…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 09. Januar 2020

(zum Bild: Auch in Cagayan de Oro haben wir einen Black Nazaren und eine Prozession und das ist auch der Grund warum ich heute so spät dran bin, Mobilfunk und Internet waren abgeschalte aus Sicherheitsgründen.)

 

Angesichts der Eskalation… – …des Konfliktes von Iran und USA ordnete Praesident Rodrigo Roa Duterte die Evakuierung von OFWs (Oversea Filipino Workers) aus dem Iran und Irak an. Das DFA (Department of Foreign Affairs) liesz wissen: “Infolge des Koordinierungs-Treffens der Regierung wegen der Lage im Mittleren Osten in den letzten Tagen, wurde der Alarm im gesamten Irak auf Stufe 4 angehoben, was obligatorische Evakuierung erfordert.

Verteidigungs-Minister Delfin Lorenzana sagt hierzu, man priorisiere die OFWs “…im Irak, denn das ist eine Herausforderung und weil einige Filipinos dort ihren Job nicht verlieren wollen, sie fragen naemlich auch, was sie in den Philippinen denn tun sollen. … Hoffentlich koennen wir sie davon ueberzeugen, auf die Philippinen zurueckzukehren, wenn ihr Leben tatsaechlich in Gefahr ist.

Was die Zahl der Betroffenen in der Region angeht, so wage ich keine Zahl mehr zu nennen. Neulich schrieb ich einer Meldung des “Standard” folgend, dass laut Philippine Statistics Authority 1,26 Mio OFWs in der Region seien, davon 1.600 im Iran und 6.000 im Irak. In der “Times” lese ich nun, gemaesz der Philippinischen Botschaft in Baghdad, seien um die 1.640 OFWs im Irak, die Haelfte in Kurdistan, der Rest in Baghdad. Gemaesz Artbeits-Minister Silvestre Bello seien im Mittleren Osten 2,17 Mio dokumentierte OFWs taetig. Gestern Abend hoerte ich in “CNNPhil” – das sind die mit dem Spruch “News you can trust” – dass auch um 30 Tsd OFWs aus dem Libanon evakuiert werden sollen. In der “Times” heute frueh ist vom Libanon keine Rede, sondern nur von Iran und Irak.

Ich ueberlasse dem Leser die Wahl einer Zahl, falls er die dringend braucht.

Duterte plays hardball – Praesident Duterte haelt die bisherigen Knebelvertraege der Wasser-Versorger Manila Water und Maynilad, die den Versorgern den Gewinn und dem Staat das Risiko aufbuerden, fuer “null und nichtig von Anfang an”, da sie bestehendes Strafrecht der Philippinen verletzen, speziell den “Anti-Graft and Corrupt Practices Act”.

So erklaerte Duterte am Dienstag vor der Presse: “Es besteht kein Vertrag. Wir sind soweit, den Parteien, den Versorgern einen Entwurf vorzulegen, den wir anstelle des alten Entwurfs durchsetzen moechten, der nach unserer Meinung fuer die Filipinos nicht gut ist.

Er gibt sich da locker: “Ich sagte, das ist nicht mein Problem. Ich habe diesen Entwurf, und entweder akzeptieren Sie ihn oder nicht. Sie akzeptieren ihn nicht? Dann gibt es keinen Vertrag. … Ich werde die Versorgung uebernehmen muessen. Entweder akzeptieren sie ohne die Garantie, nicht strafrechtlich verfolgt zu werden, oder sie akzeptieren nicht, dann verstaatliche ich die Wasser-Versorgung und sie werden in groszem Umfang wegen Pluenderung und Betrug strafrechtlich verfolgt.

Sprecher Salvador Panelo erlaeutert die Haltung des Praesidenten: ”Den Interessen des philippinischen Volkes zu dienen und sie zu schuetzen ist das grundlegende Prinzip, das die Basis der Regierungs-Fuehrung des Praesidenten bildet. Alle seine Handlungen seit Amtsantritt waren – und sind – auf dieses Ziel ausgerichtet.

