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…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

Die lokalen Schlagzeilen... – ...beschaeftigen sich mit dem “nun doch”-Amtsenthebungsverfahren gegen den Chef der Wahlkommission Andres Bautista, das gedanklich schon vom Tisch war, als es am 20. September vom Rechts-Ausschuss wegen formaler Maengel verworfen wurde. Nun, der Ausschuss kann empfehlen, beschlieszen tut das Haus, und das hat sich nicht an die Empfehlung gehalten, sondern mit 137:75 Stimmen fuer das Verfahren ausgesprochen.

Ausschlaggebend war die Arroganz Bautistas, seinen Ruecktritt zum Ende des Jahres in Aussicht zu stellen – was heiszt, dass er darueber nachdenkt, ob er das tut. Damit hatte er sein Blatt ueberreizt, und um das Verfahren kommt er nur noch herum, wenn er sofort zuruecktritt, was ihm einige Mitglieder des Kongresses empfohlen haben.

Der Leitartikel der “Manila Times” findet, dass es fuer einen wuerdevollen Abgang eh zu spaet ist, und Jojo Robles haelt in seiner Kolumne im “Manila Standard” das Verfahren gegen Bautista fuer wichtiger als das gegen die Oberste Richterin Maria Lourdes Sereno, denn bei der Untersuchung gegen Bautista koennte herauskommen, was wirklich bei den Wahlen 2016 geschah, und ob nicht doch Ferdinand “Bongbong” Marcos Vize-Praesident sein muesste: “Wenn Bautista zuruecktritt, wuerde uns diese Information vorenthalten.



Die internationalen Schlagzeilen... – ...befassen sich mit der Anweisung von Praesident Rodrigo Roa Duterte, dass kuenftig die PDEA (Philippine Drug Enforcement Agency) ausschlieszlich Operationen gegen illegale Drogen unternimmt. Die PNP (Philippine National Police) unterstuetzt PDEA personell, unternimmt aber keine eigenen Aktionen mehr wie Oplan “Double Barrel” oder Oplan “Tokhang”. Eine Meldung von “Reuters” bringt die Hongkong-basierte “South China Morning Post” und “The Straits Times” aus Singapur, und natuerlich ist das auch Thema hier in der Presse.

Man kann nun darueber philosophieren, ob Duterte vom Drogenkrieg Abschied nimmt, ob sich sein Niedergang als Praesident abzeichnet, oder wovon wer auch immer traeumen mag. Das eigentliche Problem Dutertes, das sich hier zeigt, ist die Polizei selbst. Er weisz, dass es “ninjas” und “bad eggs” bei der Polizei gibt, hat er selbst oft genug beklagt, und deutlich machten das Ereignisse wie der Mord an dem koreanischen Geschaeftsmann Jee Ick Joo durch Polizisten in Camp Crame, dem Hauptquartier der PNP, sozusagen unter der Nase von Polizei-Chef Ronald “Bato” dela Rosa, wie auch neulich auch die Morde an Kian delos Santos und Carl Angelo Arnaiz.

Zu beiden Anlaessen dringlich befragt brach Polizei-General dela Rosa in Traenen aus. Er wurde “emotional”, wie man hier sagt. Mir fiel damals im Januar, nach dem Mord an Jee Ick Joo, der Satz ein “Generale weinen nicht”. Ich weisz nicht, ob der Satz geklaut oder nur eine Variante von “Indianer weinen nicht” ist, tut nichts zur Sache, aber ich brach in Traenen aus, nicht weil ich “emotional” wurde, sondern vor Lachen, als ich im Februar dann sah, wie dela Rosa Polizisten fuer ihr Fehlverhalten vor laufenden Kameras Liegestuetze machen liesz. “Das ist doch Kindergarten!” rief ich und bekam fast Streit mit meiner Frau, die das fuer eine gerechtfertigte Disziplinar-Masznahme hielt.

Ich will darauf nicht herumreiten. Mir faellt nur auf, dass ich in der ganzen Diskussion den Innen-Minister vermisse. Die PNP untersteht dem Innen-Ministerium (DILG ~ Department of the Interior and Local Government), dessen Chef Ismael Sueno von Duterte im April gefeuert wurde, weil es irgendeinen Schmu gab beim Kauf von Feuerwehr-Autos aus Oesterreich. Nachfolger sollte eigentlich General Eduardo Año sein, den Duterte aber wegen der Marawi-Krise nicht von der Armee abziehen konnte. Das Amt des Innen-Ministers wird seither von Catalino Cuy verwaltet, oder anders: es gibt derzeit keinen richtigen Innen-Minister, der eigentlich fuer politische Ausrichtung und Ziel-Vorgabe fuer die Polizei zustaendig waere.

So greift Duterte durch auf dela Rosa, und das ist nicht Aufgabe eines Praesidenten. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, ob dela Rosa, der vom Zwei-Sterne-General in Davao zum Vier-Sterne-General in Manila befoerdert wurde, nicht ueberfordert ist, wenn er einen nicht vorhandenen Innen-Minister auch noch ueberbruecken soll. Von Cuy habe ich bisher nur gehoert, dass er in den Barangays fuer 500 Mio Peso Kisten aufstellen lassen will, in denen man Drogen-Dealer anonym anschwaerzen kann.

Der Praesident sollte sich nach einem faehigen Innen-Minister umsehen, der dela Rosa sagen kann, was er zu tun und was er zu lassen hat, und der die “ninjas” und “bad eggs” rausschmeiszt, statt sie mit Leibesuebungen zu demuetigen.

Gemaesz “GMANews”, “InterAksyon”, “ManilaTimes”, “ManilaStandard”, “ManilaBulletin”, “StraitsTimes”, “SouthChinaMorningPost” u.a.

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht. 

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