…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 01. Dezember 2018

(zum Bild: Der festgenommene Satur Ocampo )

 

Nichts Genaues… – …weisz man nicht. Und das gilt fuer zwei Dinge. Zum einen weisz man nicht, wo Praesident Rodrigo Roa Duterte grad ist. Er war nicht bei den Feiern zum 155sten Geburtstag von Andres Bonifacio, dem “Vater der Philippinischen Revolution”, den Einige zum wahren Nationalhelden erklaeren moechten, weil er ein Kaempfer war. Von Jose Rizal weisz man, dass er gegen Gewalt war, aber – er hat wichtige Buecher geschrieben und – wer schreibt, der bleibt. Als Vertretung schickte Duterte den “Little President” – diese Bezeichnung fuer den schwergewichtigen Staats-Minister Salvador Medialdea amuesiert mich immer – neben dem Duterte wie der kleine Bruder aussieht. Er selbst sei wegen Unruhen (welche?) in Mindanao, laeszt Malacañang verlauten.

Das bringt die zweite Ungewissheit auf’s Tapet. Die PNP (Philippine National Police) erhob Klage gegen den ehemaligen Abgeordneten Saturnino Ocampo, und die Abgeordnete der Partei-Liste ACT Teachers, Francisca Castro wegen Kindes-Missbrauch, Kidnapping und Nicht-Rueckgabe von Minder-Jaehrigen. Sie wurden am Mittwoch in Talaingod, Davao del Norte, verhaftet, weil sie angeblich Kinder “fuer Proteste gegen die Regierung” rekrutieren. Sie waren in einer Kolonne von 5 Vans mit anderen und den Kindern bei einem Checkpoint gestoppt worden, wo man die Einwilligung der Eltern sehen wollte, die sie nicht vorweisen konnten. Die Kinder waren aus verschiedenen Teilen Mindanaos und waren Studenten des Salugpungan Learning Center. Das Institut wird von DepEd (Department of Education) nicht als Schule anerkannt, und es war auf dessen Weisung frueher dieses Jahr von den Lumad-Fuehrern verriegelt worden. Dazu hiesz es: “Es gab Berichte, dass den Kindern an der Schule falsche Ideen gelehrt wurden, fern den Vorgaben des DepEd. Auch soll diese Gruppe angeblich die Kindern benutzen um mit ihnen gegen die Regierung zu demonstrieren.

Nun weisz man, dass linke Gruppen Kommunisten sind, auch wenn sie sich anders nennen, und dass sie bei jeder Gelegenheit gegen die Regierung demonstrieren. So ist in der “Manila Times” heute ein Foto eines Protest-Marsches von Leuten mit roten Farben am “Bonifacio Day” in Manila zu sehen, dem voran eine raketen-bestueckte Figur von Duterte gefuehrt wird und dahinter Bilder von Karl Marx, Donald Trump mit Uncle Sam-Hut, Rodrigo Duterte und Mao Tsetung. Es ist anzunehmen, dass die Kinder da mitmarschieren sollten, denn es ist bekannt, dass die Kommunisten Handgelder an wen auch immer geben, wenn er in “ihren Reihen” mitmarschiert. Man sollte bei Protest-Gruppen stets mitbedenken, dass die Haelfte davon nicht hinter “der plakatierten Sache” steht, sondern weil sie bezahlt wird. Arme gibt es in Manila genug, die die hundert Peso gerne mitnehmen.



Nun weisz man auf der anderen Seite aber auch, dass die Lumad die ewig Gekniffenen dieses Landes sind, die insbesondere in abgelegenen Gebieten stets in Fehde liegen mit Minen-Besitzern und Holz-Firmen, die ihr Land stehlen oder durch Abholzung ruinieren. Dagegen wehren sich die Lumad, und gegen die Lumad wehren sich Kapitalisten, indem sie die NPA (New People’s Army) – den bewaffneten Zweig der Kommunisten – als Schutztruppen gegen das Volk engagiert, fuer das die Kommunisten angeblich seit fuenfzig Jahren im Sinne Maos einen “Kampf des Volkes” fuehren. Die rekrutieren ihren Nachwuchs bei den Lumad, indem sie deren Kinder abkaufen oder zwangs-rekrutieren und in den Schulen, Lern-Zentren “ideologisch aufnorden”, Dagegen wehrt sich Praesident Duterte und erklaert – in der Sprache, die ihm zueigen ist – dass er diese Schulen bombardieren und die NPA-Strukturen zerstoeren wird. Dagegen wehrt sich die weltweite “Menschenrecht fuer alle”-Bewegung, dass dieser Menschenfeind Duterte die Schulen der Lumad zerstoert und so weiter und so weiter…

Daneben gibt es aber auch noch die AFP (Armed Forces of the Philippines), die auf Mindanao unter Kriegsrecht im Krieg mit der NPA ist. Die AFP beschaeftigt aber auch Cafgus (Civilian Armed Forces Geographical Units), zivile Unterstuetzer vor Ort, in manchen Gegenden eben auch Lumad, die quasi drei Herren dienen: der AFP, ihrem Stamm und sich selbst. Was die immer so genau tun, weisz kein Mensch. Die einen wollen es nicht wissen, und die anderen haben keine Ahnung – wie ich.

Ich weisz nicht, wer diese linken Voegel Ocampo und Castro sind, ich weisz nicht, was sie mit den Kindern vorhatten, ich weisz nicht, ob die Eltern davon wussten oder gar Geld bekommen haben, und – ich weisz nicht, ob das etwas mit den Unruhen zu tun hat, wegen denen Duterte am “Bonifacio Day” nicht dabei war, sondern nach Mindanao musste.

Ich weisz, dass ich nicht weisz,” wuerde Sokrates an der Stelle sagen, aber ich weisz, dass alles, was dazu im Moment geschrieben wird, mit sehr viel Vorsicht genossen werden sollte, und insbesondere mit Blick darauf, aus welcher Ecke es kommt.



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaBulletin”, “MindaNews”, “Bulatlat” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.