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…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 30. Januar 2018

 

Praesident Rodrigo Roa Duterte… – …war gestern in Albay und hat sich ein Bild von der Situation am Mt. Mayon gemacht. Er uebergab 20 Mio Peso Soforthilfe und versprach weitere 30 Mio, um die Evakuierten mit Essen, Wasser, Medizin und transportablen Toiletten zu versorgen.

Der Praesident besuchte in einem Krankenhaus auch Soldaten, die im Kampf gegen NPA (New People’s Army) verwundet worden waren. Neben einer Ehren-Medaille bekam jeder finanzielle Unterstuetzung, ein Handy und eine Pistole. Er mahnte die Soldaten wachsam zu sein gegen die Drohungen der Terroristen.

Ferdinand “Bongbong” Marcos… – …meint einen Beweis fuer den Wahlbetrug zu seinen Ungunsten gefunden zu haben bei der Wahl 2016 zum Vize-Praesidenten, in der er mit 263 Tsd Stimmen Leni Robredo unterlag. Er praesentierte das in Manila vor der Presse und wies auf “schockierende” und ”hoechst fragwuerdige” Markierungen auf den Stimmzetteln hin, von denen er nun einige nach langem Ringen endlich in Kopie erhalten hat.

Ich kann das nicht beurteilen. Ich weisz nicht wie die Stimmzettel vorher ausgesehen haben und wie sie nun aussehen. Ich entnehme der Meldung in “The Manila Times” jedoch, dass der zustaendige Richter beim Obersten Gericht, das als PET (Presidential Election Tribunal) tagt, Benjamin Caguioa, ein Klassenkamerad von Benigno Aquino ist, der ihn als Praesident zu seinem Rechts-Berater machte und spaeter ins Oberste Gericht befoerderte.

Ich glaube nicht, dass bei dieser “gerichtlichen Wetterlage” Marcos nun rasch Recht bekommt. Nach der Wahl 2010 hatte der unterlegene Mar Roxas gegen den siegreichen Jejomar Binay geklagt. Das PET entschied im August 2016, dass die Klage nach der Wahl von Leni Robredo “akademisch” sei und verwarf sie. Mal sehen, wie es mit “Bongbong” weitergeht.

Dengvaxia… – …ist weiter ein Thema, in dem das DoH (Department of Health) laut “Manila Bulletin” nun von Sanofi den ganzen gezahlten Betrag zurueckfordert, nicht nur die Erstattung des nicht verwendeten Impfstoffes.

In seiner Kolumne in “The Manila Times” listet Yen Makabenta beginnend mit den inzwischen 26 Todesfaellen von mit Dengvaxia geimpften Kindern den ganzen Skandal auf. Ich will dem im Einzelnen nicht nachgehen, aber am meisten regt Makabenta auf, dass die Hauptschuldigen in der Angelegenheit, Benigno Aquino, Florencio Abad und Janette Garin jede Verantwortung weit von sich weisen. Abad sei wohl in einem “schwarzen Loch” verschwunden, von dem kein Licht mehr ausgeht.

Ruperto Santos, Bischof von Balanga, Bataan, findet hierzu den Vergleich: “Dengvaxia ist wie der beruechtigte Todesmarsch, denn die Furcht von Krankheit und Tod geht durch die Provinz.” Bei dem Todesmarsch, nach Kapitulation gegenueber den Japanern im April 1942, von Bataan ins 100 km entfernte San Fernando, Pampanga, starben Tausende philippinischer und amerikanischer Soldaten. Wer stehenblieb oder hinfiel wurde umgebracht. Das Problem bei Dengvaxia ist, dass das nicht nach 6 Tagen vorbei ist, und – “Angst essen Seele auf”.

Nun, Benigno “Noynoy” Aquino wird das kaum kratzen, er hat wohl andere Probleme. Im Moment werden laut Jojo Robles in dessen Kolumne im “Manila Standard” in der Times Street in Quezon City, in der Aquino wohnt, Barrikaden gegen Durchgangs-Verkehr eingebaut. Das aergert Robles, der durch die Times Street oefter einen Stau umfahren konnte. Naja, die Masznahme geht von den Buergermeistern aus, und Robles meint, “wenn dieser Tage Noynoy erklaert, dass er nichts wusste von dem Projekt der Quezon City-Verwaltung, die oeffentliche Strasze zu sperren, wo sein Vater und seine Mutter ihr Heim gebaut haben, und wo Noynoy nun lebt, waere ich nicht im mindesten erstaunt.

