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PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD Samstag, den 09. Juni 2018

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 09. Juni 2018

 

Tut mir Leid… – …ist die uebliche Floskel mit der ich mich entschuldige, wenn ich einen Fehler gemacht habe und das hier in meinem Blog richtig stelle. Ich hab damit kein Problem, und das hat seine Gruende. Ich habe mit Kollegen 20 Jahre lang Programme entwickelt und die meiste Zeit dabei mit Fehlersuche verbracht. Als Erster Programmierer durfte ich die Fehler dann auch noch vor unserem Chef vertreten und habe dabei gelernt, “die Hosen herunterzulassen”, wenn es zu garstig aussah.

Ich habe Fehler gemacht, und wie ich im “Manila Bulletin” sehe, ist das heute nicht anders als zu meiner Zeit. Facebook gibt grad zu, dass es einen “bug” behoben hat, der 14 Mio Nutzer betriftt, wodurch deren eigentlich private Posts nun doch oeffentlich sind – tja!

 

 

Mit den Fehlern, die Menschen machen, befasst sich Yen Makabenta in seiner Kolumne in “The Manila Times”, nimmt sich den Dengvaxia-Skandal vor und stellt fest, dass philippinische Beamte die Wendung “mea culpa ~ meine Schuld” aus ihrem Wortschatz gestrichen haben. Stattdessen haben Ex-Praesident Benigno Aquino, Ex-Budget-Minister Florencio Abad und Ex-Gesundheits-Ministerin Janette Garin nichts als Ausreden, und Makabenta meint: “Waere diese Tragoedie in Japan geschehen, haetten schon mehrere Beamte Harakiri begangen oder waeren zurueckgetreten. Waere dies in Korea geschehen, stuenden die Beamten bereits vor Gericht oder saeszen sogar ihre Zeit ab. Aber dies sind die Philippinen, und hier ist unser Land, Beamte treten nicht zurueck. Wir haben einen albernen Glauben in unserer Kultur, dass Beamte von ihrem Gewissen geplagt, sich zu ihrer Verantwortung bekennen und ihr ‘mea culpa’ ausdruecken wuerden, um sich der Absolution zu versichern.

Ueber einen aehnlichen Leitartikel berichtete ich schon im Maerz, als es um die Unfaehigkeit der Obersten Richterin Maria Lourdes Sereno ging angesichts ihrer offenbaren Fehler zurueckzutreten. Seltsamerweise wurden da zum Vergleich auch wieder Japans Beamte herangezogen. Kein anderes Land aus Suedost Asien kam in Betracht.

Ich erinnere jedoch die Aussage eines Freundes, der mit einer Thai verheiratet ist, und als Besonderheit von ihr erzaehlte, dass sie “sorry” sagen koenne, ohne einen Hals-Nasen-Katarrh zu bekommen. Es geht nicht allein um philippinische Beamte, die nicht zu Fehlern stehen koennen. Das ist ein Kulturgut Suedost Asiens, mit dem man rechnen muss, wenn man mit Menschen hier, und damit eben auch in den Philippinen zu tun hat. Ich habe da eigene Erfahrungen gemacht, dass der groeszte Fehler im Umgang mit Fehlern ist, sie im offenen Gespraech ausraeumen zu wollen.

Doch so ganz stimmt auch nicht, was Makabenta schreibt: “Als die fruehere Praesidentin Gloria Macapagal Arroyo der Nation sagte ‘I am sorry’ fuer ihr missverstandenes Telefon-Gespraech mit einem Comelec-Beamten, das aufgezeichnet wurde, so war das ein rarer und mutiger Beitrag eines philippinischen Beamten. Wir sollten die Erinnerung schaetzen, weil es vermutlich das letzte Mal war, dass Filipinos einen hohen Beamten einen Fehler zugeben hoeren und oeffentliche Vergebung suchen.

Makabenta uebersieht dabei den gegenwaertigen Praesidenten Rodrigo Roa Duterte. Ich schrieb erst gestern, dass er etwas untypisch fuer die bisherige philippinische Politik sei. So wandte Duterte sich in seiner Rede in Soeul oeffentlich an die Kuwaitis, um sich fuer seine Ausdrucksweise im Rahmen der Kuwait-Krise zu entschuldigen. “Zum ersten Mal wuerde ich sagen, dass ich harsch in meiner Sprache war. Vielleicht war das Folge eines emotionalen Ausbruchs, aber ich moechte mich nun entschuldigen. Ich bedauere die Sprache, die ich gewaehlt habe.

Duterte kann das, und damit ist er eigentlich nicht der typische Filipino, den ich durch ihn zu verstehen suche, aber das ist nun mein Problem. Gerade in seiner Widerspruechlichkeit, den typischen Filipino als auch dessen Gegenstueck zu vertreten, liegt seine ihm eigene Natur, die hier von der Mehrheit geschaetzt wird. Er kennt seine Schwaechen und kann damit umgehen, das ist seine Staerke, und das macht ihn sympathisch, auch in seinen Fehlern.



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaBulletin” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Veröffentlichung in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN erfolgt mit der Erlaubnis von Heiko Eckhard.

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