…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 29. Mai 2018

 

 

No end of ENDO – Jollibee Food Corp., Dole Philippines Inc. und Philippine Long Distance Telephone Co. sind wohl die prominentesten Verletzer des Verbots der “labor only contracts”, eine Unterart der ENDO-Praxis (End of Contract), die Arbeit in Fuenf-Monats-Happen stueckelt, um sich vor Sozial-Abgaben zu druecken. Die Liste, die DoLE (Department of Labor and Employment, nicht zu verwechseln mit Dole Philippines Inc., die mit Ananas und Bananen handeln) vorgelegt hat, hatte urspruenglich 3.777 Firmen im Visier, von denen sich 767 als Gesetzes-Uebertreter erwiesen. Die 20 groeszten stellte Arbeits-Minister Silvestre Bello am Montag vor. Darunter sind auch die Malls, von denen SM sich vorab bereits als schuldig bekannt und Besserung versprochen hat. Sie wollen 5 Tsd Jobs sofort, und weitere 5 Tsd bis Ende des Jahres regulieren. Dazu sagte Bello: “Wir erwarten nicht, dass SM sofort seine 100 Tsd Vertrags-Arbeiter reguliert. Wir muessen auch die Wirkung auf ihre Profitabilitaet beruecksichtigen. … Wenn sie 10 Prozent der gesamten Belegschaft regulieren, werden wir das erfreut akzeptieren.

Die “Wirkung auf die Profitabilitaet” scheinen auch jene nicht im Auge zu haben, die einen nationalen Mindestlohn von 750 Peso pro Tag (so der linke Makabayan-Block im Haus), oder 1.200 Peso (so der Associated Labor Unions-Trade Union Congress), oder 800 Peso (so andere Gruppen) fordern. Der derzeitige Mindestlohn in Metro Manila ist 512 Peso bis runter zu 265 Peso in der ARMM (Autonomous Region in Muslim Mindanao). Eine Erhoehung auf die meist genannten 800 Peso landesweit wuerde das Geschaeftsleben in weiten Teilen des Landes zum Erliegen bringen.

Nimmt man als Beispiel KCC, das zu den ENDO-Suendern gehoert und nur Mindestloehne zahlt, sonst koennte es nicht “pinakabarato ~ am billigsten” sein. Ich kaufe da nicht ein, weil mir die Schlangen zu lang sind, und ich es mir leisten kann, bei SM oder Robinson einzukaufen, die nicht ganz so “barato” sind. Ich bin aber nicht repraesentativ, sondern das sind die Besitzer von Tindahans und Sari-Sari-Stores aus der Umgebung von GenSan, die sich mit hochbepackten Einkaufs-Karren zu den 70 Kassen schlaengeln. KCC muesste die Haelfte der Kassiererinnen entlassen und die Preise erhoehen, um zu ueberleben. Das aber haette seine fatale Wirkung auf die Kleinst-Laeden, in denen sich im Umland all die versorgen, die sich selbst eine Fahrt zum Einkaufen in die Stadt nicht leisten koennen.

Das waere die Katastrophe, und deshalb kann man das nicht machen, sondern muss sich eben mit Teil-Erfolgen zufrieden geben. Ob Gewerkschaftler das einsehen, weisz ich nicht. Ganz bestimmt sehen das aber die Kommunisten nicht ein, die das Grundsatz-Papier CASER des Jose Maria Sison als Basis fuer die “Friedens-Verhandlungen” mit der Regierung betrachten. Darin wird ein nationaler Mindestlohn und das Ende der ENDO-Praxis gefordert. Also soll genau das sein, was sich jetzt schon in der Praxis als unmoeglich durchzusetzen erweist. Damit sind die Gespraeche mit den Kommunisten gescheitert, bevor sie begonnen haben. Dies sollte Bello im Auge behalten, der ja nicht nur Arbeits-Minister, sondern auch Berater im Friedens-Prozess der Regierungs-Seite bei diesen Gespraechen ist.



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaStandard” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.