…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 13. November 2018

(zum Bild: Premier Li Keqiang und Präsident Rodrigo Duterte)

 

Die wichtigsten Nachrichten… – …fuer die Philippinen kommen derzeit aus Singapur und Peking. Sowohl “Manila Times” als auch “Straits Times” machen mit der Rede des chinesischen Premiers Li Keqiang gestern in Singapur auf. Wo fuer die “Manila Times” wichtig ist, dass Li erstmals einen Zeitrahmen fuer den Code of Conduct fuer die South China Sea genannt hat – “Finish sea code in 3 years” – hebt die “Straits Times” darauf ab, dass China sich weiter oeffnen und die Maerkte staerken will. China zielt klar darauf ab, die Marktfuehrer-Rolle zu uebernehmen, die US-Praesident Donald Trump mit seinen Zoll-Schranken und dem Rueckzug aus internationalen Handels-Abkommen aufgegeben hat.

In den Zusammenhang passt auch ein groeszerer Artikel in “Xinhua”, der ausfuehrlich die Reise von Praesident Xi Jinping vom 15. bis 21. November nach Papua Neu Guinea, Brunei und die Philippinen bespricht. Papua Neu Guinea war die erste pazifische Insel, die mit China ein MOU (Memorandum of Understanding) bezueglich der BRI (Belt and Road Initiative) alias “Neue Seidenstrasze” abgeschlossen hat. Bei dem APEC-Treffen dort wird Xi mit verschiedenen Staats-Fuehrern sprechen, darunter auch Praesident Duterte, den er dann spaeter in den Philippinen wiedersehen wird. Es gibt Meldungen, dass Duterte ihn auch – wie einst den japanischen Premier Shinzo Abe – in sein Privathaus in Davao einladen wird.

Das gute Verhaeltnis der beiden ist fuer beide von gleicher Bedeutung. Ohne Xi waere Duterte den Launen eines unberechenbaren US-Praesidenten schutzlos ausgeliefert. Ohne Duterte haette Xi den Fusz nicht in die internationale Tuer gebracht. Der Wechsel von Konfrontation – symbolisch im Haager Schiedsspruch zur South China Sea, der China international demuetigte – zu friedlicher Kooperation war ein Tueroeffner zu ASEAN und damit zum Rest der Welt. Und beide wissen, dass sie diese Chance nicht verspielen duerfen. China braucht die Philippinen als Vorzeige-Partner, dass man auch mit Kleinen fair umgehen kann, und die Philippinen brauchen China, weil sie vom moralisierenden Westen nichts erwarten koennen, was ihnen wirklich weiterhilft.



Stabschef General Carlito Galvez… – …sprach sich fuer die Verlaengerung des Kriegsrechts in Mindanao aus. Anfang November hatte schon Polizei-Chef Oscar Albayalde auf die gesunkene Kriminalitaets-Rate unter dem Kriegsrecht hingewiesen und sich dafuer ausgesprochen. Da Galvez nun mit Hinweis auf die Zustimmung zum Kriegsrecht in den unteren Behoerden und Gemeinden auch dafuer ist, duerfte der Beschluss keine Frage mehr sein. Er wies auch darauf hin, dass Skeptiker und Kritiker aus Manila kommen, die nichts vom Kriegsrecht in Mindanao wissen.

Irren ist menschlich – AI (Amnesty International) hat der Regierungs-Chefin von Myanmar, Aung San Suu Kyi den einst verliehenen Preis aberkannt, weil sie sich nicht im Sinne AIs zu den Rohingya Muslims geaeuszert hat. Nun koennte man sich fragen, wenn sich die Hueter des Menschenrechts so irren konnten in der Person, die sie einst ehrten, koennten sie nicht genauso irren in der Person, die sie nicht ehren – sagen wir mal Praesident Duterte? Wenn nach Ende seiner Amtszeit sich zeigt, dass der Drogenkrieg das philippinische Volk vor dem Absinken in einen Narcostaat bewahrt und ein Land geschaffen hat, in dem Recht und Gesetz herrschen, koennte er dann auf die Anerkennung durch die Menschenrechtler hoffen?

Happy Birthday! – Ein Eigentor hat Imee Marcos bei ihrer Geburtstags-Feier geschossen. Die Videos davon in Social Media, auf denen zu sehen ist, dass ihre Mutter Imelda Marcos froehlich mit dabei war, haben das Sandiganbayan verstimmt. An dem Tag war dort naemlich die Sitzung mit der Urteils-Verkuendung im Prozess um auf Schweizer Konten verschobene Gelder, zu der weder die angeklagte – und dann verurteilte – Imelda, noch ihre Anwaelte erschienen waren.

Richter sind auch nur Menschen, und die lassen sich ungern verarschen. So hat das Sandiganbayan Imeldas Kaution nun fuer verfallen erklaert und Haftbefehl angeordnet. Sie hat 30 Tage Zeit darauf zu antworten, und was in der Zwischenzeit passiert, koennen wir im TV verfolgen.



Gemaesz “ManilaTimes”, “StraitsTimes”, “Xinhua”, “ManilaBulletin”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.