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…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 09. Januar 2018

 

Die Philippinen… – …sind das einzig katholische Land Asiens. Wer das nicht glaubt, sollte heute den Fernseher ab 6 Uhr morgens einschalten und sich die “Traslacion”, den Zug der Figur des “Black Nazarene” vom Quirino Grandstand im Rizal Park zur Minor Basilica of the Black Nazarene in Quiapo, Manila, anschauen. 15 Millionen nahmen letztes Jahr teil, 17 Millionen werden heute erwartet. Gestern abend sah ich im Fernsehen schon Tausende, die am Quirino Grandstand Schlange standen, um die Figur zu beruehren, sei es nur mit dem Handtuch, und bei der Nachtwache bis zum Beginn der “Traslacion” dabei zu sein, die um die 20 Stunden dauern kann, schaetzt man.

Die Philippinen sind aber nicht nur deshalb einzigartig, weil hier ein konservativ-christlicher Glaube sich mit asiatischer Kultur verbindet, sondern sie sind auch das einzige Land, dessen Kolonialherren am Ende nicht Spanier, Portugiesen, Englaender, Franzosen, Hollaender oder Deutsche waren, sondern US-Amerikaner. Richtig, “the land of the free” befreite die Filipinos von spanischer Herrschaft und unterwarf sie selbst – ein Umstand, der im Jahre 1901 schon Mark Twain aufstiesz: “Es muss zwei Amerikas geben: eines, das Gefangene befreit, und eines, das einst Gefangenen ihre neue Freiheit fortnimmt, grundlos einen Streit mit ihnen anfaengt, und sie dann toetet, um ihr Land zu bekommen.

So sind die Philippinen nicht nur ein einzigartiges, sondern fuer Westler ein ganz eigenartiges Land geworden. Der katholische Glaube, spanisches Erbe, und die englische Sprache, amerikanisches Erbe, signalisieren kulturelle Naehe zu Europa, die einem das Bemuehen um die philippinische Sprache erspart, sei es Tagalog oder Visayan, bis man erstaunt feststellt, dass Filipinos anders sind. “genus proximum: asiatisch, differentia specifica: philippinisch – homo asiatico-pilipino.” Das merkt man nicht, wenn man als Tourist eine Woche in einem Beach-Resort oder als Journalist ein paar Tage in einem Hotel in Manila verbracht hat. Erst nach einiger Zeit hoeren sie auf sich in Englisch zu bemuehen: soll der doch unsere Sprache lernen!

Dieser Bruch im Gesamtbild fiel weltpolitisch nicht auf, solange die Filipinos artig den “kleinen braunen Bruder” der Amerikaner spielten mit einer Fuehrungs-Riege, die sich spanisch-kolonial mit westlicher Ausbildung an amerikanisch gestylten Universitaeten gab, wenn man nicht gleich in die USA gegangen war, um dort zu studieren und sich den “american way of life” anzueignen.

Nun wurde da letztes Jahr aber ein Filipino zum Praesidenten gewaehlt, der einen chinesischen Groszvater und eine Groszmutter von den Maranao hatte, selbst aus Mindanao kam und noch nie in seinem Leben in den Vereinigten Staaten war. Mindanao, das war doch gar kein richtiger Teil der Philippinen, sondern kam in den – englisch-sprachigen – Nachrichten immer nur vor als “the unrestive South of the Philippines.” Und statt dass der Kerl gleich wieder verschwindet, haelt der sich gegen alle Erwartung der westlichen Welt und der westlich gestylten Opposition. Die neuesten Umfragen von “Pulse Asia” sagen, dass 80 Prozent der Filipinos hinter ihm stehen – im Schnitt. Sieht man es landschaftlich dann sind es 93 Prozent in Mindanao (da wohn ich, ganz im unten im Sueden), 86 Prozent in den Visayas, 79 Prozent in Manila und 72 Prozent im Rest von Luzon.

Die Zustimmung zu diesem ersten waschechten Filipino an der Spitze der Philippinen nimmt nahezu glaeubige Formen an, was den Westen erschuettert, der solche Hingabe nur aus Diktaturen kennt, und so greift die Opposition das Stichwort auf und denunziert ihn als Diktator, und der Westen, der nur “westlich” versteht, plappert das nach im Gefuehl, die Philippinen verstanden zu haben.

Die Philippinen sind aber asiatisch, “naa ta sa Pilipinas ~ wir sind in den Philippinen”, und wer es nicht glaubt, sollte heute Fernsehen schauen.

Macht die Augen auf – lernt Sehen!



Gemaesz “GMANews”, “ManilaTimes” u.a.

 

Diskutiert wird darüber im DER PHILIPPINISCHE EXPAT KLUB, in der Gruppe POLITIK!

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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