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…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 03. August 2018

 

 

Ein Verdaechtiger… – …des Anschlags in Lamitan, Basilan, ist gefasst, Indamin Jainul, ein Islam-Lehrer im Ort. Gegen ihn wurde Anklage erhoben. Das ist gut so, doch es interessiert weniger als der Hintergrund der Tat.

Armee-Chef General Carlito Galvez sagt, das Attentat war geplant, um die Gemeinde zu zwingen der Abu Sayyaf 50 Tsd Peso Schutzgeld zu zahlen, was die Gemeinde abgelehnt hat. Dass die Bombe am Checkpoint explodierte, war kaum geplant. Ziel war eher eine Parade der rund 4 Tsd Schulkinder von Lamitan im Rahmen des “Nutrition Month”, eine Regierungs-Kampagne, nach der im Juli bewusste Ernaehrung propagiert wird. Nicht auszudenken, haette die Bombe ihr Ziel erreicht.

Auf der anderen Seite zeigt die Tat, dass Abu Sayyaf nicht nur auslaendische Touristen entfuehrt, um zu Geld zu kommen, was dann auch in die westliche Presse kommt. Wie die NPA (New People’s Army) sich durch ihre “Revolutionssteuer” finanziert, sind es bei Abu Sayyaf “Schutzgelder”, eine aus organisiertem Verbrechen bekannte Einnahme-Quelle. Von daher moechte ich, bevor das wieder in den falschen Hals kommt, darauf hinweisen, dass es uninteressant ist, dass einer der Taeter Islam-Lehrer ist. Basilan ist zu zwei Dritteln muslimisch, zu einem Drittel christlich, und irgendwozu muss er ja gehoeren. Die Mehrheit der Muslime will den Frieden, wie das alle “normalen Menschen” wollen. So sagt die Buergermeisterin von Lamitan, die Explosion habe “den Frieden und die Ruhe genauso zerstoert, wie es das Bild von Lamitan City vor der Welt da drauszen beschmutzt hat.” Es ist organsiertes Verbrechen, das buergerliche Ruhe nicht will, weil es sich an ein Leben als Schmarotzer gewoehnt hat, den es mit Terror unterhaelt.

Reis wird heisz – In seiner letzten SONA (State of the Nation Address) warnte Praesident Rodrigo Roa Duterte Wirtschafts-Saboteure, die Reis horten, um den Preis zu treiben – “Ihr wisst, dass ich weisz, wer ihr seid. Hoert auf die Leute zu verarschen!” Nun gibt Polizei-Chef Oscar Albayalde bekannt, die PNP (Philippine National Police) ermittle bereits gegen einige Personen. Den Inhaftierten drohen Anklagen wegen Wirtschafts-Sabotage, die mit Lebenslaenglich als Hoechststrafe und Geldstrafe in doppelter Hoehe des Wertes der fraglichen Produkte geahndet wird.

Saras Schweigen – Senator Panfilo Lacson erzeugt derzeit einige Aufmerksamkeit. Am Aufstieg von Gloria Macapagal Arroyo gefiel ihm nicht, dass da wohl die Tochter des Praesidenten, Sara Duterte-Carpio, ihre Hand im Spiel hatte. Das zeige Fuehrungsschwaeche des Praesidenten. Dann sagt er den “Tod von Cha-cha” voraus (siehe gestern), da Senatoren Arroyo in schlechter Erinnerung haetten, und nun macht er sich ueber die Zukunft des Landes Gedanken und findet: “Meine erste Wahl grad jetzt ist Sara Duterte. Sie hat einen starken Willen, ist streng, dynamisch, fortschrittlich und hat offensichtlich gute Fuehrungs-Qualitaeten.” Dies sei seine persoenliche Meinung und beruhe auf “welchem politischen Gespuer auch immer ich in langen Jahren im Regierungs-Dienst erworben habe.

Da verwundert, dass Praesident Duterte bei seiner Tochter keine Absicht auf ein nationales Amt sehen kann. Noch wunderlicher ist, dass Sara Duterte-Carpio schweigt. Zwar hat sie mal verkuendet, dass sie sich eher auf regionaler Ebene sieht, also weiter in Davao an der Spitze, statt in Manila eine unter vielen sein will. Das koennte man nun so deuten, dass sie – im Gegensatz zu ihrem Vater, der gern heute dies und morgen das sagt – zu dem Grundsatz steht: eine Frau, ein Wort!

Man koennte das aber auch – jetzt kommt “tsismis” – so deuten, dass sie sich nicht in die Karten schauen laesst. Nach Umfragen zu Positionen unter den 12 moeglichen Senatoren bei der Wahl 2019 wird sie zwar nicht an der Spitze, aber in der oberen Haelfte gehandelt, und das ist als “so gut wie gewaehlt” zu werten. Schlieszlich muessen die Kandidaten sich erst im Oktober erklaeren, wenn ich das recht erinnere. Das gaebe ihr Zeit abzuwarten, was bei Cha-cha herauskommt. Ich habe von ihr nichts dazu gehoert, und wenn man zu einem Thema nichts sagt, kann man nicht falsch liegen, was auch immer dabei herauskommt. Vielleicht nimmt sie ja die zwei Drittel der Bevoelkerung, die davon nichts wissen und auch nichts wissen wollen, ernster als ihr Vater, der die Verfassungs-Aenderung eher mit der Brechstange als ueberhaupt nicht will. Und sich nicht gleich um das Amt an der Spitze zu bemuehen, halte ich fuer weise. Zum einen gibt es da die Anti-Dynastie-Vorbehalte. Auch wenn das kein Gesetz ist, wird es Munition fuer die Opposition im Wahlkampf. Warum einen Streit suchen, den man vermeiden kann? Zum anderen, wenn nicht sie – wer dann? Alle bekannten Figuren koennen gegen Duterte nur abstinken, und sie koennte als Senatorin dagegen halten und sich einen eigenen Namen machen, waehrend der Duterte-Nachfolger langsam aber sicher untergeht. Das absehbare Versagen jedes Duterte-Nachfolgers bringt sie um so sicherer nach Malacañang, jung genug ist sie ja, und ihre “Hand im Spiel” mit Arroyo und Imee Marcos muesste nicht kurzfristig zu Gunsten Arroyos, sondern langfristig als Buhlen um Bundesgenossen fuer die fernere Zukunft gewertet werden – aber das ist jetzt wirklich “tsismis”.

Schluss damit!



Gemaesz “ManilaStandard”, “ManilaBulletin”, “ManilaTimes” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

Ein Gedanke zu „…aus der philippinischen Presse

  • August 3, 2018 um 13:36
    Permalink

    Man darf aber nicht vergessen dass es durch das Importverbot von Reis Ende 2016 durch den Präsidenten erst zur Reisknappheit kam. Wenn man berichtet, Sollte man auch die negativen Wahrheiten nicht unterschlagen!

Kommentare sind geschlossen.

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