…aus der philippinischen Presse

 

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 04. November 2019

(zum Bild: Philippinische Kleinbauern)

 

Nachbarn zum Aussuchen… – …gibt es nicht. Laegen die Philippinen zwischen Daenemark und der Schweiz, dann saehe die Politik hier anders aus. Sie liegen aber, wenn auch nicht exakt geographisch, zwischen den USA und China. Der Eine, ehemaliger Kolonialherr, der sich immer noch wie ein Erziehungsberechtigter auffuehrt, der Andere, ein neureicher Kaufmann, der meint beim schlechten Benehmen des Einen mithalten zu muessen.

Dazwischen reibt sich auf, Rodrigo Roa Duterte, Praesident der Philippinen, derzeit unterwegs in Thailand im Kampf gegen die Windmuehlenfluegel des Einen und des Anderen. Er und die getreuen Ritter der ASEAN-Tafelrunde fordern ein freies Handelssytem, wie ich in “Times” und “Xinhua” lese, damit – in den Worten des Heinrich von Navarra “jeder Bauer am Sonntag ein Huhn im Topf hat” – oder anders ausgedrueckt: damit die armen Laender dieser Welt mit den reichen Laendern mithalten koennen.

Daraus wird nichts, lese ich in der Kolumne von Dan Steinbock in der “Times” unter der Ueberschrift “Wie der Trump-Zollkrieg das US-Handelsdefizit (und die PH-Aussichten) verschlechtert”, die er mit der Feststellung abschlieszt: “Trumps Zoelle werden weder die US-Handelsbilanz noch die globalen Wirtschaftsaussichten verbessern. Sie haben bereits beide verschlechtert.

Also, kein Huehnchen fuer die Tafelrunde, und mit dem Nachschub sieht es auch schlecht aus.

Nein, die Seeschlacht von Lepanto wiederholt sich nicht, an der im Oktober 1571 als einfacher Soldat ein gewisser Miguel de Cervantes teilnahm und sich zwei Schusswunden in der Brust, und eine in der linken Hand einholte, die dauerhaft entstellt blieb, wie ich in der “Wikipedia” lese. Er verarbeitete seine Erlebnisse in dem Buch, in dem auch jemand gegen Windmuehlenfluegel ankaempft, und von dessen Verhalten das englische Wort “quixotic” abgeleitet ist, zu dem ich keine deutsche Entsprechung kenne; der “Pons” uebersetzt mit “edelmuetig, ritterlich”, das trifft es aber nicht, doch ich merke, dass ich wieder mal abschweife:

Also die Schlacht in der South China Sea laesst auf sich warten, wenn sie ueberhaupt kommt. Wie ich in der “Times” lese, laesst der Andere wissen “China ‘ready to work’ on sea code”, wo ich doch dachte, die sind an der Arbeit und die Ritter der Tafelrunde bekommen das auf den Tisch zum Unterzeichnen. Dafuer laesst laut “South China Morning Post” der Andere nun wissen “China verspricht ’langfristigen Frieden’ im Suedchinesischen Meer”. Wie der aussieht habe ich gestern im TV gesehen, ich weisz nicht mehr, in welchem Kanal. Ein Oeltanker unter der Flagge von Liberia mit philippinischer Besatzung wurde bei Scarborough Shoal von einem Schiff der chinesischen Kuestenwache aufgefordert, seinen Kurs zu aendern, weil es sich in chinesischem Hoheitsgebiet befaende. Der Kapitaen des Tankers, ein hartkoepfiger Filipino, antwortete, er sei auf “innocent passage” unterwegs nach China und aenderte seinen Kurs nicht. Er soll inzwischen auch in China angekommen sein, und mir stellt sich die Frage, wenn der Nachschub nicht klappt, wer kocht dann die Huehnchen fuer die Ritter der Tafelrunde?

Manchmal sind der Eine und der Andere schwer zu verstehen.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Xinhua”, “South China Morning Post”, “Manila Bulletin”, “Wikipedia” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.