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…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 19. März 2018

 

Ein Brownout… – …beendete gestern frueh um 6 meinen Blick in die Presse, und dauerte bis unser Sonntags-Ausflug zum Aufbruch mahnte. Wir haben diesmal im “Sarangani Highlands” gut gegessen (bei Interesse: www.saranganihighlands.com), und ich habe auf meine Presseschau verzichtet.

Ueber die Rede… – …von Praesident Rodrigo Roa Duterte vor der Abschluss-Klasse der Militaer-Akademie haette ich eh nicht schreiben koennen, weil er sprach, als wir unseren Ausflug machten. Da die Feierlichkeiten laenger dauerten, meinte Duterte zu Beginn seiner Rede, er werde nicht wie ueblich aus dem Naehkaestchen plaudern, sondern sich an den vorgeschriebenen Text halten. Das hinderte ihn nicht, ein paar Worte ueber den Rueckzug vom ICC (International Criminal Court) zu verlieren, und die hatten es in sich: “Ich werde jeden ueberzeugen, der nun unter dem Vertrag im ICC ist, da rauszugehen. Sie sind ruepelhaft. Es war kein Dokument, das von irgendwem vorbereitet wurde, es wurde von der EU gesponsort.

Dass er mit der EU auf keinem guten Fusz steht, hat sich herumgesprochen, und die Bemerkung hat auch gleich ihr Echo in “The Straits Times” und der “South China Morning Post” gefunden.

Dass Duterte mit seiner Meinung aber nicht allein ist, ist an dem Artikel von Adam Garrie in “Eurasia Future” abzulesen, der sich mit dem Vorschlag des indonesischen Praesidenten Joko Widodo befasst, Australien zu einem Voll-Mitglied bei ASEAN zu machen. Die Ueberschrift seines Artikels fasst Garries Meinung zusammen: “Australien in ASEAN hereinzulassen hiesze einen amerikanischen Wolf in Kaenguruh-Kleidung in eine Schafhuerde zu lassen.

Ob EU oder USA via Australien, das ist Jacke wie Hose. ASEAN will sich emanzipieren, und genauso wenig, wie es China als Mitglied verkraften koennte, wuerde es mit einem amerikanisch oder europaeisch angehauchten Ex-Kolonial-Herren gedeihen. Das Beispiel EU zeigt, welche Probleme man bekommt, wenn man zu schnell zu viele aufnimmt, die sich dann auf nichts mehr einigen koennen. Deutschland und Frankreich haben sich nun zusammengesetzt, um zu einer “Road-Map” fuer Europas Zukunft zu kommen, was ein offenes Eingestaendnis ist, dass die EU ohne Aenderungen wohl keine Zukunft mehr hat.

ASEAN hat den Vorzug dass – ungeachtet der wirtschaftlichen Staerke Indonesiens – keiner der Staaten dominant ist. Das ist die beste Basis fuer Zusammenarbeit. Aber was ist von Australien zu halten, wenn dort wegen des Rohingya-Desasters Straf-Anzeige erstattet wird gegen Myanmars Staats-Beauftragte Aung San Suu Kyi, die zu dem ASEAN-Australien-Gipfel dort war? Gut, die Anzeige wurde wegen Immunitaet des Staats-Gastes abgewiesen, aber braucht ASEAN solche Mitglieder? Australien ist kein asiatischer, sondern ein westlicher Staat.

Ein anderer Haken der Australien-Mitgliedschaft ist der zu erwartende Widerstand von China, dem ein Buendnis von USA, Japan, Indien und Australien als “Quad” unter dem Stichwort “Indo-Pacific” statt “Asia-Pacific” als Schritt zu einer “Asien-Nato” schon laenger ein Dorn im Auge ist. Waere Australien auch noch ASEAN-Mitglied, waere China ausgebootet. Das laesst Xi Jinping nicht mit sich machen, denn es gefaehrdet sein Projekt “Neue Seidenstrasze”, das er eben nicht nur handels-, sonder auch geo-politisch begreift. Dessen ist sich Praesident Duterte bewusst, wenn er die wachsende Militarisierung des Westphilippinischen / Suedchinesischen Meeres als “Brennpunkt” betrachtet, das zu einem groeszeren Konflikt fuehren koennte. Der Nationale Sicherheits-Berater Hermogenes Esperon weist darauf noch einmal hin, so die Schlagzeile der heutigen “Manila Times”, und bedauert, dass es eben immer noch nicht zu einem “Code of Conduct” gekommen ist. “Im vergangenen Jahr akzeptierten China und Mitglieder der Vereinigung von Suedostasiatischen Nationen (ASEAN) einen Verhandlungs-Rahmen fuer die ‘Verhaltens-Regeln [~ code of conduct]’. Jedoch, Offizielle geben zu, dass die Unterschrift unter ein Abkommen dieses Jahr unwahrscheinlich ist.

Was Australien angeht taete ASEAN gut daran, mit Nachbarn weiter gute Beziehungen zu haben, sie aber nicht gleich in’s Wohnzimmer zu lassen. Und diese Haltung spiegelt sich in Dutertes Reserve gegenueber der EU: wir koennen miteinander Handel treiben und Vertraege abschlieszen, aber redet mir nicht in meine Angelegenheiten rein. Und die hinterfotzige Art, ihm unter dem Deck-Maentelchen des ICC an die Karre fahren zu wollen – das laesst er nicht mit sich machen.

Im Gegenteil: er wird nun gegen den ICC arbeiten. Ob Fatou Bensouda sich das so vorgestellt hat, als sie meinte, sich die Sache mal anschauen zu wollen?



Gemaesz “ManilaBulletin”, “EurasiaFuture”, “StraitsTimes”, “SouthChinaMorningPost”, “ManilaTimes”, „PhilStar“ u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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