Was soll der Mann auch noch alles wissen!?

Keine Aufregung wert… – …ist die Behauptung, die “Trillanes der Troll” in der Medien-Kueche streut, dass die vorlaeufige Suspendierung von Melchor Arthur Carandang, Stellvertretender Ombudsmann, durch Praesident Duterte zur Amtsenthebung des Praesidenten fuehren kann.

Carandang hat letztes Jahr in einem TV-Interview Angaben zu Bankkonten von Praesident Rodrigo Roa Duterte gemacht, die angeblich vom AMLC (Anti-Money Laundering Council) stammen. Zahlen daraus hatte Senator Antonio Trillanes im Wahlkampf gegen den Kandidaten Duterte benutzt und spaeter eine Untersuchung wegen nicht erklaerter Guthaben eingeleitet.

Die Zahlen sind a) falsch, sie stammen b) nicht vom AMLC und sie haetten c) als vertrauliche Bankdaten sowieso nicht weitergegeben werden duerfen.

Warum sind die Zahlen falsch?

Ich schrieb bereits am 29. September 2017 dazu als Beispiel: “Wenn ich ein Dollar-Konto mit 100 Tsd Dollar habe und ein Peso-Konto ohne nennenswerten Betrag, und ich ueberweise bei guenstigem Wechselkurs die 100 Tsd Dollar auf das Peso-Konto, und wieder zurueck, wenn jener Kurs besser ist, dann habe ich die 100 Tsd nur um die Kurs-Gewinne vermehrt, sagen wir mal in 10 Jahren um 20 Tsd Dollar, sodass ich also ueber 120 Tsd Dollar verfuege. Nehme ich aber die Bankbelege aus 10 Jahren, gebe das einem rachsuechtigen Senator, der die Betraege der 257 Ueberweisungen von 100 Tsd Dollar addiert und mit der Zahl 25,7 Mio Dollar an die Presse geht – dann stehe ich natuerlich vor der Oeffentlichkeit ganz anders da.” Genau das wurde in diesem Fall mit den Zahlen gemacht, wie schon einmal mit den Zahlen, die Ombudsfrau Conchita Carpio-Morales 2012 gegen den Obersten Richter Renato Corona im Verfahren zu dessen Amtsenthebung vorbrachte.

Warum sind die Daten nicht vom AMLC?

Kurz nachdem Carandang letzten September sagte, die Information vom AMLC bekommen zu haben, widersprach der AMLC und erklaerte, dass sie nicht die Quelle dieser Zahlen seien, dass sie keine Untersuchung von Dutertes Bankkonten autorisiert haetten, und dass die Angaben irrefuehrend seien.

Warum durften die Daten nicht weitergegeben werden?

Weil es ein Bankgeheimnis gibt, gegen das man nur mit einem Gerichtsbeschluss ankommt. Fehlt der – und er fehlt – ist es Bruch des Bankgeheimnisses.

Was lernen wir daraus?

Dass die Opposition aus der Geschichte nichts lernt. Rigoberto Tiglao wies bereits im letzten September in seiner Kolumne in “The Manila Times” auf die Parallelen der Amtsenthebung des Obersten Richters Renato Corona und der von Senator Trillanes angestrengten Untersuchung gegen Duterte hin. Damals brachte Ombudsfrau Conchita Carpio Morales als Zeugin addierte Bank-Daten gegen Corona vor, die sie illegal von AMLC-Direktor Vicente Aquino bekommen hatte, und das brach Corona das Genick, weil sich niemand im AMLC ruehrte. Bei dem auf Duterte angesetzten Melchor Arthur Carandang ist das nun anders. Der AMLC liesz sich nicht nochmal als vorgebliche Quelle missbrauchen und schwieg nicht zu dessen Machenschaften.

Sie versuchen es mit derselben Masche wieder, nur diesmal geht der Schuss nach hinten los, denn Duterte wehrt sich. Pech fuer Carandang, und Trillanes kann sich noch so sehr aufplustern: er ist ein Loser, er hat das nur noch nicht gemerkt.



Gemaesz “PTV”, “ManilaBulletin”, “ManilaStandard”, “ManilaTimes”, “PhilStar” u.a.

 

Diskutiert wird darüber im DER PHILIPPINISCHE EXPAT KLUB, in der Gruppe POLITIK!

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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