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…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 15. Oktober 2018

 

Das Militaer… – …fordert Eltern auf, ihre Kinder besser zu beaufsichtigen, wie die Titelgeschichte der “Manila Times” heute berichtet. Da CPP (Communist Party of the Philippines) und NPA (New People’s Army) ihre Anwerbung von Mitgliedern an Schulen und Universitaeten verstaerken, meint die Sprecherin der 7ten Infanterie Division, Oberleutnant Catherine Hapin, Eltern sollten “durchgehend informiert sein ueber die Aktivitaeten ihrer Kinder, auch wenn sie in der Schule oder auf dem Campus sind.” Denn junge Leute seien “idealistisch, empfaenglich fuer Radikalismus und leicht zu formen.

Ich weisz nicht, ob Frau Oberleutnant selbst Kinder in dem Alter hat, sonst wuerde sie vermutlich die Erfahrung vieler Eltern teilen, dass in dem Alter a) die Kinder auf jeden hoeren, nur nicht auf die Eltern, und b) dass in dem Alter jeder weisz, was die Kinder so treiben, auszer den Eltern.

Die kamen vermutlich  “aus dem Mustopf”, wie man so sagt, als sie informiert wurden – die Beispiele zaehlt Hapin auf – dass John Paul Calica, Student am Asian Institute for Computer Studies, und Guiller Martin Cadano, Student an der University of the Philippines, in einem Gefecht der Armee mit NPA-Rebellen ums Leben kommen. Hierzu Generalmajor Felimon Santos: diese Studenten “haetten eine helle Zukunft haben und wertvolle Mitglieder der Gesellschaft werden sollen, waeren sie nicht von NPA beeinflusst und angeworben worden.

Den “Schwarzen Peter” hier den Eltern aufs Auge zu druecken ist Bloedsinn. Das hiesze den Schrecken der “Helikopter-Eltern” zum Vorbild, und die Unselbstaendigkeit der Kinder zum Ideal zu machen.

Was da zu tun ist, weisz ich auch nicht, aber dazu passt die heutige Kolumne von Rigoberto Tiglao in “The Manila Times”, der unter der Ueberschrift “Amnesty International: Das Toeten geht weiter” einen missverstaendlichen Bericht von AI zitiert. Er warnt daher anfangs, dass das am Schluss erklaert wird, den man unbedingt lesen solle.

Der Bericht beginnt: “Mindestens 550 Menschen, alle unbewaffnet, wurden von Regierungs- oder von der Regierung unterstuetzten Truppen getoetet. Die Behoerden haben oft versucht, die Opfer als legitime Ziele ihrer lang anhaltenden Kampagne im Kampf gegegn bewaffnete oppositionelle Gruppen zu zeichnen. Aber die Tatsachen erzaehlen eine andere Geschichte. Ganze Familien wurden niedergemaeht. Doerfler auf ihren Feldern wurden erschossen. Frauen wurden von Banden von Soldaten vergewaltigt, bevor sie umgebracht wurden. Die inhumansten Foltern einschlieszlich Kastration wurden Menschen zugefuegt, die zum Tode bestimmt waren…

Ich will den Bericht von AI nicht weiter zitieren, sondern zur Aufloesung der Kolumne kommen: dies ist kein aktueller Bericht. Der Bericht stammt von Februar 1992 und berichtet ueber die Zeit von 1986 bis 1992, Amtszeit der Praesidentin Corazon Aquino. Tiglao will nicht diese Ikone westlichen Demokratie-Verstandes schlecht machen, sondern er stellt fest, dass es in unruhigen Zeiten immer Menschenrechts-Verletzungen gibt. Er sagt, dass das Ueberleben eines Staates von Millionen Menschen in solchen Zeiten wichtiger sei als individuelle Rechte. Und von den Kommunisten, gegen die es damals ging, und gegen die es heute geht, wird stets die Propaganda von “staatlich befohlenen Massenmorden” verbreitet, dem sich heutzutage der Gelbe Kult mit seinen “extra-judicial killings” zur Seite stellt.

Idealistisch gesinnte Jugendliche, auf der Suche nach sich selbst und ihren Rechten, lassen sich da leicht fuer “universelle Rechte” oder “die gute Sache” gewinnen. Tiglao spricht aus Erfahrung. Er war mal Kommunist auf der Suche nach einer besseren Gesellschaft, bis er es leid war, Mais-Brei in der Provinz zu essen, wie er an anderer Stelle schrieb. Und er war als Kommunist unter Marcos politischer Gefangener und wurde damals von einem jungen, idealistischen AI-Mitarbeiter interviewt.

Es gibt keinen Weg, den man einem Menschen zeigen koennte, wie er sein Leben zu fuehren hat. Das Leben ist das Bemuehen, diesen Weg zu finden. Und wir werden damit leben muessen, dass das nicht jedem gelingt.



Gemaesz “ManilaTimes” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

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