…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 07. Februar 2019

(zum Bild: Auswirkungen des Dengvaxia Skandal der Aquino-Regierung)

 

Al Capone… – …konnte man die Morde, die auf sein Konto gingen nicht nachweisen, er kam nur wegen Steuer-Hinterziehung hinter Gitter. So etwas in der Art erwarte ich auch im Dengvaxia-Skandal.

Der Gesundheits-Ausschuss des Hauses empfahl in seinem Bericht gegen Ex-Praesident Benigno Aquino, Ex-Budget-Minister Florencio Abad und Ex-Gesundheits-Ministerin Janette Garin wegen Schiebung, Korruption und grobem Fehlverhalten zu ermitteln. Aquino hatte gesetzwidrig 3,5 Mrd Peso fuer den Kauf aus Einsparungen freigegeben, die im Budget nicht vorgesehen waren. Abad hatte die Freigabe gefordert, was er auch nicht durfte. Garin war schlieszlich verantwortlich fuer den Einsatz eines nicht zugelassenen Medikaments, was sie durch “Abkuerzung” des Dienstweges umging.

Weniger Aussichten auf Erfolg haben dagegen die bisher 30 Anzeigen gegen Garin wegen fahrlaessiger Toetung von Kindern, die nach Impfung mit Dengvaxia verstarben. Eine Gruppe von Experten der University of the Philippines und des Philippine General Hospital widersprach den Befunden, die das forensische Team unter Erwin Erfe auf Weisung der Anklaegerin Persida Acosta herausgab, und die die Impfung in Kausal-Zusammenhang mit dem Tod der Kinder durch Dengue sahen. Genau diesen Zusammenhang sehen die Experten nicht, und das sind erhebliche Zweifel an der Beweiskraft. Die Verteidigung Garins wird darauf groszen Wert legen, sodass ich eine Verurteilung kaum erwarte – “in dubio pro reo ~ im Zweifel fuer den Angeklagten.



Schlimm genug wie es ist, dass die Gefaehrdung des Lebens von 800 Tsd Kindern so wohl ungesuehnt bleibt, sondern nur Schiebung und Korruption Erfolg haben koennen, so ist der durch den Skandal bewirkte Rueckgang von Schutz-Impfungen weit katastrophaler. Im “PhilStar” lese ich: “Das San Lazaro Hospital – eine bekannte Einrichtung fuer infektioese Krankheiten – sah allein im Januar 1.240 Faelle von Masern, wobei 47 Patienten der Krankheit erlagen, gemaesz einem Bericht von GMAs ’24 Oras’.” Den Rueckgang von Impfungen nahm Praesident Rodrigo Roa Duterte bei Grundsteinlegung eines neuen Krankenhauses Ende Januar zum Anlass, in einer Rede zu sagen: “Es ist alarmierend fuer die Regierung, wenn die Menschen vor der Impfung ihrer Kinder zurueckschrecken.” Inzwischen hat das DOH (Department of Health) offiziell den Ausbruch der Masern (engl. measles, tag. tigdas, vis. tipdas) in Metro Manila und Central Luzon festgestellt. Die Fallzahlen diesen Januar sind gut 5-mal so hoch wie vor einem Jahr. Das muesste nicht sein, da laut Childhood Immunization Schedule Kinder im Alter von 9-12 Monaten gegen Masern geimpft werden. Das weisz man, denn bei jedem Kinderarzt haengt ein Impfkalender an der Wand, wenigstens hing der im Wartezimmer als ich unseren Sohn mit seiner Juengsten einmal zur Kinderaerztin begleitete. Das alles kann man gar nicht “nicht wissen”.

Vize-Praesidentin Leni Robredo fordert die Duterte-Regierung auf, das Vertrauen in die Impfungen wieder herzustellen. Sie meint, die Faelle von Masern haetten vermieden werden koennen, haetten nicht “verantwortungslose Kommentare und Anklagen das oeffentliche Vertrauen in das Immunisierungs-Programm der Regierung unterhoehlt.” Es waren doch ihre Partei-Freunde Aquino, Abad und Garin, die verantwortungslos 800 Tsd Kinder gefaehrdeten, nur um fuer die Wahl 2016 gut auszusehen, in der sie ja – manche bezweifeln das – zur Vize gewaehlt wurde. Und die Faelle von Masern heute mitverschuldet zu haben, kann Robredo ihrer Parteifreundin Janette Garin als studierter Aerztin zuschreiben. Eine Aerztin sponsort ein nicht zugelassenes Medikament fuer eine Massen-Impfung, damit ihre Partei die naechste Wahl gewinnt! Da dreht sich mir den Magen um, und das ganz besonders, weil diesen Vertrauens-Verlust jeder zwar personell zuordnen, damit aber als Kausal-Zusammenhang nicht vor Gericht gegen diese Personen gehen kann.

Und Leni Robredo hofft in Anbetracht der Impf-Angst, dass “Bedenken wie diese nicht politisiert werden, weil hier das Leben der Kinder auf dem Spiel steht.” Wie blind darf eine Kuh eigentlich sein?

Bleibt zu hoffen, dass gegen die genannten Personen zeitig “hold departure orders” ausgestellt werden, nicht dass die sich wie der ehemalige Comolec-Chef Andres Bautista in die USA absetzen und Atteste von befreundeten Aerzten ausstellen lassen, dass aus gesundheitlichen Gruenden der Rueckflug nicht ratsam ist. Sie sollten wenigstens die Strafe fuer Schiebung und Korruption absitzen, denn das kann man nachweisen.



Gemaesz “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.