…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 25. November 2019

(zum Bild: Alan Cayetano wegen der Organisation der SEA-Spiele in der Kritik.)

 

Praesident Rodrigo Roa Duterte… – …flog gestern Abend nach Basun, Suedkorea, um am ASEAN-Suedkorea-Gipfel teilzunehmen, der heute und morgen stattfindet. Der regionale Gipfel steht unter dem Motto “Partnership for Peace, Prosperity for People” und ist “business as usual” zu Festigung und Ausbau nachbarschaftlicher Beziehungen. Duterte wird Praesident Moon Jae-in zu einem bilateralen Gespraech treffen.

Dutertes Herz – Nein, es geht nicht um Dutertes Gesundheit, seine Reise nach Suedkorea ist Beleg, dass er sich fit dafuer fuehlt, sondern es geht um die “Anti-Drogen Zarin” Leni Robredo, die er nach nicht einmal einem Monat in ihrem Amt gefeuert hat. Die Begruendung lieferte Sprecher Salvador Panelo, “Mangel an Konzept und Vision fuer das Amt”.

Ich will das nicht diskutieren, und gleich gar nicht den Vorwurf von Senator Francisco Pangilinan, Chef der Liberalen Partei, welcher Robredo angehoert, dass deren Entlassung von dem Chaos ablenken soll, das sich bei den anlaufenden SEAG (Southeast Asian Games) zeigt, fuer die die Philippinen dieses Jahr Gastgeber sind. Der Anwurf ist noch weit erbaermlicher als der misslungene Amts-Antritt der Vize-Praesidentin in ihrem zweiten Versuch, ein oeffentliches Amt zu bekleiden und dem Land irgendwie dienlich zu sein.

Was auch immer nun gemunkelt und gemeldet wird, ich glaube, Praesident Duterte hat einfach nur ein mitleidiges Herz und hat sie aus dem Rennen genommen, bevor sie sich und das Land bis auf die Knochen blamiert.

Fehlstart – Die Philippinen richten dieses Jahr die Suedostasienspiele (SEAG) aus, die am 30. November eroeffnet werden und bis zum 11. Dezember andauern. Es laufen aber einige Turniere im Rahmen der Spiele schon vorher an. Polo begann bereits, und nun reisten auch Fuszball-Teams an und bekamen einen Eindruck vom Verkehrs-Chaos in Manila und offenbarem Mangel an Organisation. Die Delegationen von Thailand, Myanmar, Kambodscha und Timor-Leste beschwerten sich, dass sie am Flughafen warten mussten – “Wir mussten so um acht, neun Stunden warten, um ins Hotel zu kommen,” sagte der Trainer Kambodschas – oder sie wurden, wie das Team von Osttimor, zuerst zu einem falschen Hotel gebracht.

Nun, das Verkehrschaos in Manila ist ein Punkt, der sich nicht von heute auf morgen beheben laesst, das muss man halt einkalkulieren. Der andere Punkt ist die Organisation, und da schieszt sich die Kritik insbesondere in Social Media auf den Vorsitzenden von Phisgoc (Philippine Southeast Asian Games Organizing Committee) ein, Alan Peter Cayetano. Besonders die Preise fuer Mitbringsel mit dem Logo der Spiele regen einige auf: Polo-Shirts 5.150 Peso, T-Shirts 2.480 Peso, Jacken 7.400 Peso, Shorts 5.100 Peso, und nicht zu vergessen, das Wahrzeichen der Spiele, der Kessel fuer das olympische Feuer, der mit 55 Millionen Peso zu Buche schlaegt und Senator Franklin Drilon eine Strafpredigt im Senat wert war – “dafuer haette man 55 Schulraeume bauen koennen!

Wichtiger scheint mir die Kritik an Cayetano, ueber den man sich schon im Vorfeld wunderte, warum jemand, der persoenlich mit Sport nichts am Hut hat, sich um den Vorsitz einer Sport-Veranstaltung reiszt. Die Kritik zielt aktuell auf Korruption bei der Vermarktung, man kann es aber auch so sehen, dass Cayetano sich mit aller Gewalt fuer die Wahlen 2022 in Position bringen will. Dafuer verfolgte er nicht nur seinen Weg ins Amt des Sprechers des Hauses, welches er entgegen einer Absprache gern beibehalten wuerde, sondern auch einen solchen Vorsitz einer Veranstaltung, die zwei Wochen lang rund um die Uhr im TV zu sehen ist, und wo sicher der Vorsitzende auf der Ehren-Tribuene und bei Preis-Verleihungen einen gut ausgeleuchteten  Platz im TV einnimmt.

 



 

Gemaesz “Manila Bulletin”, “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht.