…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 24. Mai 2018

 

Die schusselige Korruption von Rodrigo Duterte”… – …ist der Titel eines Artikels von Miguel Syjuco in “The New York Times” vom Mittwoch. Ich weisz nicht, wie ich “bumbling corruption” besser uebersetzen kann, und diese Probleme setzten sich bei Lektuere des Artikels fort. Der Autor lebt in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, und schreibt: “Millionen von Filipinos in der Region werden respektiert fuer Professionalitaet und hochwertige Arbeit, waehrend in den Philippinen die Chancen rar und die Loehne niedrig sind. Doch systemische Korruption und Patronats-Politik in unserem an Bodenschaetzen reichen Land versorgen unsere Herrscher gut und jene, die sie unterstuetzen. … Inkompetenz wird denen vergeben, die den Herrschern ergeben sind, waehrend Ruhm und dessen Verfolg als Kompetenz genommen werden, was den Maechtigen immer dienlich war. Trotz Praesident Rodrigo Dutertes Wahlversprechen hat sich jedoch wenig da geaendert, wo es am meisten drauf ankommt: bei unserer politischen Kultur.

Dann geht er auf die Kuwait-Krise ein und bedauert, dass die Haupt-Verantwortlichen Alan Peter Cayetano und Mocha Uson nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.

Trotz des Lobs von Mr. Dutertes Unterstuetzern Dutzende von Beamten zu feuern – fuer Vergehen wie Inkompetenz, Korruption oder Droegen-Schmuggel – wurden nur zwei der Gefeuerten formell wegen Straftaten angeklagt. … Tatsaechlich wurden etliche an andere, oft hoehere Stellen versetzt, trotz Mr. Dutertes Schwur niemals auch nur einen Hauch von Korruption zu dulden. Unter diesen war der Zoll-Chef, der in den Schmuggel einer Tonne von Crystal Meth in einer Operation verwickelt ist, in die auch Sohn und Schwiegersohn des Praesidenten verwickelt sein sollen.

An der Stelle hab ich erstmal verschnauft und an den Schluss des Artikels gescrollt und lese dort: “Miguel Syjuco, ein gelegentlicher Kolumnist, ist Autor des Romans ‘Ilustrado’ und Professor an der New York University Abu Dhabi.” Da erinnerte ich, dass ich das Buch “Ilustrado” von Miguel Syjuco, “Winner of the Man Asian Literary Prize”, mal aus Neugier gekauft und – dann nicht zu Ende gelesen habe. Das war ein unsortierter Kraut-und-Rueben-Muell, in dem ich keinen Faden finden konnte, mich dadurch zu hangeln. Ich brauche Buecher mit einem Faden, die lese ich ganz, und eigentlich gibt es nur wenige Buecher, durch die ich nicht gekommen bin. “Ilustrado” war ein Beispiel, das mir als besonders kraus in Erinnerung geblieben war. Das Buch soll es bei Klett-Cotta auch in Deutsch geben.

Zudem lese ich in der “Wikipedia”, dass Syjuco – ein Filipino, 1976 geboren – seit 2004 hauptsaechlich in Montreal, Quebec, lebt. Er lehrt in Abu Dhabi “Literatur und Kreatives Schreiben”, und da spricht er mit anderen Expats, wie er einleitend in den Artikel bemerkt, zum Beispiel dem philippinischen Friseur, der ihm professionell die Haare schneidet, und man kommt natuerlich unweigerlich auf die Heimat zu sprechen, und wie es da aussieht. Dabei nehme ich an, dass er die Zeitungen liest, fuer die er auch schreibt, zum Beispiel “The New York Times” und “The Guardian”, fuer den er im Oktober 2017 einen Artikel schrieb ueber die Duterte-Regierung, die mit der Marcos-Familie in Allianz ist, die mit dem kriegerischen China kollaboriert, und die Tausende toetet in einem scheuszlichen Drogenkrieg, der jedes gesetzliche Vorgehen und die Menschenrechte missachtet.

Das reichte mir.

Ich habe den Artikel von Syjuco nicht zu Ende gelesen, wie schon damals sein Buch. Fuer mich ist das ein Beispiel fuer “Kreatives Schreiben”, das er Studenten in Abu Dhabi als Beispiel andienen kann, wie man sich eine Wirklichkeit selbst zurecht schnitzt und damit Geld verdient. Ansonsten faellt mir dazu nur wieder mal die Frage von Rigoberto Tiglao ein, die der im Zusammenhang mit der Bericht-Erstattung des “Rappler” in die Debatte warf: “Kann mir mal jemand erklaeren: Wie kommt es, dass auslands-finanzierte Medien und Zeitungen im Westen, und jene, die ihr Land verlassen haben, um sich ihres Lebens im Ausland zu erfreuen, die schaerfsten Kritiker von Duterte sind, waehrend hier ansaessige Filipinos, die vom Tun des Praesidenten ja direkt betroffen sind, ihn mehrheitlich unterstuetzen?

Ich weisz es wirklich nicht, aber Syjuco ist ein gutes Beispiel dafuer.



Gemaesz “NewYokTimes”, “Guardian” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.