“Der Praesident betont, Wasser sei eine gottgegebene natuerliche Ressouce, die nicht als reines Handelsgut behandelt und genutzt werden kann, um auf Kosten des philippinischen Volkes Gewinne in Milliarden-Hoehe einzustreichen.

Um es vorweg zu sagen… – …ich mag die Tulfos nicht, sie sind mir alle zu lauthals. So lese ich auch fuer gewoehnlich die Kolumne von Ramon Tulfo in der “Times” nicht, hab heute aber reingeschaut und finde dies:

Praesident Digong tut sich schwer, einen ehrlichen Mann zu suchen, der den diskreditierten Oscar Albayalde als Chef der Philippine National Police (PNP) ersetzt.

“Der Praesident kann mit Diogenes verglichen werden, dem griechischen Philosophen, der mit einer Lampe in der Hand durch die Straszen von Athen ging und einen ehrlichen Mann suchte.

Diese Anekdote wird sowohl Sokrates als auch dem Diogenes zugeschrieben, und es sollte erwaehnt werden, dass das jeweils bei hellem Tageslicht geschah, sonst ist die Pointe futsch. Es passt aber zu der Meldung der SWS (Social Weather Stations). dass 78 Prozent der Filipinos glauben, dass es in der PNP “ninja cops” gibt, die beschlagnahmte Drogen verkaufen. Ich schrieb erst neulich, das eigentliche Problem Dutertes im Drogenkrieg sei die Polizei selbst. Er weisz das, dafuer muss er Tulfos Kolumne nicht lesen.

Heute ist das… – …Fest des Schwarzen Nazareners, bei der die kreuztragende Figur Jesu durch den Bezirk Quiapo, Manila, getragen wird. Die Figur ist geschwaerzt, vermutlich von einem Brand auf dem Schiff, mit dem sie 1606 von Mexiko nach Manila gebracht wurde. Millionen kommen, die sich Heilung oder Vorbeugung gegen Krankheiten versprechen, wenn sie die Statue beruehren, was nur indirekt moeglich ist. Man wirft ein Tuch zu den Leuten, die auf dem Wagen die Statue vor Zugriffen schuetzen, die beruehren damit die Statue oder das Kreuz und werfen es zurueck. Die Straszen werden gruendlich gereinigt, weil man traditionell der Statue barfusz folgt, da die “Traslacion” den Weg Jesu mit dem Kreuz zum Kalvarienberg symbolisiert. Das ist eigentlich ein Missverstaendnis, denn der Zug durch die Stadt erinnert nur an die Uebertragung der Figur von der alten San Nicolas de Tolentino Church in Intramuros zur Quiapo Church im Jahre 1787.

Eigentlich begann der Ritus gestern Abend mit dem “Pahalik ~ Kuessen”. Die Figur ist auf dem Quirino Grandstand in einem Verschlag bereitgestellt, der den Fusz des Schwarzen Nazareners freigibt. Daran ziehen die “Devotees” vorbei, wischen den Fusz mit einem Tuch ab und/oder kuessen ihn. Hier koennen sie die Figur tatsaechlich beruehren, was bei der “Traslacion” kaum moeglich ist. 2018 nahmen 153 Tsd am “Pahalik” teil, waehrend 1,1 Mio bei der “Traslacion” dabei waren.

Wer es noch nicht gesehen hat, sollte den Fernseher einschalten und sich die “Traslacion”, den Zug mit dem “Black Nazarene” vom Quirino Grandstand im Rizal Park zur Minor Basilica of the Black Nazarene in Quiapo, Manila, live ansehen. Das Chaos dauert vermutlich den ganzen Tag, obwohl die Polizei neue Sicherheits-Masznahmen getroffen und eine andere Route festgelegt hat, um das zu vermeiden. Man sollte die Hysterie einmal im TV gesehen haben, das reicht fuer’s Leben – meine ich, Millionen “Devotees” sehen das natuerlich ganz anders.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “PNA”, “CNNPhil” u.a.

 

 

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht