…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 02. März 2019

(zum Bild: Gegen Janette Garin und Weitere wurde Anklage erhoben.)

 

Anklage erhoben – Das DOJ (Department of Justice) erhebt Anklage im Dengvaxia-Skandal gegen die Ex-Gesundheits-Ministerin Janette Garin und andere wegen fahrlaessigen Verhaltens mit Todesfolge. Ich zaehl die nicht auf, es sind rund 20 Beteiligte aus dem DOJ, von Sanofi Pasteur, von der Food and Drug Administration und dem Research Institute for Tropical Medicine. Fuer mich ist Garin die Hauptschuldige in der Angelegenheit, weil sie als studierte Aerztin wissen musste, was sie da tut.

Die Angeklagten umgingen alle Vorschriften zur Zulassung eines neuen Medikaments, sie kuemmerte nicht, dass Sanofi in etlichen Laendern wegen seiner Methoden Prozesse am Hals hat, es gab keine Studien zur Sicherheit des Medikaments, beim Einsatz gab es keine Untersuchung, ob die Impflinge die Voraussetzungen erfuellten, eine Massenimpfung wurde gestartet, ohne zuerst eine ueberschaubare Gruppe zu impfen, man kuemmerte sich nicht um die Beobachtung nach der  Masznahme und alles wurde in groeszter Hast durchgepeitscht, um bei der Wahl 2016 gut dazustehen.

Ob Garin sich hat hineinziehen lassen oder selbst treibende Kraft war, weisz ich nicht. Doch eine Aerztin haette sich nicht auf ein derartiges Hals-ueber-Kopf-Experiment an 800 Tsd Kindern einlassen duerfen. In einem Interview mit “CNNPhil” sieht Garin dem Prozess ruhig entgegen. Es gebe keinen wissenschaftlichen Beweis, dass die Impfung mit Dengvaxia die Todesursache sei.

 



 

Dies ist in der Tat strittig, und ich fuerchte, das wird eine harte Nuss fuer das Gericht. Eine Kugel im Kopf, die aus der Waffe mit den Fingerabdruecken des Angeklagten stammt, ist ein einsichtiger Kausal-Zusammenhang. Ob aber multiples Organversagen bei inneren Blutungen durch eine Impfung vor zwei, drei Monaten ohne Impf-Protokoll oder aber durch den Stich einer Muecke verursacht wurde, ist ein diffiziler darzulegender Sachverhalt, denn man kann an Dengue auch sterben, ohne vorher mit Dengvaxia geimpft worden zu sein.

Das wird eine endlose Gutachter-Schlacht, die die Eltern der verstorbenen Kinder mit verstaendnislos offenem Mund verfolgen und sich fragen werden: worum geht es hier eigentlich? Vielleicht werden sich einige dann an Senatorin Risa Hontiveros wenden und bei ihr anfragen was da los sei. Der war doch klar, dass Sanofi dafuer bezahlen wird, und jetzt heiszt es, dass man nichts beweisen kann?

 



 

Duterte in die USA? – In allen Blaettern ist der Besuch des US-Auszen-Ministers ein Thema, auch in der “Straits Times” und der “South China Moning Post”, und natuerlich geht es darum, ob die USA die Philippinen verteidigen, wenn die von China angegriffen werden, und ob man dafuer den MDT (Mutual Defense Treaty) von 1951 aendern muss, und was weisz ich. Das laesst mich alles kalt, denn ich bin der Meinung, die Ricardo Saludo schon vor einer guten Woche aeuszerte. Wenn hier chinesische Truppen einmarschieren, werden die USA sowieso eingreifen, weil sie sich geo-politisch einbilden, sie waeren fuer die Weltordnung verantwortlich, und da duerfen sie China nicht zu maechtig werden lassen. Also: regt euch nicht auf.

Mich interessieren zwei Punkte bei den Meldungen. Der eine ist, dass wieder von einem moeglichen Besuch Dutertes in den USA die Rede ist, wo er und Trump sich doch so gut verstehen. Im Moment nicht, aber nach den Wahlen im Mai vielleicht. Neuere Meldungen weichen das wieder auf, dass der Praesident die Temperaturen dort nicht abkann und laengere Fluege nicht mag (was ich nachvollziehen kann). Die wichtigere Frage ist aber wohl: ist Donald Trump dann noch US-Praesident? Falls nicht, will Duterte sich mit Mike Pence unterhalten?

Der andere Punkt ist mein Reizthema. Zu dem Gespraech Duterte mit Pompeo wusste der Sprecher des Praesidenten, Salvador Panelao, zu berichten: “Ich erinnere, als der Praesident darueber sprach, was er fuer dieses Land tut, auch in seinen strittigen Unternehmen und seinem Fluchen, da sagte der Auszen-Minister, Sie sind grad wie unser Praesident. Wir lachten alle.

