…aus der philippinischen Presse

 

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 02. November 2019

(zum Bild: Leni Robredo und Leila de Lima – zwei Figuren der gelben Opposition)

 

Die Traumdeutung”… – …von Sigmund Freud erschien am 4. November 1899, wurde aber auf das Jahr 1900 vordatiert, um “laenger aktuell” zu sein. Es ist ein interessantes Buch, ich habe es gelesen, doch es hatte nicht die Wirkung auf mich, die es bei Erscheinen auf damalige Leser hatte, die den Mist geglaubt haben. Es war jedoch gut fuer Freuds Karriere und fuer die Entwicklung der Psychologie, die ich nicht fuer eine Wissenschaft halte.

So aehnlich ist der heutige Stand der Klimatologie, zu der Yen Makabenta heute Anmerkungen in seiner Kolumne in der “Times” hat. Er zitiert eine Studie, nach der die “97-prozentige Uebereinstimmung der Klimatologen” eine Miss-Interpretation der Studie von 2013 sei. Die fand damals, dass 97 Prozent der relevanten Artikel zustimmten, dass “Menschen zur Erderwaermung beitragen” – was deutlich eine andere Aussage ist als die, dass die Erderwaermung “von Menschen gemacht” sei. Und das bringt ihn zum Zitat der Klimatologin Judith Curry, die meint: “Die Klimatologie wird eine zunehmend zweifelhafte Wissenschaft, die einem politischen Projekt dient.” Anders ausgedrueckt: “Der politische Karren fuehrt das wissenschaftliche Pferd.

Doch will ich nicht von den Traeumen abschweifen. Ich habe heute naemlich getraeumt, dass ich zwei groeszere Zierfische in meinen Armen haltend durch die Gegend rannte auf der Suche nach ihrem Aquarium, das jemand fortgenommen oder versteckt hatte. Schlieszlich gab ich sie in ein Aquarium, dessen Wasser eigentlich zu kalt war, doch die Fische freuten sich, kuessten und herzten mich, und dann wurde ich wach – es war schon Zwanzig nach Fuenf. Ich wuerde zu spaet “in’s Buero” kommen – so nenne ich meine Ecke hinter dem Schrank im Esszimmer mit Schreibtisch und Computer.

Etwaige “Deuter” meines Traumes verweise ich auf den einleitenden Abschnitt. Spart euch das! Nach neueren Untersuchungen – von Psychologen, nehme ich an – dienen Traeume dazu, unnoetigen Muell aus den Gedanken zu entfernen. Warum sie dazu erinnert werden, ist mir unverstaendlich, aber psychologische Theorien muss ich nicht verstehen.

Ich erinnerte, um diesen Gedankenwirrwarr zu entflechten, einen Satz, den ein Chef einst in einer Diskussion aeuszerte: “Es kommt nicht darauf an, was du gesagt hast, es kommt darauf an, wie es ankommt.” Dieser Satz half mir bei meiner Philosophie der Geschichten, dass Sprache nicht dazu dient, die Wirklichkeit zu beschreiben, dafuer haben wir unsere Sinne, sondern um die Gedanken des anderen zu fuehren – ganz so, wie das Pferd den Karren fuehrt, und nicht umgekehrt, wie in der Klima-Diskussion.

Mit diesen Vor-Gedanken belastet las ich dann im “Tribune” – der immer fuer einen Hieb gegen die Gelben gut ist – dass Praesident Rodrigo Roa Duterte sein Angebot erneuert hat, Vize-Praesidentin Leni Robredo zur “Drogen-Zarin” zu machen – mit Posten im Kabinett. Die schaltet nun aber auf stumm. Gar nicht verstummt ist dagegen die wegen Verdachts auf Zusammenarbeit mit Drogenbossen inhafterte Senatorin Leila de Lima. Sie meint, Dutertes Angebot sei das Eingestaendnis, dass er seine praesidialen Pflichten nicht erfuellen kann. Er moege daher zuruecktreten und sein Amt an die Vize-Praesidentin uebertragen. Das wiederum bringt Ninez Cacho-Olivares in ihrer Kolumne im “Tribune” auf die Palme und sie beginnt mit passenden Worten: “Leila leidet an einer schweren psychischen Erkrankung und sollte bald einer psychiatrischen Behandlung und vielleicht sogar einem Elektro-Schock unterzogen werden, da sie voellig auszer Tritt ist mit dem oeffentlichen Empfinden.

Das sehe ich nun aber als “die Karre vor das Pferd spannen”, denn de Lima hat – leider – mal wieder Recht. Wenn der Praesident nicht in der Lage ist, den Drogenkrieg zu fuehren, dann muss er wirklich abdanken. Der Haken, den ich dabei sehe, ist nur, dass das ganze Angebot ein Witz, ein “hinterfotziger Vorschlag” war, den Duterte selbst nicht ernst nimmt. Und da er weisz, das Robredo darauf nicht eingehen kann, kann er jetzt noch eins draufsetzen, um sie „vorzufuehren„. Er und Robredo wissen, dass sie fuer das Amt nicht geeignet ist, wie ich vermute, sie sogar Angst davor hat je in die peinliche Lage zu kommen. Deshalb schweigt sie nun ja auch.

Mich wundert, dass es Menschen gibt, die das Angebot “geschluckt haben” – mit Koeder, Haken, Leine und Angel – und jetzt wundern sie sich, wie sie das verdauen sollen.

Wie auch immer, ist spaet genug, Schluss fuer heute. Ich muss jetzt darueber nachdenken, was ich eigentlich mit den beiden Fischen anfangen wollte.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Daily Tribune” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.