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…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 21. Oktober 2018

 

In his own words”… – blenden sie in “CNNPhil” immer ein, wenn sie ein Video-Zitat aus einer Rede von Praesident Rodrigo Roa Duterte bringen. Dessen Reden sind (fuer mich) nicht leicht zu verstehen, weil ich kein Tagalog kann, und er spricht nun mal ein Tagalog-Englisch-Gemisch – in Manila.

Nun hat er aber letzten Freitag in Davao eine Rede gehalten zur Eroeffnung der Gaisano Grand Citygate Mall, und PCOO (Presidential Communications Operations Office) hat diese Rede im Netz unter pcoo.gov.ph/transcripts/ veroeffentlicht, was sie immer tun, nur – weil er bei dieser Rede in seiner Heimatstadt Visayan/Cebuano gesprochen hat, was in Manila kein Mensch versteht, haben sie das in Englisch uebersetzt. Da lacht mir das Herz.

Also, die Rede kann sich jeder selbst antun, auch wenn er das nicht im TV gesehen hat wie ich – “PTV” war live dabei – das Transcript ist eine PDF-Datei von 13 Seiten. Mir stach Folgendes ins Auge:

Dies ist wirklich eine Mall, wo alles was du brauchst, nicht alles, aber bezahlbare Nahrung und Kleidung… Gaisano ist bekannt fuer niedrige Preise. Daher moechte ich Benito [Gaisano] danken und seinen Kindern … Ihr habt Jobs fuer die Leute hier geschaffen, und du kannst Kleider kaufen.

Also, ihr – wie viele NPA [New People’s Army] sind grad hier? Hebt eure Haende. Ihr versteckt euch wahrscheinlich dahinten und zuendet ein Feuer an. In Ordnung. Wo sind die NPAs? Ihr kriegt Rabatt. Fragt einfach die Polizei und das Militaer, die geben euch ID-Karten. Die tun euch nichts, solange ihr nur hierher kommt und euren Rabatt haben wollt. Hoert auf zu erpressen, JesusMariaundJoseph. …

Vergleicht Davao mit anderen Orten. Seht was eine Stadt erreichen kann… In einem Ort, wo es keine Morde gibt, wie eine Stadt ohne Morde sein koennte. Ich hab euch schon erzaehlt – und erinnert dies, weil ich nicht lange hier auf Erden bin – dass wenn es nicht Gesetz und Ordnung oder Frieden hier auf den Philippinen gibt, und die Korruption ist immer noch verbreitet, wird unser Land nie gedeihen. Erinnert, was ich gesagt habe, ich will euch nichts vormachen.

Ihr wisst, wenn ein Ort chaotisch ist, was frueher geschah, da gab es Morde hier und dort. Dieser Ort hatte die meisten Morde. Sogar der Laden da an der Straszenecke – wer war das? Der… Die Ecke dort. Es war in Callawa. Ich bin da so oft durchgekommen, waehrend ihr Krieg gemacht habt. Wir werden nie gedeihen.

Eure Untergrund-Bewegung fuehrt zu nichts. Doch ich bin bereit mit euch zu reden, wenn ihr aufgebt. Bringt eure Waffen, gebt sie mir, und ich geb euch ein Haus und einen Job. Da koennt ihr sicher sein. Ich werde euch das geben koennen. Ihr kriegt eine Ausbildung bei TESDA [Technical Education and Skills Development Authority], ich schick euch zur Schule, aber ich bezahle, dass ihr studiert und etwas lernt.

Das ist alles, was ich will. Das Leben von Soldaten wird vergeudet. Eine Menge von Militaer und Polizei werden getoetet, einschlieszlich die von euren Truppen. Ihr begrabt einige hier und dann begrabt ihr einige dort. Manche koennen nicht heimgehen. Ihre Kinder haben keine Ahnung, dass Vater und Muttter, die zur NPA gegangen sind, im Wald begraben wurden.

Was habt ihr davon? Ihr NPAs. Was? Ihr wollt mich umbringen? Mmh, was geschieht am naechsten Tag? Was geschieht mit den Philippinen? Ihr Amazonen seid besser dran, wenn ihr herkommt. Ich umarme und kuesse euch. 

Und ihr anderen aus der Gesellschaft, die Reichen, die in jeder Regierung wieder zurueckkommen, macht das nicht mehr, ich geb euch nichts…

Ich bitte euch um Frieden und hoert mit der Korruption auf. Nur dann werden wir atmen koennen. Deshalb bin ich sehr streng, was die Korruption angeht, weil das mein Job ist. ich werde die Philippinen nie aufrichten koennen, wenn die beiden existieren. 



Doch wenn die Leute pflanzen koennen… Die Philippinen sind ein Agrar-Land. Wir wollen wirklich das Land bebauen und wenn wir dafuer um Hilfe bitten muessen. Ich weisz, dass einiges Land nun auslaendischen Unternehmen gehoert, und das schmerzt. Ich fuehle den Schmerz auch.

Doch wir werden einen Weg finden, weil das Leben keine Revolution ist. Es entwickelt sich selbst wie eine Blume, die aus sich selbst blueht.

Ihr koennt Evolution nicht durch Morde erreichen. Das laeuft nicht – wir werden alt damit. Wenn ich sterbe, ist die NPA immer noch da. Wenn Sison stirbt, gibt’s immer noch die NPA.

In meiner Amtszeit koennt ihr mich immer ansprechen. Ich tue euch nichts, weil ich schon so lange diene und weisz, dass ihr mich untertsuetzt habt. 

Ich waere nicht hier, wo ich heute bin, ohne die Hilfe der Menschen in Davao und die NPA. Ich bin dankbar dafuer. Und weil ihr mir geholfen habt, bitte ich euch nun auch um Hilfe um einen Weg zu finden, dass wir alle leben koennen. Nicht notwendigerweise reich, aber…

Wir muessen das in unserer Generation schaffen – es gebuehrt dieser Generation den fluechtigen Frieden zu finden. Denn wenn wir das nicht erreichen, ich glaub nicht dass die naechste – ich weisz nicht wer, doch ich kenne jemanden, der es schaffen koennte. Aber ich sag jetzt nicht, wer das ist.

Aber ich will zusehen, dass die anderen, die – diese Politiker da, ach, vergiss es. Die kapieren nichts. Sie wundern sich, warum ich Frauen kuesse, denn diese reichen Leute, Scheiszdreck nochmal, wuerden euch nie umarmen, weil sie Angst habe, sie koennten sich bei euch was einfangen.

Ich, was hab ich zu verlieren? Ja, ich war arm. Ich kam aus der Gosse. Wir kamen 1949 her, als Davao noch ein Wald war. …

Wir sind nicht reich geworden. Aber wir haben nicht gestritten. So verstehen mich die Stadtmenschen. Wenn du den Leuten einen guten Witz erzaehlst und sie kuesst, dann sagen die Idioten ‘Wie vulgaer!’

Sie machen Dinge schlecht, die nicht schlecht sind. Weil ich sie nicht kuessen will. Warum sollte ich sie kuessen? Besonders die Reichen, warum sollte ich euch kuessen? Was krieg ich von euch? Ihr waehlt mich nicht mal, ihr Idioten. Ich misch mich lieber unter’s Volk.

Und so weiter, und so weiter, und das war nur der Beginn der Rede. Man sollte sie selbst lesen, um einen Eindruck von dem Menschen zu bekommen. In der “Manila Times” wird das eingedampft auf die Schlagzeile “Duterte draengt NPA erneut zur Aufgabe” – kann man das verstehen?



Gemaesz “PTV”, “PCOO”, “ManilaTimes” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

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