Ich lache auch. Es gibt keine zwei Menschen auf dieser Welt, die entgegengesetzter sind als diese beiden. Der eine tut alles fuer sich, der andere tut alles fuer sein Land. Dass das den Ja-Sagern der jeweiligen Regierungs-Teams nicht auffaellt, ist nicht tragisch. Mich wundert, dass Duterte das nicht merkt – oder laesst er sich nur nichts anmerken? Ich meine, er ist ein Asiate, chinesischer Groszvater, Groszmutter von den Maranaos, typisch Filipino, von allem ein biszchen, die lassen sich nicht in die Karten schauen. Bleibe ich im Bild, so blufft Trump nur, und so langsam weisz das nun jeder – auszer ihm selbst.

 



 

Momo – Die NTC (National Telecommunications Commission) beruft ein Treffen ein, um der “Momo-Challenge” im Internet zu begegnen, durch die ein Kind angeblich in den Selbstmord getrieben wurde. Ich kenne die Anwendung nicht, ich sehe nur, dass Senatorin Risa Hontiveros Ratschlaege dazu gibt: “…ich ermutige ausdruecklich meine Mit-Eltern (fellow parents) zu ueberwachen, was unsere Kinder auf verschiedenen Plattformen von Social Media anschauen und stets mit ihnen kommunizieren, um Schaden zu vermeiden…” Aehnlich aeuszerte sich ein Sprecher der PNP (Philippine National Police).

Wie gesagt, ich kenne “Momo” nicht. Ich sehe nur in meiner Umgebung, was “man vom Internet weisz”. Wissen Eltern, wie man die Historie des Browsers anschaut? Wissen die Kinder, wie man die Historie loescht? Wissen die Kinder vielleicht, wie man in einem Inkognito-Fenster die Historie ausschaltet, sodass gar nicht erst protokolliert wird, wo sie sich herumgetrieben haben?

Das sollten Eltern schon wissen, denn sie koennen sich nicht den ganzen Tag neben ihre Kinder setzen und denen ueber die Schulter schauen. Und wenn sie alle moeglichen Seiten und Zugriffe auf ihrem PC verhindern – wofuer gibt es Internet-Cafes und Freunde, die auf ihren Geraeten noch ein “freies Netz fuer freie Buerger” haben?

Momo” muss als “Schadsoftware” wie ein Virus oder Trojaner technisch verhindert werden, wenn man sich da einig ist, alles andere ist Augenwischerei. Dem User kann man das nicht an’s Bein binden, und aufklaerende Gespraeche, dass das nicht die wirklich wahre Welt ist, sind illusorisch, wenn schon die Eltern da nicht genau unterscheiden koennen. Und heute wissen Kinder oft mehr ueber das Netz als ihre Eltern.

 



 

Saysay sa adlaw – “Sorry gabii nga sa imong pagtawag, natulog na mi. Ngano man di-ay to, Ding?” “Wala man ko nitawag, Ate!

Sorry gabii nga sa imong pagtawag… – sorry (engl.) tut mir Leid, gabii Abend, nga Verbinder, sa von, imong ~ imo nga imo Genitiv von ikaw du, tawag rufen, anrufen + Vorsilbe pag macht Substantiv pagtawag Anruf ~ Tut mir Leid wegen deinem Anruf am Abend…

…natulog na mi. – tulog schlafen + Vorsilbe na Vergangenheit/Gegenwart natulog hat geschlafen, na schon, mi kurz fuer kami exklusives wir (ohne euch) wir ~ …wir haben schon geschlafen.

Ngano man di-ay to, Ding? – ngano warum, man Betonung, di-ay ~ di-a ang hier ist der, die, to kurz fuer kadto das, jenes ~ Warum war das, Ding?

Wala man ko nitawag, Ate! – wala kein, nicht, man Betonung, ko kurz fuer ako ich, tawag rufen, anrufen + Vorsilbe ni V/G nitawag hat angerufen, ate Respektsanrede fuer aeltere Schwester, gleichaltrige Frau ~ Ich hab nicht angerufen, Ate.

Satz des Tages – “Tut mir Leid wegen deinem Anruf gestern abend, wir haben schon geschlafen. Warum hast du denn, Ding?” “Ich hab nicht angerufen, Ate.”

 



 

Gemaesz “ManilaBulletin”, “PhilStar”, “CNNPhil”, “ManilaTimes”, “StraitsTimes”, “SCMP”, “DailyTribune” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

2 Gedanken zu „…aus der philippinischen Presse

  • März 2, 2019 um 13:07
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    Du schreibst er tut alles für sein Land. Er tut tatsächlich einiges Gutes wie zum Beispiel umwelttechnisch.
    Ich weiß dass Du keine negativen Dinge über ihn magst. Aber er treibt mit seinen Vorhaben (welche prinzipiell gut sind aber nicht bezahlbar) in den Staatsbankrott und verursacht noch mehr Arme. Es geschieht auch hier wie in vielen anderen Ländern. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer weiter.

    • März 4, 2019 um 04:42
      Permalink

      Der Anwurf ist mir zu theoretisch. Die Schere zwischen Arm und Reich oeffnet sich ueberall. In welchem System tut sie das nicht? Beispiel?

Kommentare sind geschlossen.