…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 26. Oktober 2018

 

Der Praesident… – …Rodrigo Roa Duterte hat mal wieder geredet, gestern zum 117ten Jahrestag der PCG (Philippine Coast Guard), und zu den vorbereiteten 2 Seiten, die er verlas, kamen 3 Seiten freie Rede “…Gedanken des Tages, so dass wir auf dem Laufenden sind, was wir in der Regierung tun wollen.” “PTV” uebertrug live, ich bekam nur den Schluss mit, doch das Transcript wurde wie ueblich von “PCOO” auf dessen Web-Seiten veroeffentlicht.

Die “Tages-Gedanken” erwischten einige Leute im Publikum auf kaltem Fusz: “Also jetzt… General Lapeña kommt nach TESDA [Technical Education and Skills Development Authority]. Ich befoerdere dich zum Kabinetts-Mitglied. Das ist…” Er wurde von Applaus unterbrochen, und man sah einen sichtlich erstaunten Lapeña im Bild – er hoerte da zum ersten Mal von seiner Versetzung. Weiter Duterte in einem Atemzug: “General Jagger Guerrero, du gehst in’s Bureau of Customs.” Wieder gab es Applaus, und man sah das versteinerte Gesicht von General Rey Leonardo “Jagger” Guerrero, der erst im April zum Chef der Marina (Maritime Industry Authority) ernannt worden, und genauso unwissend war wie Lapeña. Duterte ein paar Saetze spaeter. “Ist Jagger hier? Ich weisz, dass du zoegerst… Ich weisz, du bist gluecklich und zufrieden da [bei der Marina], hab ich gehoert, doch die Forderungen des oeffentlichen Dienstes und der Bedarf an aufrichtigen Menschen erfordern deine Anweisenheit dort. [Applaus] Viel Glueck!

Nun, das kann Guerrero brauchen im BOC (Bureau of Customs), und dazu gab Duterte ihm freie Hand “Ich meine, mein Auftrag an dich ist, schmeisz sie aus ihren Bueros raus. Sie sind alle vakant… Alle miteinander raus, bis zum letzten Mann, raus. Die Vorsitzenden dort sind raus, die Abteilungsleiter, raus. Die … das Ganze … die sind wie… Du kommst am besten gleich morgen in mein Buero, so dass wir das Zeremonielle erledigen koennen. Ich moechte anordnen, wo ist meine Ordonnanz?

(Die Ordonnanz, kam da leider nicht in’s Bild, erhielt aber den Auftrag die Papiere vorzubereiten, damit das morgen ueber die Buehne gehen kann. Erst als Duterte mit seiner Rede fertig war, kam Captain Sofia Loren Deliu und raeumte das Manuskipt vom Pult – in ihrer schmucken, weiszen Uniform.)

Da wurden Naegel mit Koepfen gemacht, und das ist noetig. Die Schlagzeile der “Manila Times” heute greift die Behauptung auf, die die fruehere BOC-Mitarbeiterin Lourdes Mangaoang gestern vor der Presse machte: “Lapeña ist ein Mitglied des Drogen-Syndikats”. Das ist starker Tobak, und es stellt sich die Frage, wie stark Dutertes Vertrauen in den Ex-BOC-Chef ist, wenn er ihn so aus der Schusslinie nimmt. TESDA-Chef im Kabinetts-Rang ist eine Befoerderung, denn das BOC ist unter dem Finanz-Ministerium aufgehaengt, sitzt also selbst nicht am Kabinetts-Tisch, und so aeuszerte sich Lapeña nach Dutertes Rede: “Ich habe einen anderen Job bekommen, das ist eine Befoerderung, Kabinett. Ich moechte dem Praesidenten fuer diese Gelegenheit danken, in anderer Funktion zu dienen. Ich wusste das nicht. Jeder Regierungs-Angestellte sollte [solcher] Versetzungen gewaertig sein. Fuer mich ist es eine Versetzung nach oben.” Auf der anderen Seite koennte man auch sagen, dass er bei der TESDA nichts kaputt machen kann.

