…aus der philippinischen Presse

 

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PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 20. Mai 2019

(zum Bild: Präsident Rodrigo Roa Duterte nennt Journalistin Ellen  Tordesillar jounalistische Hure)

 

Praesident Rodrigo Roa Duterte… – …wurde nicht mit “cardiac or respiratory arrest ~ Herz- oder Lungenversagen” unter “blue code” in das Cardinal Santos Medical Center in San Juan City eingeliefert, wie Social Media gemeldet haben sollen. Dies versicherten Salvador Panelo, Sprecher des Praesidenten – “ich sprach soeben mit ihm” – als auch Salvador Medialdea, Staatsminister – “er ist wahrscheinlich in seiner Unterkunft und ruht sich aus” – wie auch “Bong” Go, Immer-noch-Assistent des Praesidenten, der dazu auch gleich ein Foto von Duterte und sich selbst bei gemeinsamen Studium sonntaeglicher Zeitungen ins Netz stellte.

In Bezug auf Falschmeldungen ueber ihn sprach Duterte von Ellen Tordesillas, Praesidentin von “Vera Files”, “fact-checker” von Facebook, als einer “journalistischen Prostituierten”, die von wem auch immer bezahlt Luegen ueber ihn verbreitet. Diesen Ausdruck aufgreifend ist es als praesidiales Zitat, und nicht als Beleidigung zu verstehen, wenn ich Francisco Tatad, einst Kolumnist bei der “Times”, einen “journalistischen Stricher” nenne, der zuerst eine Abwesenheit Dutertes nach Weihnachten 2016 mit dem Aufenthalt in einem Krebs-Krankenhaus – und mit einer dazu passenden Krankheit – in Verbindung brachte. Duterte erklaerte das spaeter mit Entfernung einer nachgewachsenen Vorhaut, eine Erfahrung, die ich letztes Jahr inklusive Operation selbst machen konnte.

Da ich nur ein Jahr juenger bin als der Praesident, der einige Gebrechen hat, erlebe ich an mir selbst an anderen Gebrechen, was das Alter mit einem macht. Ich habe seit 2004 einen Stent, schlucke Tabletten, und seit meiner Auszeit Anfang des Monats sind ein paar Tabletten dazugekommen, sodass ich jeden Monate fuer knapp 4 Tsd Peso Medizin konsumiere. Das gehoert zum taeglich Brot, und ab und zu kommen Vertigo-Anfaelle dazu. Ich habe mein Leben umgestellt, meide nun Bier, Zucker und Fett, soweit das moeglich ist, und hoffe, dass mein Koerper nicht noch teurer wird.

So verstehe ich, dass aeltere Menschen wie Duterte und ich ab und zu Abstand von stressiger Arbeit brauchen. Ich sag dann zu meiner Frau: “Ich mach jetzt ein Paeuschen, Maeuschen.” Was Duterte sagt, weisz ich nicht, deshalb kommt es ja auch immer zu diesen daemlichen Geruechten.

 



 

Auf der anderen Seite wissen wir, dass Praesident Duterte ein Aktenfresser ist. Im Gegensatz zu US-Praesident Donald Trump, mit dem Duterte gern verglichen wird, der Geruechten zufolge nichts liest, was ueber eine Power Point-Seite hinausgeht, arbeitet Duerte sich in Vorgaenge ein und bildet sich eine Meinung, bevor er – nach Beratung im Kabinett – zu einer Entscheidung kommt.

So versteht sich, dass Trump Fetzen in die Welt twittert, die Basis seiner zusammenhanglosen Politik. Duterte kann auch “Fetzen”, wenn er durch’s Land tourt und zu seinem Volk spricht. Da redet er, wie Trump twittert, was nach dem Rat von Harry Roque nie woertlich, doch stets ernst zu nehmen ist. Bei Trump weisz man das nicht so genau, mit Duterte kennen die Leute sich hier aus und nehmen ihn, wie es gemeint ist. Dazu gibt es heute wieder mal eine lesenswerte Kolumne von Rigoberto Tiglao in der “Times”, in der er die grosze Kluft erklaert, die zwischen dem Weltbild der hiesigen Elite und dem der 80 Prozent der Menschen gaehnt, die fuer Duterte sind und bei den Zwischenwahlen so gestimmt haben. Tiglao sieht einen entscheidenen Unterschied in der “Lebensform” – er uebernimmt den deutschen Ausdruck – von Leuten, die das Elend der Drogen in ihren Staedten und Gemeinden erlebt haben, es Leid und Duterte fuer seinen Drogenkrieg dankbar sind, weil man wieder ueber die Strasze gehen kann, und jenen abgehobenen Kreisen, die in bewachten Gettos ein Leben fern der Probleme der Massen fuehren. Darueber schreiben sie gemaesz den Bildern, die sie sehen wollen und produzieren so Artikel wie Sheila Coronel, Dekan einer US-Journalisten Schule, mit dem Titel “A presidency bathed in blood”.

