprecher des Hauses war das nicht anders, und auch da gibt es wieder Proleme mit dem Hauhalt, dessen Verabschiedung mal wieder auf sich warten laesst, weil – das kennen wir aus dem Vorjahr – “Pork-Fluesterer” Panfilo Lacson Witterung aufgenommen hat, wer da was wo versteckt hat. Das wird so enden wie im Vorjahr, dass es Duterte selbst vorbehalten bleibt, die Schweinereien aus dem Haushalt zu streichen – keiner wird ihm dabei helfen. Und so beklagt er ja auch, dass man da oben allein ist, und dem Land zu dienen, wie er das bei seiner Vereidigung gelobte, sind auszer ihm nur wenige bereit. Der Kongress sieht den Staat nun einmal als Selbstbedienungs-Laden – weshalb sollte das nach 2022 anders sein?

Zu den Damen Robredo und Duterte-Carpio dies. Die erstere demontiert sich selbst, und wenn sie das noch zwei Jahre macht, ist 2022 nichts mehr von ihr uebrig. Die letztere haelt die Klappe, und das ist politisch meist das Beste, wenn man noch nichts zu sagen hat.

Wie auch immer es nach Duterte weitergeht. Folgt man seiner Linie, verliert es als “business as usal” rapide an Interesse. Faellt man aber in alte Muster zurueck, moechte ich nicht der Berichterstatter sein. So bleibt die Einschaetzung von Rigoberto Tiglao: die Amtszeit Dutertes ist jetzt schon historisch, und ich kann sagen, ich bin dabei gewesen.

 



 

Gemaesz “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht.