…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 25. Oktober 2017 

 

Den Rechtsausschuss rechts ueberholt… – …hat Praesident Rodrigo Roa Duterte durch Annahme des Ruecktritts von Andres Bautista “mit sofortiger Wirkung”, obwohl der erst zum Jahresende gehen wollte. Der Rechtsausschuss unter Leitung von Reynaldo Umali brauchte gestern einen halben Tag, bis er begriff, dass das Amtsenthebungsverfahren gegen den bisherigen Chef der Wahlkommission damit “fragwuerdig und akademisch” geworden war.

Damit endet dessen Immunitaet, und er kann vor den Ombudsmann zitiert werden, was aber – man ist dort nicht so schnell wie der Praesident – vermutet Jojo Robles in seiner Kolumne im “Manila Standard”, wohl erst der Nachfolger von Ombudsfrau Conchita Carpio-Morales in Angriff nehmen wird. Deren Amtszeit endet naechstes Jahr, und sie hat sich nie durch uerbermaeszige Eile hervorgetan, wenn es um liberale Uebeltaeter ging.



Von einer revolutionaeren Regierung… – …traeumt Rigoberto Tiglao heute in seiner Kolumne in “The Manila Times”, um die Herrschaft der Wenigen (oligarchy) in den Philippinen zu beenden, weil einzig Duterte Statur und Rueckhalt in der Bevoelkerung haette, diese ueberfaellige Aufgabe anzupacken, waehrend Tiglaos Kollege Francisco Tatad in derselben Zeitung den Niedergang Dutertes deutlich vor Augen hat und und ueber vorgezogene Neuwahlen (snap election) nachdenkt, bei der Praesident Duterte und Vize-Praesidentin Leni Robredo gegeneinander ins Rennen gehen sollen.

Den Wert beider Vorschlaege mag man schon daran beurteilen, dass der Anreiszer auf der Titelseite der Druck-Ausgabe Tiglao vier Spalten links oben, also ganz vorn einraeumt, wodurch fuer Tatad nur zwei Spalten daneben uebrig bleiben. Wo bei Tiglao wohl das revolutionaere Feuer seiner Jugend noch einmal auflodert, unter Diktator Marcos war er als Kommunist interniert, scheint bei Tatad die Altersdemenz durchzuschlagen. Anders ist dessen Realitaetsverlust nicht zu verstehen, oder aber er befuerchtet, dass bei der Neuauszaehlung der Stimmen, die auf Protest von Ferdinand “Bongbong” Marcos nun beginnt, doch herauskommen koennte, dass Robredo gar nicht dorthin gehoert, wo sie sich im Moment aufhaelt, und so aus dem Amt geworfen wuerde. Da hofft man besser auf Unterstuetzung aus dem Ausland und von der Kirche und setzt alles auf eine Karte.

Was erlauben Trump? – Die juengeren unter den Lesern – gibt es die? – werden diesen Satz nicht einordnen koennen, waehrend den aelteren die Tirade von Giovanni Trappatoni am 10. Maerz 1998 wohl ebenso lebhaft in Erinnerung ist wie mir. Fuer Interessierte: man findet Videos bei Youtube, man muss nur “Trappatoni” googeln.

Doch zur Sache.

Die Asien-Reise des US-Praesidenten Donald Trump steht bevor oder droht, wie auch immer man das sehen will, und da machen sich Kommentatoren Gedanken. Durch Trumps Ausscheren aus der TPP (Trans-Pacific Partnership) und seine “America first”-Reden hat er keine verheiszungsvolle Ausgangslage fuer Gespraeche mit China, Japan und ASEAN (Association of Southeast Asian Nations) geschaffen.

Zum Besuch Trumps beim ASEAN-Gipfel in Manila, letzter Stop von dessen Asien-Reise, sieht Tom Plate, ein amerikanischer Journalist, in einem Kommentar fuer die “South China Morning Post” keine Probleme. Er schreibt: “Trump sollte diesen Stop am leichtesten ausloten koennen – simple Schlagworte, Macho-Pose, tiefergehende Gedanken vermeiden. Aber vielleicht, nach dem Wirbelwind, den er bis dahin dann durchgegangen ist, waere ein diplomatisches Augen-Schmankerl grad das, was die Image-Berater (spin doctors) anordnen.

Ich kann kaum glauben, dass Tom Plate, gemaesz Unterschrift des Artikels Gruender einer “Asia Media International” an einer amerikanischen Universitaet, in echt so daemlich ist wie er schreibt und glaubt, dass Praesident Duterte ein gedankenloser Macho sei, dem man als Kumpel auf die Schultern haut und – Bier ausgeben klappt nicht, Duterte trinkt kein Alkohol – irgendwas Nettes gibt: neue Lederkutte oder ein paar Cowboy-Stiefel, ich weisz nicht, welche Mentalitaet amerikanische Praesidenten haben.

Sollte Trump sich solches Auftreten hier gestatten – was erlauben Trump? – dann ist die Katastrophe absehbar. Meine Hoffnung ist eigentlich, dass das nur ein doofer Kommentar von Tom Plate und nicht verbreitete Meinung amerikanischer Journalisten ist.

Aber wer weisz das schon.

Gemaesz “ManilaStandard”, “ManilaTimes”, “StraitsTimes”, “SouthChinaMorningPost” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.