…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 21. Mai 2019

(zum Bild: ROTC wird wieder Pflicht)

 

Das ROTC… – Reserve Officers’ Training Corps, ist eine militaerische Pflichtausbildung fuer Studenten Grade 11 und 12, die es schon vereinzelt gab, als 1939 Praesident Manuel L. Quezon den National Defense Act von 1935 per Executive Order obligatorisch machte. Nach Ende des Kriegs und japanischer Besatzung wurde das ROTC wieder eingefuehrt und existierte bis 2002, als es durch ein National Service Training Program ersetzt wurde, das fuer maennliche und weibliche Studenten der College-Stufe eine obligatorische Wahl zwischen 3 Moeglichkeiten vorsah: CWTS (Civic Welfare Training Service). LTS (Literacy Training Service) und ROTC, das so als eins von 3 Programmen aber nicht mehr allgemein verpflichtend war.

Die Neu-Auflage des ROTC brachte Praesident Rodrigo Roa Duterte nach der Marawi-Krise im November 2017 in’s Gespraech, “um unserer Jugend Patriotismus, Vaterlands-Liebe beizubringen.” Damals erlaeuterte der Armee-Sprecher Brigadegeneral Restituto Padilla: “Wenn ihr wirklich dem Land helfen wollt, geht zum ROTC, sodass ihr wirklich versteht, was laeuft, und um eure Liebe fuer euer Land zu entwickeln. … Was wir hier tun ist nicht ganz so einfach. Unsere Jugend will schnelle und sofortige Ergebnisse, weil das den Adrenalin-Kick gibt. Aber wir sprechen hier ueber [Menschen-] Leben.

Im November 2018 brachte Raneo Abu einen entsprechenden Gesetzes-Antrag im Haus ein und sagte dazu: “Ich appelliere an die Fuehrer des Hauses, das ROTC-Gesetz durchzubringen im Sinne des Wunsches von Praesident Duterte, der darauf abzielt die vorderste Pflicht der Regierung zu erfuellen, dem Volk zu dienen und es zu schuetzen.” Duterte hatte gedroht, wenn der Senat nicht mitzieht, werde er die Studenten mit einer “executive order” dazu verpflichten. Es gab aber Widerstand. Der Kinderrechtler Eule Rico Bonganay meinte: “Trotz der unterstellten Absicht der philippinischen Jugend Nationalismus, Disziplin und Respekt der Menschenrechte beizubringen, lehrt ROTC die Studenten nur Brutalitaet, Faschismus, Korruption und Unbestrafbarkeit.” Nun, die Verwendung des Begriffes “Faschismus” zeigt mir zu deutlich, aus welcher Ecke dieser Einwand kommt.

Ganz anders sah das Getsy Tiglao in ihrer Kolumne im “Bulletin”. Sie freute sich ueber die Zustimmung in Haus und Senat zum ROTC und wies die linken Einwaende zurueck: “Wir koennen nicht mehr zustimmen. Da ist ein Verlangen unter den Filipinos zu entdecken, wer sie als Volk sind, in dem sicheren Bewusstsein, dass sie keine ‘kleinen braunen Amerikaner’ sind. Praesident Dutertes konstante Tiraden gegen die US-Kolonialherren war nicht so sehr anti-amerikanisch, als vielmehr der Trompeten-Stosz fuer Filipinos ihr wahres Selbst zu entdecken.

 



 

Und weiter: “Filipinos sollten die Charakterisierung des Nationalismus als eine schlechte Sache durch westliche Medien ignorieren. Er ist gut. Alle reichen Nationen der Welt, einschlieszlich der USA und des UK haben sich entwickelt aufgrund des Patriotismus ihrer Buerger.

Die Asian Tigers haben sich bekannterweise entwickelt wegen starker nationaler Gefuehle, die den Kick-Start fuer ihr wirtschaftliches Wachstum gaben. Ihr entschlossenen Regierungen engagierten sich in einheimischer Industrie und foerderten Exporte, waehrend ihre Geschaeftsleute sich entschlossen im eigenen Land zu investieren, statt ihr Geld ins Ausland zu bringen (ungleich unserer Geschaefts-Elite).

Es geht also um mehr als eine reine Pflicht-Uebung, wenn – wie “Times” und “Bulletin” – heute berichten, das Haus in der dritten und letzten Lesung das Gesetz nun zur obligatorischen Wiedereinfuehrung des ROTC mit 167:4 Stimmen durchgebracht hat. Da es nach Marawi keinen Widerstand im Senat gab, sollte das Gesetz seinen Weg machen, ohne das Duterte eine “executive order” erlassen muss.

Doch auch wenn es durch den Kongress und vom Praesidenten unterschrieben ist, wird es kaum im naechsten Schuljahr an den Schulen implementiert werden. Die Einfuehrung des aufrechten Ganges eines bis dahin kolonial-feudal gegaengelten Landes, das sich als freier, souveraener Staat verstehen will, braucht seine Zeit.

Saysay sa adlaw – Ang Pilipinas maoy usa ka gawasnong, soberanong nasod. 

ang best. Art., maoy ~ mao ang dies ist + Art., usa ka eins + Zahlzuweiser, gawas auszen, frei + …onon frei sein gawasonon nga verschliffen zu gawasnong frei, soberano souveraen + nga Verbinder soberanong soueveraen, nasod Nation

Satz des Tages – Die Philippinen sind ein freies, souveraenes Land.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Bulletin” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.