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…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 20. Oktober 2018

 

Zwist im Haus Duterte? – Ja, ich weisz, anderen werfe ich dieses Fragezeichen hinter einer Aussage gerne vor, mit dem man Geruechte in die Welt setzt. Kann man mir heute selbst reinreiben, doch mir stellt sich die Frage, nachdem Sara “Inday” Duterte-Carpio, Tochter von Praesident Rodrigo Roa Duterte und Buergermeisterin von Davao, wiederholt gegen ihren Vater opponiert hat.

Sie betaetigte sich politische Strippen-Zieherin, als sie vermittelte, dass Harry Roque unter der Flagge der  PRP (People’s Reform Party) fuer den Senat kandidieren kann. Nun kommt hinzu, dass Duterte in jener Rede vor der “44th Philippine Business Conference and Expo”, die mir gestern Anlass zu melancholischen Gedanken war, erzaehlte, dass seine Tochter hinter dem Sturz von Pantaleon Alvarez als Sprecher des Hauses steckte. Tourismus-Ministerin Bernadette Puyot habe damals “Inday” im Waschraum getroffen, und die trug ihr auf, “Sag meinem Vater, es tut mir Leid”. Er habe das am Tag seiner SONA (State fo the Nation Address) nicht recht verstanden. Jedem anderen war das klar, als sich wenig spaeter die neue Sprecherin des Hauses Gloria Macapagal-Arroyo mit Sara Duterte-Carpio und der Gouverneurin von Ilocos Norte, Imee Marcos, zum Lunch im Seda Hotel in Quezon City trafen. Von Reportern im Voruebergehen gefragt, worum es dabei ginge, antwortete Arroyo beilaeufig: “Es war nur ein Danke-schoen-Essen, ein privates Gesellschafts-Essen.

Interessant daran ist, dass Sara so zweimal gegen ihren Vater rebellierte. Pantaleon “Bebot” Alvarez ist ein Freund von Rodrigo Duterte, der zufrieden mit ihm war. Mit dem aber hatte Sara einen Zwist, weil der die Gruendung ihrer eigenen Partei “Hugpong ng Pagbabago” ihr als “Opposition” auslegte, schlieszlich ist er Praesident der Regierungspartei “PDP-Laban”. Und nun empfahl sie der PRP Roque als Kandidaten fuer den Senat, wo ihr Vater dem doch grad gesagt hatte, dass es bei dem fuer den Senat nicht reicht.

Sara Duterte selbst ist nicht angetreten, obwohl ihr in Umfragen beste Aussichten vorhergesagt wurden. Sie bleibt als Buergermeisterin in Davao, wo sie zur Wiederwahl antritt, um mit ihren Bruedern ihre Hausmacht zu festigen. Paolo Dueterte kandidiert im 1. Bezirk Davao fuer das Haus, der juengste Bruder Sebastian als ihr Vize-Buergermeister.

So sieht das heute auch die “Manila Times”, die sich Dutertes Satz “Be careful with Sara” zur Schlagzeile genommen hat, und seinen Rat betont “Don’t mess with my first daughter ~ Leg dich nicht mit meiner aeltesten Tochter an.” So versteht das zum Beispiel der linke Abgeordnete, Tom Villarin: “Nun ist die Katze aus dem Sack, da gibt es keine Ausrede mehr, beide, Vater und Tochter, verfolgen dieselbe Linie des starken Mannes.

Ich sehe das mal wieder etwas anders, woran das liegt, weisz ich nicht, ich kenn mich nur mit meinem eigenen Kopf aus. Doch ich sehe keine Fortsetzung einer Linie, sondern einen Riss.

Das “Haus Duterte” spaltet sich in eine “aeltere und eine juengere Linie”. Die “juengere Linie” versteht sich dabei eben nicht als Verlaengerung des Rodrigo, woraus umgekehrt sich wiederum versteht, dass der Praesident nicht immer im Klaren darueber ist, wohin seine Tochter will. “Inday” hat ihren eigenen Kopf, und da sie vorerst in Davao bleibt, werden wir erst spaeter erfahren, worauf sie wirklich aus ist. Die politischen Koalitionen jedoch, die sie mit anderen schlieszt, lassen vermuten, dass sie dort nicht fuer immer bleiben wird.

Wichtiger als diese Randnotizen… – …scheint mir zu sein, dass bei der “Philippine Business Conference” der Praesident der San Miguel Corp., Ramon Ang, vor Praesident Duterte sprach und bestaetigte, man sei mit der Regierung einig, den geplanten Flughafen mit vier Landebahnen in Bulacan noerdlich Manila anzugehen. San Mig wird die Kosten fuer Wegerechte und Genehmigungen uebernehmen und hofft, die Ausschreibungen dies Jahr abzuschliesen, sodass das Projekt naechstes Jahr starten kann. Der Flughafen soll in fuenf bis sieben Jahren bis zum Voll-Ausbau eine Millionen Arbeitsplaetze schaffen, und er kann auf 6 Landebahnen erweitert werden.

Danach sprach Praesident Duterte und nach einem Schlenker in seiner Rede ueber EDSA, fuer das niemand Geld geben wollte, sagte er: “Und alles, was Ramon Ang heute zu euch gesagt hat, ist wahr.” Die Regierung kann nicht alles allein finanzieren, und so setzt Duterte auf Kooperation von Unternehmen mit der Regierung.

Das Beste zum Schluss… – …und das ist meiner Meinung nach heute die Karikatur in der “Manila Times”, die “The new ‘Kiss of Death’” betitelt ist. Man sieht darauf mit groszem Kopf Benigno “Noynoy” Aquino, der das Bild seines Cousins, Senator “Bam” Aquino traegt, der fuer die Wiederwahl kandidiert. “Noynoy” geht mit geschlossenen Augen und zum Kuss gespitzten Lippen auf die Menschen zu – doch die rennen mit panisch verzerrten Gesichtern vor ihm davon.

Das ist keine gehaessige Darstellung der Situation. Bei einer Rede in Washington, USA, stellte Vize-Praesidentin Leni Robredo nun angesichts Dutertes Popularitaet fest: “Du schlieszt dich keiner politischen Partei an, weil du an die Werte der politischen Partei glaubst. Es ist wirklich mehr personen-orientiert. Und so ist es ein Weg bergauf (uphill climb) fuer die Opposition.

2010 waren die Liberalen uebergluecklich, dass sie den Sohn ihrer Ikonen “Ninoy und Cory” Aquino als Kandidaten gewinnen konnten. Heute waeren sie froh, es haette ihn nie gegeben.



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaStandard” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

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