…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 10. Januar 2018

 

Schuetzt Duterte! – Das Appellations-Gericht CA (Court of Appeals) hat die Mord-Anklage gegen den frueheren Gouverneur von Palawan, Joel Reyes, fallen lassen, da es keine Beweise gegen ihn gebe, und die Behauptungen des einzigen Anklaegers von Widerspruechen strotzen. Es geht um den Mord im Januar 2011 an dem Radio-Journalisten Gerry Ortega, der Reyes in seinen Sendungen der Korruption und des Verstoszes gegen Umwelt-Gesetze beschuldigte. Dagegen will nun Harry Roque vorgehen, der als Anwalt die Ortega-Familie vertreten hat: “Wir werden alle Rechtsmittel ausschoepfen, um die Entscheidung des Appellations-Gerichts zu kippen.” Auch General-Staatsanwalt Jose Calida meint: “Die CA-Entscheidung stinkt. Wo der Gestank genau herkommt, werden wir untersuchen.

Das war die letzten Tage in den Meldungen und interessierte mich bis heute kaum, als ich Rigoberto Tiglaos Kolumne in “The Manila Times” las, der der Meinung ist, dass das Appellations-Gericht Recht hat: Joel Reyes sei unschuldig. Tiglao sieht hinter der Anklage gegen Reyes Machenschaften des Gelben Kults, denn Reyes war ein Unterstuetzer von Gloria Macapagal-Arroyo – Erzfeindin des Benigno Aquino, die er von seiner Justiz-Ministerin Leila de Lima unschuldig ins Gefaengnis werfen liesz. Und dieselbe de Lima sorgte dafuer, dass die windige Anklage gegen Reyes trotz aller Zweifel von Anfang an aufrecht erhalten wurde.  Tiglao, der damals fuer den “Inquirer” schrieb, war schon damals der Meinung, dass die Anklage konstruiert ist. Reyes musste als politischer Gegner Aquinos aus dem Weg geraeumt werden, und Justiz-Ministerin de Lima, “Aquinos Kampfhund”, wusste, wie man sowas macht.

Was auch immer Recht oder Unrecht sein mag in der Sache, nicht nur mich stoert, dass Harry Roque nun zur Regierung von Praesident Rodrigo Roa Duterte gehoert. Duterte hat sich bisher an Recht und Gesetz gehalten. Er betreibt keine Urteils-Schelte und nimmt richterliche Entscheidungen hin, gemaesz dem Grundsatz: “Fiat justitia ruat caelum ~ Recht muss geschehen, und wenn der Himmel einstuerzt.

Kippt das? Mischt die Regierung sich via Roque in die Rechtsprechung ein?

Das waere nicht nur ein grobes Foul gegenueber der Verfassung, denn, wenn Tiglao Recht hat, dann wuerde Roque von Regierungs-Seite aus das Foul-Spiel des Gelben Kults fortsetzen. Roque war mal auf Seiten der Liberalen. Hat er sich davon wirklich abgeloest, oder haelt er sich nach allen Seiten offen? Er will offenbar mit Gewalt Senator werden, und unter dem Aspekt fragte Jojo Robles am 4. Januar in seiner Kolumne im “Manila Standard”: “Wann spricht der Sprecher des Praesidenten fuer den Praesidenten, und wann spricht er tatsaechlich fuer sich selbst?

Das kann Duterte nicht Recht sein. Er sollte sich vor solchen Leuten in seiner Umgebung schuetzen – oder geschuetzt werden.

Dutertes Unterschrift… – …steht seit dem 1. Januar unter der Joint Resolution 01, mit der das Gehalt von Militaer und Polizei angehoben wird. Ueber die Notwendigkeit der Erhoehung habe ich oefter geschrieben, und die wird dieser Tage wieder unterstrichen, da Justiz-Minister Vitaliano Aguirre in Ruecksprache mit dem Praesidenten das NBI (National Buereau of Investigation) beauftragt hat, den Verkauf von 1.004 Waffen der PNP (Philippine National Police) an die NPA (New People’s Army) zu untersuchen. Die kommunistische Terror-Truppe verwendet diese Waffen gern, um Polizei-Stationen anzugreifen und so weitere Waffen und Munition kostenfrei zu erbeuten.

Dass Waffenhaendler ohne grosze Gewissensbisse in Konflikten an beide Seiten verkaufen, mag angehen. Aber dass eine Seite ihre Waffen an den Feind verscherbelt, laesst an der Moral der Truppe zweifeln. Das Kuerzel PNP muss dann als “Philippine National Problem” gelesen werden. Meine Hoffnung dazu habe ich erst am Montag beschrieben, sodass ich mir die Wiederholung heute spare.



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaStandard”, “GMANews”, “ABS-CBN”, “Inquirer”, “InterAksyon” u.a.

 

 

Diskutiert wird darüber im DER PHILIPPINISCHE EXPAT KLUB, in der Gruppe POLITIK!

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.