…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 07. Januar 2019

(zum Bild: Andaya – Diokno und in-laws profitierten)

 

Follow the money!”… – …ist der populaer gewordene Tip von “deep-throat” an Bob Woodward (Robert Redford), der in dem Film von 1976 “All the President’s Men ~ dt. Titel: Die Unbestechlichen” mit Carl Bernstein (Dustin Hoffman), beide von der “Washington Post”, die Watergate-Affaere aufklaerte, die mit dem Ruecktritt von US-Praesident Richard Nixon endete. Und wenn “The Manila Times” heute Schlagzeile, Leitartikel und Kolumne von Rigoberto Tiglao und Francisco Tatad das als Thema haben, dann kann ich mir nicht aussuchen, worueber ich schreibe, dann muss ich mich auch mit dem leidigen Geld befassen.

Die “flood control”-Affaere brachte Mehrheitsfuehrer Rolando Andaya in’s Rollen, als er am 11. Dezember 2018 Haushalts-Minister Benjamin Diokno bei einer Fragestunde des Hauses zu angeblichem “pork” befragte, was peinlich wurde, als Diokno zugab, dass fuer das DPWH (Department of Public Works and Highways) 75 Mrd Peso dem Haushalt hinzugefuegt wurden. Andaya hakte sofort nach: es gab also eine Einfuegung? Diokno: “Sie koennen das nicht Einfuegung nennen, weil es Teil des Budget-Vorbereitungs-Prozesses ist. Das ist keine Einfuegung.” Das kam schlecht an, denn Andaya gab bekannt, dass er eine Einfuegung von nur 51 Mrd Peso mit Praesident Rodrigo Roa Duterte diskutiert haette: “Der Praesident sagte mir, dass er damit nichts zu tun habe, und ich moege Sie fragen.” Nun seien es 75 Mrd Peso. Diokno protestierte, der Praesident wisse um diese hoehere Einfuegung. Andaya: “Also hat er mich angelogen? Er ist ein Luegner?” Das machte Diokno sprachlos.

Am 3. Januar beraumte Andaya als Leiter des Committee on Rules eine Untersuchung des Hauses an, um dieser “Einfuegung unter pork-Verdacht” fuer “flood control”-Projekte in Bicol nachzugehen, wozu nicht nur Yen Makabenta damals in seiner Kolumne in der “Times” Fragen hatte. In der Untersuchung wurde nicht klar, wer die “in-laws” des Haushalts-Ministers tatsaechlich sind, die angeblich von dem beguenstigt wurden. Nach der Definition der “in-laws” fragt auch der heutige Leitartikel der “Times” und schlaegt vor, Andaya moege sich ein gutes Englisch-Woerterbuch kaufen, denn “in-laws” von Diokno waeren Eltern und Kinder von dessen Frau. Andaya zielt aber auf die “in-laws” von Dioknos Tochter Charlotte.

Ein Anwalt von Casiguran Mayor Edwin Hamor, der kein “in-law” von Diokno ist, aber ein Nutznieszer dieser Projekte sein soll, fragt dazu, warum Andaya als einen seiner Beweise einen Bank-Beleg vorzeigte, bei dem der den Namen des Einzahlers abdeckte. Von wem kommt also das Geld tatsaechlich? “Follow the money!

Komisch findet Rigoberto Tiglao in seiner Kolumne, dass das Kabinett Diokno im Regen stehen laesst. Der Chef von DPWH, Minister Mark Villar, unter dem die beguenstigten Projekte angesiedelt sind, sagt gar nichts – warum? Gibt es im Saubermann-Kabinett von Praesident Duterte noch ein korruptes Mitglied? Diokno sagt, dass Andaya alles falsch versteht. Tiglao, der Diokno seit den 80er Jahren kennt, schrieb ihn vor Tagen an, und Diokno versprach sich dazu zu erklaeren. Tiglao bekam aber keine Antwort vor Redaktions-Schluss fuer seine Kolumne – “Warum wollte Diokno die Gelegenheit nicht nutzen, seine Seite zu erklaeren, und das gegenueber jemandem, den er kennt?

Francisco Tatad erwaehne ich hier nur, weil der Anreiszer fuer seine Kolumne auch auf der Titelseite der “Times” ist. Er findet in der Kolumne, in der er sich breit mit dem Mord an Batocabe befasst, der ja auch in Bicol stattfand, in einem Nachklapp dann, dass Andayas Untersuchung nicht in dessen Zustaendigkeit als Leiter des Committee on Rules faellt. Das wisse er, Tatad, genau, weil er unter 5 Senats-Praesidenten Mehrheits-Fuehrer war, und zitiert dazu aus dem Regelwerk fuer Committees. Ich lese Tatads Kolumne sonst nie, und heute fand ich auch wieder – warum.

Mir ist nicht klar, warum neben allen moeglichen Vertretern der benannten Firmen, eine Vorladung auch an Dioknos Tochter Charlotte erging, und sie solle ihre SALNs (Statement of Assets, Liabilities and Net Worth) gleich mitbringen. Sie ist Universitaets-Professorin und mit Jojo Sicad, dem Sohn von Sorsogon Vize-Gouverneur Ester Hamor aus deren erster Ehe verheiratet. Andaya will wissen, ob in ihrer SALN der Anteil ihres Gatten Jojo an Aremar Construction enthalten ist, einer der beguenstigten Firmen, die den Hamors gehoert. Bei SALN klingelt es bei mir wieder – Fake-Richterin Maria Lourdes Sereno stuerzte ueber fehlende SALNs. Soll das auch hier funktionieren? Und was haette Haushalts-Minister Diokno mit den SALNs seiner Tochter  zu tun? Das erinnert wieder an die Taktik des Senators Antonio Trillanes. Als der Duterte nicht an die Karre fahren konnte, griff er eben dessen Sohn Paolo an.

Was wem gehoert und wer welche Anteile haelt, ist sehr undurchsichtig und ich will mich da auch nicht durchbuddeln, sondern warte die Untersuchung ab, von der leider nirgends gesagt wird, wann sie stattfindet. Jetzt muss ich wieder jeden Tag zappen, wo da eventuell etwas uebertragen wird.

Gemaesz “ManilaTimes” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.