…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 05. Juli 2018

 

 

Ein Gedanke geht mir nicht aus dem Sinn… – …nachdem ich gestern die Kolumne von Sass Roganda Sasot in “The Manila Times” so verstanden hatte, dass man – gemaesz dem von ihr zitierten Entscheid des Obersten Gerichts und dem Artikel 133 des Revised Penal Code – den Glauben ueberall kritisieren darf, nur nicht in der Kirche.

Warum gibt es nicht auch das analoge Gesetz, dass die Vertreter des Glaubens die Politik ueberall kritisieren duerfen, nur nicht in der Kirche? Waere das nicht ein Gebot der Fairness in Anbetracht von Article II, Section 6 der Verfassung von 1987, dass die Trennung von Kirche und Staat unantastbar ist?

Ich kann nicht dafuer, dass mir so etwas einfaellt. Nicht zu Ende gedachte Gedanken lassen mich nie in Ruhe, und das scheint auch Praesident Rodrigo Roa Duterte zu beunruhigen. Bei einer Rede gestern zum Jahrestag des DENR (Department of Environment and Natural Resources) in Quezon City, “PTV” war live dabei, beklagte er den “schleichenden Einfluss des Glaubens” und nannte als Beispiel: “Die Familien-Planung, mit gehoerigem Respekt. Ich will nicht argumentieren, aber es hat etwas mit dem Widerstand der Religionen zu tun, nicht allein. … Das ist einer der Gruende, warum ich das nicht mag – der schleichende Einfluss des Glaubens laeuft manchmal gegen das, was die Regierung fuer gut fuer das Volk erachtet.



Doppelter Bloedsinn – Wenn, wie ich vorgestern ausfuehrte, 2 Leute eine “Versammlung” und 30 Leute eine “Bewegung” sind, dann hat die inhaftierte Senatorin Leila de Lima voellig Recht, wenn sie die aktuellen 2 Morde einen “Mordzug (killing spree)” an Buergermeistern nennt. Und mit eben demselben Recht fordert Vize-Praesidentin Leni Robredo die PNP (Philippine National Police) auf “unverzuegliche Schritte zu unternehmen um diese Morde zu verhindern.

Das ist die schlichte Unterstellung, an der de Lima, die ja den Begriff der EJKs (Extra Judicial Killings) zuerst gegen Duterte in’s Feld gefuehrt hat, und Robredo und der Rest des Gelben Kults arbeiten, dem Praesidenten die Verantwortung unterzujubeln, indem sie jeden Todesfall als praesidalen Auftrags-Mord darstellen. Das ist Bloedsinn, denn gerade bei den beiden getoeteten Buergermeistern weisz derzeit kein Mensch – auszer den Moerdern, und die hat man noch nicht – warum sie umgebracht wurden. Die Untersuchungen laufen erst an.

Doppelt bloedsinnig ist die Gegen-Attacke von Harry Roque, Sprecher des Praesidenten, die Morde als Versuch hinzustellen, “das oeffentliche Vertrauen in Praesident Duterte zu untergraben.” Er weisz auch nicht besser als die Opposition, wer dahinter steckt, und sein Anwurf beinhaltet die Anschuldigung, dass die Opposition die Morde beauftragt hat.

Das ist ein Streit auf dem Niveau – “du bist ja bloed” vs. “du bist ja selber bloed” – da haetten in diesem Fall beide Recht, wenn sie das genau so gesagt und die ermordeten Buergermeister aus dem Spiel gelassen haetten.

Wichtiger scheint mir… – …dass Kraefte des IS/BIFF (Islamic State/Bangsamoro Islamic Freedom Fighters) versucht haben, das Staedtchen Datu Paglas, Maguindanao, einzunehmen. 4 Rebellen wurden getoetet, 2 Rebellen und 1 Soldat verwundet, in Kaempfen, die am Dienstag von 5 Uhr morgens bis um 2 Uhr am Nachmittag andauerten. 500 Familien flohen, konnten aber am Mittwoch in ihre Haeuser zurueckkehren.

Die Nachricht hat es als “Reuters”-Meldung bis in die “Straits Times” gebracht, und sie zeigt, dass die IS-Gefahr in Mindanao nicht aus der Welt ist. Das Kriegsrecht dort hat durchaus seine Berechtigung.

Ansonsten faellt mir auf… – …dass bei der “Manila Times” heute um 6 Uhr frueh, wo ich dies schreibe, noch die gestrige Ausgabe online ist. Ich weisz nicht, ob das Absicht ist, damit die Leute die Druckausgabe kaufen und nicht die “Times” im Internet lesen. Ich werde dann morgen schreiben, falls ich dort Wichtiges heute verpasst habe.

Auszerdem faellt mir auf, dass die “South China Morning Post” sich wohl auf die Seite der Duterte-Gegner schlaegt. Heute bringt sie eine Meldung der “Associated Press”, dass Duterte kritisiert wird, dass er gefeuerte “korrupte” Beamte an anderer Stelle wieder einstellt. Er habe 21 Beamte gefeuert, 7 seien zurueckgetreten, aber 7 haette er wieder eingestellt. Als prominentester Fall wird Nicanor Faeldon genannt, Ex-Chef der Zoll-Behoerde, der nun im Buero der Zivil-Verteidigung untergebracht ist.

Ich will den Fall nicht diskutieren, aber der “Fall Faeldon” wurde in Meldungen grad von “Rappler”, “Inquirer” und “PhilStar” hochgejubelt – und nun schwappt es in die Auslands-Presse. Man kann hier die oben angefuehrte “Beweiskette” weiterfuehren: Wenn 2 Leute eine “Versammlung”, und 30 Leute eine “Bewegung” und 2 Morde ein “Mordzug” sind, dann muessen 4 Zeitungen, die in dieselbe Kerbe hauen, ja wohl eine “internationale Anti-Duterte Kampagne” sein.



Gemaesz “PTV”, “ManilaStandard”, “ManilaTimes (von gestern)”, “ManilaBulletin”, “StraitsTimes”, “SCMP” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

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