Ein Sprecher des BOC bezeichnete die Aeuszerungen der Mangaoang als “nonsense” und wies darauf hin, dass sie weder Anklaeger noch Richter in der Sache sei. Die verwies jedoch auf ihre Zeit beim Zoll und sprach dann auch ueber den Verdacht, den Senator Trillanes gegenueber dem Sohn des Praesidenten, Paolo “Polong” Duterte verfolgt hatte: “Die Familie des Praesidenten hat hiermit nichts zu tun, und was sie ueber Polong behaupten, Vize-Buergermeister Paolo Duterte hat hiermit nichts zu tun. In meinen 30 Jahren im Bureau of Customs, wir haetten das gewusst, und Polong ist nicht darin verwickelt.” Zu sich selbst sagt sie: “Der Zoll wimmelt von korrupten Leuten. Ich bin keine Heilige, aber ich bin keine Erpresserin und ich wuerde nichts Illegales tun. Sie suchen jetzt nach Beweisen, um mich festzunageln, aber sie koennen nichts finden.

Wie brauchbar Mangaoang als Zeugin zur Aufklaerung der Korruption beim Zoll ist, wird sich zeigen. Ueber den anderen Zeugen in der Angelegenehit, Jimmy Guban, haben sich Justiz-Minister Menardo Guevarra und Senator Richard Gordon darauf geeinigt, dass der im Senat bleibt, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind, dann kommt er in Schutzhaft beim NBI (National Bureau of Investigation), da er als Zeuge zu wichtig ist. Es gibt bereits Mord-Drohungen gegen seine Familie. Er soll in’s Zeugen-Schutzprogramm aufgenommen werden.



Mit allen Mitteln… – …arbeitet die Opposition, um an die Macht zu kommen. Der Leitartikel der “Manila Times” beklagt, dass die IPU (Interparlamentarische Union) sich fuer die Sache der inhaftierten Senatorin Leila de Lima missbrauchen laesst. Da die Liberalen im Land nichts werden, versuchen sie das Ausland gegen Duterte zu mobilisieren. Da die IPU da mitzieht, sollten die Philippinen sich dort verabschieden – meint der Leitartikler.

Einen aehnlichen Umweg sieht Rigoberto Tiglao in seiner Kolumne in “The Manila Times” bei den Kommunisten. Da sie bei Wahlen nichts gewinnen koennen, kommen sie unter dem Deck-Maentelchen der Partei-Listen, vor denen die Buergermeisterin von Davao, Sara Duterte Carpio warnt: “Unterstuetzt nicht die Partei-Listen unter dem Makabayan-Block – Bayan Muna, Alliance of Concerned Teachers or ACT, Anakpawis, Gabriela, Kabataan und Migrante. Diese militanten Gruppen, die sich als Fuer-das-Volk maskieren, wollen nur Feindseligkeit und Chaos saeen, besonders bei jenen, die sie ablehnen, und den terroristischen Gruppen, die sie unterstuetzen, die New People’s Armyz (NPA), die National Democratic Front of the Philippines (NDFP), und die Communist Party of the Philippine (CPP).” Sie meint: “Der Kongress sollte die Mitglieder des Makabayan-Blocks ausschlieszen. Das Partei-Listen-System ist die Milchkuh von Terroristen.

In dem Zusammenhang ist interessant, dass die AFP (Armed Forces of the Philippines) Beweise dafuer haben, dass die Opfer von Sagay – wo 9 Menschen erschossen wurden – frisch angeworbene Mitglieder der NPA waren. Die Schieszerei sei provoziert, um die Bevoelkerung gegen die Regierung aufzubringen. Dass es dabei Tote gibt, ist “Joma” Sison egal. Je mehr “Opfer des Regimes” es gibt, desto groeszer die Aussichten, das “Regime” zu stuerzen.

Wer zu schwach ist zu handeln, verkauft sich halt als Opfer und hofft auf das Mitleid der Welt oder der Bevoelkerung. Und wo es gar keine Opfer gibt, sorgt man eben selbst dafuer – ein mieses Spiel.

Boracay… – …ist wieder im Geschaeft ab heute. Passend dazu wurde gestern der Buergermeister dort vom Ombudsmann vorlaeufig suspendiert, weil er die Betriebserlaubnis auch Betrieben gewaehrt hatte, die gesetzlich vorgeschriebene Auflagen zum Schutz dieses Touristen-Kleinods nicht erfuellen – “business as usual.



Gemaesz “PTV”, “PCOO”, “ManilaTimes”, “ManilaStandard”, “ManilaBulletin”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

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