…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 03. Dezember 2018

(zum Bild: Stoppt die Ausnutzung unserer Kinder, sagen die Stammesführer der Lumad zu Satur Ocampo)

 

Nichts Neues… – …von Praesident Rodrigo Roa Duterte, woran mich wundert, dass Francisco Tatad, der Plauderonkel der “Manila Times” nicht wieder eine Krankheit hinter dessen Abwesenheit entdeckt hat. Er war es, der Krebs-Geruechte in die Welt setzte, als Duterte Ende 2016 fuer einige Zeit aus den Medien verschwunden war. Es war aber nur die Entfernung der nachgewachsenen Vorhaut.

Dafuer waren sich am Wochenende die Damen von “CNNPhil” nicht zu bloed in einer Sendung mit 8 Kandidaten fuer den Senat diese Frage zu stellen: “Die Verfassung fordert, dass die Oeffentlichkeit im Falle schwerer Krankheit des Praesidenten der Philippinen informiert werden sollte – sollte der Praesident die Herausgabe eines medizinischen Bulletins gestatten?

Alle 8 Kandidaten – Gary Alejano, Bam Aquino, Ronald dela Rosa, Chel Diokno, Francis Tolentino, JV Ejercito, Juan Ponce Enrile, Sergio Osmeña – sagten “ja”, was dem “Inquirer” eine Meldung wert war. Wie die Frage gestellt war, konnten sie nur “ja” sagen, sonst wuerden sie dem Praesidenten raten, gegen die Verfassung zu verstoszen. Gemeint war die Frage aber so, wie oefter von Kritikern gefordert, Duterte solle regelmaeszig ein medizinisches Bulletin herausgeben, ob er nun schwer krank ist oder nicht.

Das sieht Duterte nicht so, ich auch nicht, und deshalb zu der anderen Meldung heute.



Die Ungehoerten – Ich schrieb neulich, dass die Lumad die ewig Gekniffenen dieses Landes sind. Das scheint im Falle von Satur Ocampo und France Castro, denen Kidnapping von minderjaehrigen Lumad vorgeworfen wird, auch wieder der Fall zu sein. Die beiden und ihre 16 Helfer sind auf Kaution frei, die 1,44 Mio Peso insgesamt waren rasch bereitgestellt, und in den Medien melden sich alle moeglichen Leute, die um die Freiheit von Ocampo & Co besorgt sind, nicht aber um das Schicksal der minderjaehrigen Lumad.

Das sei hier nachgetragen. Will man wissen, was von der Seite gesagt wird, muss man aber suchen. Ich habe nur eine Meldung der “PNA ~ Philippine News Agency” gefunden, die sich damit befasst.

Bai Pilar Libayao, Repraesentantin der Lumad, stellte Ocampo in der Polizei-Station zur Rede und sagte: “Wir haben groszen Respekt fuer euch, aber respektiert ihr uns? Ihr habt die Kinder nicht fortzubringen, wenn kein Krieg in den Bergen ist. Warum wollt ihr sie fortbringen?” Es seien die NPA (New People’s Army) und einige NGOs (Non Government Organisations), die den Frieden in den Bergen zerstoeren. Die Lumad seien friedliebende Menschen, die friedlich arbeiten, um Essen fuer ihre Kinder zu beschaffen, und sie wollen nicht Stellung beziehen in dem Streit zwischen Aktivisten und der Regierung. “Es kommt zu Unruhen, weil ihr hierher gekommen seid. Am Abend sind die NGOs gut und reden den Kindern ein, wenn sie sie nicht evakuieren, werden Bewaffnete kommen, um die Kinder zu holen. Kein Soldat geht in die Berge, wenn niemand von der anderen Seite [~ von euch] da ist. Das ist die Wahrheit!” Und als eine aus der Ocampo-Gruppe sagt, sie seien dort, um die Kinder “zu retten”, widerspricht Libayao und meint es sei Ausnutzung: “Das ist richtig, weil ihr die Kinder mitten in der Nacht holt, was ist das Problem? Warum eine Rettungs-Aktion? Ist dort Krieg? … Wir moegen eure Schulen nicht mehr, keine Lehrer von euch mehr. Jedesmal wenn ihr kommt, werden Leute wegen des Krieges getoetet. Ihr toetet unsere Fuehrer, und deshalb moegen wir euch nicht mehr.

Das Problem ist: wenn ich schon suchen musste, um eine Stimme der Lumad zu finden, dann wird Bai Pilar Libayao bestimmt nicht von denen gehoert, die dort “ihre Sache” verkaufen, seien es Missionare oder kommunistische Aktivisten. Die warten nicht darauf gerufen zu werden, die draengen sich auf. Und wenn ihr Angebot nicht erwuenscht ist, gibt es ja andere Mittel “Uneinsichtige zu ueberzeugen”.



Gemaesz “CNNPhil”, “Inquirer”, “PNA” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.