…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 02. Dezember 2018

(zum Bild: Korruption)

 

Errata” – “Fehler” heiszt es klassisch, wenn einem bereits gedruckten Buch ein Blatt mit dieser Ueberschrift beigelegt wird, das auf Fehler hinweist, die dem Autor erst nach Druck bekannt wurden.

Ich fang mal bei mir selbst an. Im Oktober 2018 schrieb ich aus der Erinnerung, dass bei der PNP (Philippine National Police) 60% Gauner seien. Falsch erinnert – haette ich mein Blog vom Januar 2017 eingesehen, haette ich dort gelesen “Duterte selbst schaetzt nun, dass um 40% korrupt sind…

Von Praesident Rodrigo Roa Duterte ist im Moment nichts zu hoeren, so kann ich mir vornehmen, wo er daneben gegriffen hat. Er war neulich einen Bischof David angegangen. Dagegen verwahrte sich nicht nur der Vorsitzende der CBCP (Catholic Bishops Conference of the Philippines), Romulo Valles, Erzbischof von Davao, sondern Marlen V. Ronquillo schreibt in seiner Kolumne heute in “The Manila Times”, dass der Bischof Pablo Virgilio David von Caloocan eine integre Person sei. Und er schreibt zu dessen Heimat: “Wenn man die Laien in Pampanga nach dem Namen eines aufrechten, makel- und kompromisslosen Priester fragt, so bekommt stets den Namen ‘Apong Ambo’” – wobei “Apong” eine altertuemliche Anrede einer Pespektsperson und “Ambo” der Spitzname des Bischof David ist. In seiner Offenheit nennt der die Dinge beim Namen, und er ist furchtlos. So hat er Caloocan, das Drogen- und Kriminalitaets-Probleme hat, “killing fields” genannt. Und so gebe es eine Kampagne – teils gefluestert, teils offen – die die Integritaet des Bischofs attackiert, und auf die Duterte wohl gehoert hat.

Aehnliche Attacken auf die Integritaet gibt es im Falle des Satur Ocampo. Ich schrieb gestern ueber dessen Verhaftung und die seiner Partei-Freundin Francisca Castro und erwaehnte meine eigene Ahnungslosigkeit. Der “Manila Times” ist es einen Leitartikel wert darauf hinzuweisen, dass man in dem Falle nicht alles schlucken solle, was erzaehlt werde. Man wisse zwar, dass in kommunistisch gefuehrten Schulen es durchaus “Gehirnwaesche” gebe, was die linke Ideologie angeht, denn Ocampo sei Mitgruender mit “Joma” Sison der NDFP (National Democratic Front of the Philippines), des demokratischen Aushaenge-Schildes von CPP (Communist Party of the Philippines) und NPA (New People’s Army), aber – der Vorwurf von Kinds-Missbrauch und Kidnapping sei ziemlich hergeholt, und schlimm daran sei, dass Lumad-Kinder in den Streit zwischen Militaer und Linken geraten.



Es ist nicht nur das Militaer, das etwas gegen die Linken hat. Sowohl der Innen-Minister Eduardo Año – der allerdings ein ehemaliger Militaer ist – als auch Polizei-Chef Oscar Albayalde weisen darauf hin, dass es linke Gehirnwaesche der philippinischen Jugend durch CPP und NPA gebe, mit ihnen zu sympathisieren und die Regierung zu bekaempfen unter dem “Deckmantel von Nationalismus und menschenrechtlicher Aktionen”. Dazu kann man auch “Missionare” rechnen wie diese australische Polit-Nonne, die nun endlich auszer Landes ist, die unter dem Deckmantel der Kirche linke Propaganda unterstuetzen, wie zum Beispiel die “Freilassung der politischen Gefangenen”.

Hier sind wir bei einem anderen Punkt, auf den ein Artikel im “PhilStar” hinweist. Die Chefin des PAO (Public Attorney’s Office), Persida Acosta, mahnt, den Fall des Kian de los Santos, dessen Moerder gerade verurteilt wurden, nicht als EJK (Extra Judicial Killing) zu betrachten – welche Verbindung der “Inquirer” zum Beispiel gestern konstruierte mit der Ueberschrift “Kian slay conviction lift hopes of other EJK complaints”. Den Begriff EJK hat Leila de Lima im Kampf gegen Duterte populaer gemacht. Er bedeutet, dass es von der Regierung angeordnete Morde sind, was sie aber nie nachweisen konnte. Der Mord an Kian ist den erwaehnten 40% Gaunern anzurechnen, die Duterte in der PNP vermutet, die eben nicht Dienst nach Vorschrift machen, sondern eigene Rechnungen begleichen. Der Mord wurde nicht angeordnet. Und weil es hierhin passt und ich heute so begonnen habe, zitiere ich nochmal, was ich am 31. Januar 2017 schrieb:

In “The Manila Times” beschrieb Rigoberto Tiglao gestern unter dem Titel “Wie viele Polizei-Verbrechen wurden nicht aufgedeckt?” wie verbreitet die Missbraeuche sind. Das geht von “smiling money”, damit ist gemeint, dass man sich selbst noch im Spiegel ansehen kann, wenn man fuer’s Uebersehen von Spielhoellen oder Massage-Salons, Prostitution ist in den Philippinen verboten, “Zuwendungen” annimmt, bis zum “crying money” aus knallharter Erpressung. Tiglao berichtet von einem Fall, als er unter Praesidentin Gloria Macapagal-Arroyo zu deren Stab gehoerte, dass sie einen “lifestyle check” einfuehrten, um korrupte Beamte zu finden, die ueber ihre Gehalts-Verhaeltnisse lebten. Er erfuhr spaeter, dass die Aktion kaum angelaufen war, als einer aus seinem Stab rumlief und von einigen anderen 250 bis 500 Tsd Peso (~ 5 bis 10 Tsd Euro) erpresste, andernfalls er dafuer sorgen wuerde, dass ihr Lebensstil “ge-checkt” wuerde. Die Aktion bekam eine derart schlechte Presse, dass sie gleich wieder beendet wurde.

Die Korruption ist die Wurzel allen Uebels. Gut, dass Duterte dagegen angeht.




Gemaesz “ManilaTimes”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.