Das fuehrte zu Auswuechsen auch in der deutschen Presse, als Vanessa Vu am 3. August 2016 in der “Zeit” unter dem Titel “Im Rausch der Selbstjustiz” mit dem mir unvergesslichen Satz begann: “Auf den Straszen der Philippinen sammeln sich jede Nacht die Leichen.” Ich konnte das nicht beobachten und nahm das zum Anlass, mich hinter Duterte zu stellen, denn solche Artikel sehe ich – in Dutertes Worten – als “journalistische Prostitution”. Ich habe mich damals aufgeregt, ist nicht gut fuer die Gesundheit, was sich daher gelegt hat. Ich lese das nicht mehr, und so verstehe ich auch nicht, dass im Netz immer wieder daemliche Artikel aus D-A-CH zitiert werden, nur um sich dann in wuesten Kommentaren darueber aufregen zu koennen. Das ist wie im Huehnerhof unseres Nachbarn: regt ein bloedes Huhn sich auf, so gackern sie am Ende alle. Massen-psychologisch kann man das als soziale Trieb-Abfuhr verstehen. Deutsche Zeitungen lese ich nur, wenn ich etwas ueber Deutchland wissen will.

Ich lese auch “Rappler” und “Inquirer” nicht mehr. Den “Standard” habe ich gestrichen, seit Jojo Robles zur “Times” gewechselt hat. Allerdings habe ich seit einiger Zeit nichts von ihm gelesen, wie auch nicht von Getsy Tiglao im “Bulletin”. Ich hoffe, den beiden geht es gut. Waeren sie Praesidenten, gaebe es sicher schon Krank- oder Tot-Meldungen in Social Media.

 



 

Aus dem Ausland schaue ich regelmaeszig in die “Straits Times”, die “Bangkok Post” und die “South China Morning Post”. In der “SCMP” lese ich allerdings keine Artikel von Raissa oder Alan Robles. Das sind “journalistische Prostituierte und Stricher” gegen Duterte, die hoffentlich mit Jojo Robles, den ich lese, weder verwandt noch verschwaegert sind.

Heute ist in der “SCMP” ein Artikel von Gerald Tan, Direktor eines Suedost-Asien-weiten politischen Beratungs-Instituts, mit dem Titel: “Es gibt einen klaren Gewinner der philippinischen Zwischen-Wahlen: Rodrigo Dutertes Beliebtheit.” Er fuehrt fuenf Punkte ins Feld.

Erstens die Popularitaet des Praesidenten. Zweitens die Popularitaet des Drogen-Krieges. Drittens dass das Thema der Steuerreform, das “Otso Diretso” als Desaster anfuehrte, die armen Leute aber nicht interessierte, weil die eh keine Steuern mehr zahlen nach der Reform. Viertens hatte die Gegenbewegung keinen Kopf; “Bam” Aquino nuetzte es nichts, Cousin eines gewesenen Praesidenten zu sein, und Mar Roxas ist halt der Verlierer von 2016, der es gegen Duterte nicht schafft.

So kommt Tan zu dem fuenften Punkt: “Es war eine gute Nacht fuer Duterte – doch das heiszt nicht, dass er eine Dampfwalze gewonnen hat.” Der Senat wird Dutertes Lieblings-Thema “Foederalismus” nicht einfach durchwinken, und die Senatoren werden auch eigene Interessen im Auge haben, denn in drei Jahren sind ja schon wieder Wahlen.

Saysay sa adlaw – Magpataas sa kamot ang dunay pangutana. 

taas hoch, oben + magpa… Z/M magpataas wird, kann hochheben, sa von, kamot Hand, ang best. Art., dunay ~ aduna ang haben, da sein + best. Art., kutana fragen + pa… bildet Substantiv verschliffen zu pangutana Frage

Satz des Tages – Wer eine Frage hat soll seine Hand heben.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “South China Morning Post” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.