…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 02. Januar 2018

 

Einen Jahres-Rueckblick der etwas anderen Art… – …bietet Jojo Robles in seiner Kolumne im “Manila Standard” und listet auf, was er 2017 gelernt hat. Robles hat gelernt…

…dass man mit dem Kriegsrecht leben kann, auch wenn die Opposition das nicht glauben mag.

…dass es nicht 17.000 Tote im Kampf der Polizei gegen Drogen-Dealer gab, wie von der Opposition verbreitet, sondern so um 3.000.

…dass die Menschenrechte offenbar nur dann von Bedeutung sind, wenn man in Opposition zu Praesident Rodrigo Roa Duterte steht.

…dass man keine Ahnung von irgendetwas haben muss, wenn man einen Staat fuehrt und eine Dengue-Massenimpfung anordnet, wie zum Beispiel Benigno Aquino.

…dass man gegen alles sein darf, was von der Regierung kommt, auch wenn man nichts Besseres vorschlagen kann, wie zum Beispiel Edcel Lagman und Antonio Trillanes.

…und so weiter.

Mich freut, dass Jojo Robles aus dem Weihnachts-/Neujahrs-Urlaub zurueck ist. Seine Kolumne ist immer ein Genuss.

Noch Wuensche offen? – Ob die Gegner Dutertes im Gefaengnis sitzen oder sich verstecken – macht nichts. Der “Inquirer” gibt ihnen eine Stimme und veroeffentlicht ihre Wuensche fuer das Neue Jahr.

Die wegen moeglicher Verwicklung in den Drogenhandel inhaftierte Senatorin Leila de Lima fuehlt sich eingesperrt aufgrund erfundener Anschuldigungen, ihren Namen besudelt, und ueberhaupt verletze dieses Regime andauernd ihre Rechte. Sie hofft, “dass dies ein wahrer Beginn des Jahres fuer die Rueckkehr zur Normalitaet in unserer Regierung wird, fuer die wahre Anerkennung der Wuerde aller Filipinos, und dass Wahrheit und Recht sich in unserem geliebten Land durchsetzen werden.

Sie wird ihr Recht schon noch bekommen.

Im “Inquirer” kommt auch Ober-Kommunistist Jose Maria Sison zu Wort, der in seinem Exil in den Niederlanden findet, dass Mr. Duterte sein “Schema einer faschistischen Diktatur” ueberdenken und an den Verhandlungs-Tisch zurueckkehren solle, um eine “umfassende Vereinbarung ueber soziale, oekonomische und politische Reformen als Basis fuer einen gerechten und dauerhaften Frieden” auszuarbeiten. Persoenlich wuenscht Herr Sison sich und seiner Frau Gesundheit, damit sie weiter “dem philippinischen Volk in seinem Kampf um nationale und soziale Befreiung” dienen koennen.

Ganz anders… – …sieht das Victor Avecilla im “Manila Standard” unter dem Titel “Ein Ende dem Kommunismus”: “Praesident Rodrigo Duterte sollte einen Vernichtungs-Krieg gegen kommunistische Rebellen in den Philippinen fuehren. Es ist an der Zeit, dass die Regierung die laengste kommunistische Rebellion der Welt beendet. Gluecklicherweise hat Praesident Duterte den politischen Willen, die Sache durchzuziehen.

Fuer Avecilla ist der “Kampf” der Kommunisten auf ewig verbunden mit dem Bomben-Anschlag auf eine Wahl-Veranstaltung der Liberalen Partei auf der Plaza Miranda in Quiapo, Manila, am 21. August 1971, bei dem es 9 Tote und 95 Verletzte gab. Hinter dem Anschlag steckte Jose Maria Sison und nicht Diktator Ferdinand Marcos, wie die Kommunisten selbst ausstreuen lieszen. Reine Propaganda ist alles was von Kommunisten kommt auch heute noch, die Millionen erpressen von dem Volk, fuer das sie angeblich sind. Ihre Verlogenheit zeigte sich auch, als Duterte Friedens-Gespraeche anbot. Waehrend sie in Europa politische Wolkenkuckucks-Heime bauten, ging das Morden und Brennen der NPA (New People’s Army) hier im Land ungestoert weiter und liesz sich auch durch Waffenstillstands-Versprechen nicht beirren, bis Duterte einen Schlussstrich unter diesen Idiotismus zog.

Avecilla fasst dies so zusammen: “Als Ideologie ist der Kommunismus gescheitert. Die Sowjetunion und ihre europaeischen Satelliten gibt es nicht mehr, das kommunistische China macht in Kapitalismus. Es gibt eine wuchernde Regierungs-Korruption in Vietnam und Kambodscha. Cuba ist ein Dinosaurier im neuen Jahrhundert, und jeder zivilisierte Mensch hasst Nord Korea. Betrachtet man diese Praemissen, dann muss mit dem Kommunismus in den Philippinen Schluss sein.

Eine eher kleine Meldung… – …hat ihren Weg in die Auslands-Presse gefunden. Die “Straits Times” berichtet, dass Dutertes Anordnung, Feuerwerk zum Jahreswechsel nur auf ausgewiesenen Plaetzen zu gestatten, einen erheblichen Rueckgang der Verletzungen zur Folge hatte. Es gab dieses Jahr “nur” 191 Verletzte bei Unfaellen mit Feuerwerk in der Zeit vom 21. Dezember bis 1. Januar, im Vergleich zu 524 im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Es gab auch “nur” 7 Amputationen von Fingern und Haenden im Gegensatz zu 19 Amputationen damals. Historisch den “Rekord” haelt Neujahr 2012 mit 4 Toten und ueber 1.000 Verletzten, was die Philippinen zu einem der gefaehrlichsten Orte der Welt fuer den Jahreswechsel machte.

Ihre Art Jahreswechsel… – …begingen die BIFF (Bangsamoro Islamic Freedom Fighters), die durch am Straszenrand bzw. in einem Pedicab angebrachte IEDs (Improvised Explosive Devices) am 31. Dezember und 1. Januar in Maguindanao und Sultan Kudarat 1 Polizisten und 2 Zivilisten toeteten. 7 Polizisten, 2 Soldaten und 16 Zivilisten wurden verwundet. Polizei und Armee sind hinter den Terroristen her.

Man kann (und muss weiter) mit dem Kriegsrecht in Mindanao leben, da hat Robles schon Recht.



Gemaesz “ManilaStandard”, “StraitsTimes”, “Inquirer”, “ManilaTimes”, “Wikipedia” u.a.

 

Diskutiert wird darüber im DER PHILIPPINISCHE EXPAT KLUB, in der Gruppe POLITIK!

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.