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…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 04. April 2018

 

 

Der Mythos von Sisyphos… – …ist hier kein Thema, doch das Bild des Kerls, der Tag fuer Tag den Stein den Berg hochwaelzt, von wo er prompt wieder runterrollt, kam mir in den Sinn, als ich in “The Manila Times” heute die Kolumne von Rigoberto Tiglao las, in der er darstellt, dass Praesidentin Gloria Macapagal-Arroyo im Mai 2006 einen Erlass herausgab, in dem 40% von Boracay als “forestland” und 60% als “agricultural land” definiert wurden. Auf “forestland” darf gar nicht, auf “agricultural land” nur nach Umfirmierung durch die Regierung und mit schriftlicher Genehmigung gebaut werden.

Diesen Erlass hat Praesident Benigno Aquino – dessen Politik darin bestand, alles zu ignorieren, was Arroyo beschlossen hatte – in die Tonne gehauen und Innen-Minister Mar Roxas gestattet, an allen Kuestenstreifen Land an ihm genehme Privatleute und Firmen zu verkaufen, die bauten, wie sie wollten, zum Beispiel auch das Shangri-la Hotel, das irgendwem in Singapur gehoert.

So wurde Boracay zu der “Jauchegrube ~ cess-pool”, ueber die Praesident Rodrigo Roa Duterte in der Kabinetts-Sitzung heute entscheiden soll, ob die Insel fuer ein halbes Jahr dicht gemacht wird, um diesen – wenn ich schon mit griechischer Mythologie begonnen habe – Augias-Stall auszumisten.

Boracay unter Mar Roxas, Drogenzentrale Bilibid unter Leila de Lima, Dengvaxia unter Janette Garin – was soll Duterte noch alles aufraeumen, was die Aquino-Gang hinterlassen hat? Eine unendliche Arbeit, die Duterte Tag fuer Tag angeht – ganz wie Sisyphos. Das Buch “Der Mythos von Sisyphos” des Philosophen Albert Camus endet mit diesen Worten: “Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufuellen. Wir muessen uns Sisyphos als einen gluecklichen Menschen vorstellen.

Ob Praesident Duterte das auch so sieht?



Es dauert wohl etwas laenger… – …nachdem nicht nur nasse Stimmzettel und fehlende Protokolle “Bongbong” Marcos bei der Neu-Auszaehlung der Stimmzettel beunruhigten, sondern auch 4 Revisoren nicht zur Arbeit erschienen – kein Mensch weisz warum. Es wird also etwas laenger dauern mit der Auszaehlung, aber – man sollte sich keine Hoffnungen machen, dass damit alles vorbei ist.

Leni Robredos Anwalt Romulo Macalintal meint, dass man mit der Zaehlung vielleicht in einem Jahr durch ist. Der Prozess selbst vor dem Obersten Gericht koenne dagegen sechs Jahre erfordern.

Noch Fragen?

General-Probe… – …fuer “ihren Tag im Senat” wird der naechste Dienstag, 10. April, 2 p.m., fuer Noch-Oberste Richterin Maria Lourdes Sereno. Das Oberste Gericht hat ihrem Antrag, den “quo warranto”-Antrag des General Staatsanwaltes Jose Calida einfach zu verwerfen, nicht entsprochen und – auf Antrag Serenos – eine muendliche Anhoerung fuer den Tag anberaumt. In dem Bescheid wurde betont, dass Sereno persoenlich zu erscheinen hat. Vermutlich als Vorsorge, da sie Einladungen des Hauses ignorierte und stattdessen ihre Anwaelte vorschicken wollte. So hat sie naechsten Dienstag Gelegenheit fuer “ihren Tag im Senat” zu ueben.

Der Reis wird knapp… – …bei der NFA (National Food Authority) in Manila. Das war Mitte Maerz schon mal ein Thema, und dass es deswegen zu einem Audit kommen sollte, wovon ich aber nichts gehoert habe. Vielleicht wird das ja auch heute im Kabinett diskutiert.

Interessant ist fuer mich in dem Zusammenhang die Aussage von Praesident Duterte, dass die Philippinen sich vermutlich nie selbst mit Reis versorgen koennen, weil auf immer mehr Land “cash crop” und kein “food crop” angebaut wird. Kokos- oder Oel-Palmen und Gummi-Baeume versprechen problemlose Gewinne ohne viel Muehe, sagte er bei einem Besuch in Sultan Kudarat.

Dennoch muss sich niemand Sorgen machen. Auch wenn das Land nur 96% des Eigen-Bedarfs produziert, es sei genug Reis auf dem Markt, laesst die NFA wissen.

Das mag sein, nur ist das nicht der billige NFA-Reis, den sich auch Aermere leisten koennen.

Duterte feuert Aguirre… – …titelt “PhilStar” ohne das uebliche journalistische Fragezeichen, wenn man sich einer Sache nicht so ganz sicher ist. Nach “verlaesslichen Quellen” aber meint “PhilStar” zu wissen, dass das bei der heutigen Kabinetts-Sitzung passiert, oder, falls Justiz-Minister Vitaliano Aguirre nicht selbst zuruecktritt, “irgendwann diese Woche.

Hintergrund soll die inzwischen revidierte Niederschlagung der Klagen gegen Druglord Kerwin Espinosa & Co. sein. Mir gefaellt die Sache nicht. Wenn die Beweislage duenn und widerspruechlich ist, geht man wirklich nicht vor Gericht. Dann aber ist ein Vorwurf eher den Ermittlern in der Sache – PDEA (Philippine Drug Enforcement Agency), PNP (Philippine National Police) oder wem auch immer – zu machen, als dem Staatsanwalt, der das fuer ungenuegend haelt. Als ehemaliger Staatsanwalt sollte Duterte das wissen.

Wir werden sehen, was passiert.



Gemaesz “ManilaTimes”,”ManilaBulletin”, “ABS-CBN”, “Inquirer”, “CNNPhil”, “ManilaStandard”, “SunStar”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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