aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 28. Januar 2020

(zum Bild: So wird man einen schlechten Vertrag los – VFA“)

 

Gleich zwei Leitartikel… – …befassen sich mit der vorgesehenen Kuendigung des VFA (Visiting Forces Agreement). Die “Times” meint: “Think twice before abrogating VFA over Bato’s canceled US visa”. Der Leitartikler geht davon aus, dass das fuer ungueltig erklaerte Visum des ehemaligen Polizei-Chefs Ronald “Bato” dela Rosa der Grund fuer den Schritt von Praesident Rodrigo Roa Duterte sei. Der “Standard” meint: “Good riddance to a bad deal”, wobei das “good riddance” im Sinne “zum Glueck sind wir das los” zu verstehen ist. Der Leitartikler hebt darauf ab, dass die Philippinen einen Teil ihrer Rechtsprechung an die USA abtritt, und das, obwohl hier zwar der Senat das Abkommen abgesegnet hat, es in den USA aber als reine Angelegenheit der Exekutive betrachtet wird. Dass allein das “Bato-Visum” der Grund des Praesidenten war, ist auch der Tenor der Kolumne von Antonio Contreras in der “Times” unter der Ueberschrift: “When a senator’s US visa is deemed greater than the Republic”.

Genau dies bestreitet der Sprecher des Praesidenten, Salvador Panelo, der dazu erklaert: “Es ist nicht, wie manche sagen, eine Entscheidung aus einer Laune heraus. Es ist eine untersuchte Reaktion auf Handlungen, die der Praesident nicht nur als Eingriff, sondern auch als Angriff auf die Souveraenitaet dieses Landes erachtet. … Fuer diejenigen, die denken, dass dies ein voreiliges Urteil ist, moechte ich Sie daran erinnern, dass dieser Praesident ein taktischer und denkender Praesident ist.

In dieselbe Kerbe haut auch der ehemalige Sprecher, Harry Roque, in seiner Kolumne im “Tribune” unter der Ueberschrift: “Goodbye, VFA! Good riddance, Uncle Sam!” mit dem Untertitel: “Niemals in meinen wildesten Traeumen haette ich erwartet, dass eine negative Entscheidung zu einer meiner Petitionen das erreichen wird, was wir uns ueberhaupt gewuenscht haben: die Aufhebung des VFA.” Er hatte einst im Auftrag des ehemaligen Senats Praesidenten Jovito Salonga eine Petition beim Obersten Gericht eingereicht, das VFA als “verfassungswidrig” zu erklaeren, welche Petition abgewiesen wurde. Nun folgt der Praesident der darin aufgezeigten Linie.

Roque rechnet sich an, dass er den Praesidenten aufmerksam studiert habe: “Aus diesem Grund wundert es mich nicht, dass PRRD [President Rodrigo Roa Duterte], wie ich bereits in dieser Kolumne geschrieben habe, unter anderem das Visitng Forces Agreement aufhebt, das Einreise von Filipinos hinter der Verhaftung von Leila de Lima untersagt. Nun, der Praesident hat gerade seine Absicht angekuendigt, dies zu tun. Ich kann nur sagen: Ich habe es euch gesagt!

Die Naehe zum Praesidenten, die Roque als dessen Sprecher hatte, habe ich nicht. Gleichwohl befasse ich mich mit ihm nun seit drei Jahren, und so teile ich die Ansicht Panelos, dass das “Bato-Visum” nicht der einzige Grund fuer die Kuendigung des VFA war, es war nur “the last straw that broke the camel’s back”, wie man im Englischen sagt.

Ich sehe vielmehr einen Praesidenten, der sich in seinen Reden ausprobiert, wie weit er gehen kann, um dann – in Abwaegung der erzeugten Reaktion – eine Entscheidung zu treffen. Ich kam darauf am Beispiel seiner Bemuehungen um ein Verhaeltnis zur Kirche, zur Religion, zu Gott, weshalb ich ihn oefter als “Gottsucher” bezeichnete. Das bietet einen Weg zum Verstaendnis Dutertes. Dazu hole ich jedoch philosophisch weiter aus, was dieses Blog sprengen wuerde. Ich habe meine Ueberlegungen unter der Ueberschrift “Der Gottsucher” in meiner Schublade abgelegt:

https://sites.google.com/site/eckardschublade

Wenn es denn interessiert…

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Standard”, “PNA”, “Daily Tribune” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht