…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 11. Oktober 2019

(zum Bild: Wirtschaftlichen Unkenrufen zum Trotz von „Experten“ ist das Gegenteil der Fall.)

 

Finanzen… – …sind nicht mein Ding, aber sie sind wichtig, und so muss ich mich ab und an darum kuemmern. Am Montag befasste sich Dan Steinbock in seiner Kolumne in der “Times” mit dem Artikel eines Investment-Analysten im “Forbes”-Magazin von Anfang 2017. Anders Corr sagte damals voraus, dass Praesident Rodrigo Roa Duterte die Philippinen in 5 Jahren in den Bankrott fuehren wird. Da nun die halbe Amtszeit Dutertes um ist, verglich Steinbock das mit der Wirklichkeit: die Schulden des Staates waren leicht gesunken, wo Corr vorausgesagt hatte, sie wuerden um 150 Prozent wachsen. Steinbock schreibt dazu: “Wenn Investment-Analysten Maerkte derart falsch beurteilen, dann werden sie gefeuert, verbannt oder eingesperrt. Nichts davon geschah mit Corr.

Warum?

Steinbock stellt fest, Corr hat enge Beziehungen zu US-Senator Marco Rubio, den auch Ex-Senator Antonio Trillanes gut kennt, und zu dem Geier-Kapitalisten Paul Singer. Das ist jemand der in die Binsen gegangene Staatsanleihen einkauft und aus halb-bankrotten Staaten das letzte Blut presst. Mit dem erworbenen Geld unterstuetzt er Oppositions-Gruppen in Laendern, deren Regierungen nicht seinen Vorstellungen von Demokratie entsprechen, zum Beispiel in Hong Kong oder in den Philippinen, wo er von Maria Ressa und Senatorin Leila de Lima unterstuetzt wird.

In der heutigen Ausgabe des “Tribune” weist ein Leitartikel darauf hin, dass Ressa Werbung fuer den Anti-Duterte-Film “On the President’s Orders” macht, und in ihrer Kolumne dort schreibt Ninez Cacho-Olivares ueber das selbsternannte Opfer politischer Verfolgung – Leila de Lima – die aus der Haft heraus den Obersten Richter Lucas Bersamin kritisiert, der die Forderung von US-Senatoren, de Lima zu entlassen, fuer Einmischung in innere Angelegenheiten der Philippinen haelt. De Lima wettert: “No, Sir. Das ist es nicht. Es geht darum, sich konkret fuer Menschenrechte und Verantwortung einzusetzen. Es ist eine Angelegenheit von Wahrheit und Gerechtigkeit. Diese Prinzipien, die in demokratischen Gesellschaften wie den USA geehrt werden, werden vom zunehmend autoritaeren Duterte-Regime wie Muell weggeworfen.

Mich wundert, wie eine “politisch Verfolgte” das in die Blaetter bringen kann, wo es doch laut Ressa hier keine Pressefreiheit gibt – irgendwer luegt, doch bleiben wir bei den Finanzen!

Es ist nicht nur Steinbock, der die Philippinen in einem anderen Licht sieht. Die Denkfabrik EIU (Economic Intelligence Unit) in London wuerdigt laut einem Leitartikel des “Tribune” von gestern “…die Konsequenz der Politik von Praesident Rody Duterte, der Sozialpolitik Vorrang vor den Auszenbeziehungen einzuraeumen.” EIU haelt dessen Wandel in der Auszen-Politik gegenueber seinem Vorgaenger fuer “bemerkenswert”. Damit befasst sich auch der heutige Leitartikel der “Times” aus der Feder von Rigoberto Tiglao, der darin den Beginn einer “neuen Aera” erkennt. EIU meint weiterhin, dass auch die Verweigerung von Krediten von Staaten welche die Island-Resolution stuetzen, nicht schaedlich fuer die Philippinen sei. Die Duterte-Regierung liege da richtig, wenn sie den Einfluss ignoriert: “Der Gesamtwert auslaendischer Entwicklungshilfe belief sich Ende 2018 auf 2,2 Mrd US-Dollar. Die Unterzeichner der Island-Resolution hatten einen Anteil von 490 Mio US-Dollar, was 0.2 Prozent des nominalen Brutto-Inlands-Produktes entspricht.” Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht sei das “nicht hinreichend die Regierung zu beunruhigen.

Bei “PNA” finde ich einen Kommentar zur letzten Umfrage von SWS (Social Weather Stations), die Duterte eine “sehr gute” Amtsfuehrung bescheinigt. Der Analyst  Edmund Tayao der Ateneo de Manila University weist darauf hin, dass reiche Filipinos Dutertes Wirtschafts-Politik durchaus wuerdigen: “Die Oberschicht anerkennt die Effektivitaet des Umgangs der Regierung mit der Wirtschaft.

Ich will mich da nicht tiefer reinknieen, entnehme aus den verschiedenen Beitraegen aber, dass miese Vorhersagen offensichtlich aus Quellen stammen, die an miesen Verhaeltnissen interessiert sind, dass die Kritik der Opposition, die Reaktion auf die Island-Resolution werde spuerbare “Verluste” einbringen, unrealistisch ist, und dass nicht nur die Habenichtse Duterte gut finden. Er hat Anhaenger auch bei den Wohlhabenden hier, und mir gefaellt, dass das im Westen bemerkt wird.

Tut mir Leid… – …dass ich neulich ein im Netz geisterndes Blog zu einer ernsten Erkrankung Dutertes ziemlich von oben herab abgefertigt habe, wozu mich auch das schlechte Google-Deutsch des Artikels reizte. Ich schrieb zu Dutertes “Myasthenia gravis” am Mittwoch: “…es ist nicht ansteckend, davon stirbt man nicht…

Das erste ist richtig, das zweite ist falsch.

In der gestrigen Kolumne von Emil Jurado im “Standard” erfuhr ich: “Der Milliardaer Aristoteles Onassis starb an dieser Krankheit”, was die englische Ausgabe der “Wikipedia” bestaetigt. Die deutsche Ausgabe spricht da nur von einer Lungenentzuendung, sagt aber nicht wie die englische, dass dies “…eine Komplikation der Myasthenia gravis war, woran er in [Onassis] den letzten Jahren seines Lebens litt”.

Aus der englischen “Wikipedia” lerne ich weiter: “Die Prognose von MG-Patienten ist in der Regel gut, ebenso die Lebensqualitaet bei sehr guter Behandlung. In den fruehen 1900er Jahren betrug die mit MG verbundene Mortalitaet 70%; jetzt wird diese Zahl auf 3-5% geschaetzt, was auf ein erhoehtes Bewusstsein und Medikamente zur Behandlung der Symptome zurueckzufuehren ist.” In der deutschen “Wikipedia” heiszt es zu der Erkrankung: “Bleiben nur die Augenmuskeln betroffen, ist die Prognose gut und mit medikamentoeser Therapie beherrschbar.” Breitet sich das im Koerper aus, gilt jedoch die Aussage der englischen “Wikipedia”.

Wie man sieht, habe ich nicht nur von Finanzen, sondern auch von Medizin keine Ahnung. Ich lerne aber gern dazu und hoffe, dass der Praesident von seinen Aerzten gescheit behandelt wird, sodass ich mir keine Sorgen machen muss.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Daily Tribune”, “PNA”, “Manila Standard”, “Wikipedia” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.