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…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 26. März 2018

 

 

Manche Themen… – …scheinen in der Luft zu liegen, sodass sie von verschiedenen Autoren aufgegriffen werden. So wie ich Samstag ueber Adam Garries Ansicht von Praesident Rodrigo Roa Duterte berichtete, kann ich nun Rigoberto Tiglaos Lehren aus dessen Fuehrerschaft wiedergegeben, die er in 5 Punkten in seiner Kolumne in “The Manila Times” beschreibt.

1. Sei du selbst. Versuch nicht jemand anders zu sein. Dazu zitiert er Duterte selbst, der in einem Gespraech mit Kolumnisten sagte: “Ich bin zu alt, um mein Paradigma als Buergermeister, zum Paradigma eines Praesidenten zu aendern.” Zwar passe das Wort “Paradigma” an der Stelle nicht ganz, merkt Tiglao an, aber verstanden hat ihn trotzdem jeder.

2. Es ist nicht wichtig, was du sagst, sondern was du tust. Das ist fast schon doppelt-gemoppelt, denn was man tut, spricht fuer sich selbst.

3. Konzentrier dich auf einen Kreuzzug, und lass deine Leute den Rest machen. Dutertes Marke ist der Kampf gegen Drogen, waehrend sein Finanz-Minister Carlos Dominguez die Steuer-Reform anfasst, der Sprecher des Hauses Pantaleon Alvarez die noetigen Gesetze durch das Haus bringt und Untersuchungen gegen das Unwesen der Maechtigen (de Lima, Sereno, Aquino) einleitet, Arbeits-Minister Mark Villar kuemmert sich um das “Build, build, build”-Programm, und Umwelt-Minister Roy Cimatu reinigt die “Jauchegruben ~ cesspools” die raffgierige Unternehmer aus den schoensten Plaetzen dieses Landes gemacht haben.

4. Wehr dich gegen die etablierten Kraefte, denn Macht kommt allein aus der Unterstuetzung des Volkes. So kriegen es “Inquirer” und “ABS-CBN” als Ideologen des Gelben Kults, und die “Manila 400”, die durch Raubbau und Steuer-Vermeidung grosz wurden, und die katholische Kirche, die das ideologisch untermalt.

5. Versteh und teile die Gefuehle anderer. Duterte ist bei den Totenwachen, wenn Polizisten im Dienst, oder Soldaten in Marawi fallen, und er weinte, als letzte Weihnachten das NCCC in Davao brannte und im obersten Stock die Angestellten eines Call-Centers ums Leben kamen. Dagegen zitiert Tiglao seinen Kollegen Francisco Tatad, der Praesident Benigno Aquino bei einem Interview nach dem Super-Taifun Yolanda beobachtete und schrieb: “Aquino war ganz distanziert, nicht dazu gehoerig, gefuehllos und unbetroffen von der unglaublichen menschlichen Tragoedie, die die Welt mit Trauer und Schmerz ueberzog.

Tiglao schlieszt: “Also, wenn du an dir selbst so eine Schwaeche oder den Mangel an Mitgefuehl entdeckst – was der Charakter aller Gelben Fuehrer zu sein scheint – erspare dem Land und dir selbst das Leid. Kandidier nicht als Praesident. Sei zufrieden als Senator oder Gouverneur deiner Heimatprovinz.



Preaching to the converted – Mir gefaellt diese englische Redensart, die sagt, dass man mit einer Rede – oder einer Kolumne – immer nur die erreicht, die eh schon dieser Meinung sind. Die anderen, die man “eigentlich meint” und ueberzeugen koennte, hoeren sich das gar nicht erst an, vom Lesen ganz zu schweigen. Und so ueberzeugt man am Ende niemand, und alles bleibt, wie es ist.

Das gab es, das gibt es, und Tiglaos Kolumne lesen auch diese 61 Abgeordneten nicht, die nun eine Resolution im Haus eingebracht haben und fordern, Praesident Duterte moege die Gespraeche mit den Kommunisten wieder aufnehmen. Sie sagen, dass man doch schon Fortschritte in den Gespraechen zu Reformen gemacht haette.

Sie begreifen nicht, dass man fuer diese Reformen die Kommunisten nicht braucht. Im Gegenteil, mit den Reformen, die Duterte anfasst, graebt er den Kommunisten das Wasser ab. Er unterstuetzt zum Beispiel die Lumad, warnt sie aber zugleich, nicht zur NPA (New People’s Army) zu gehen: “Ihr folgt Sison, den ihr als euren Gott betrachtet. Sison ist der feigste aller Feiglinge. Er war mein Idol, als ich noch Student war. Aber jetzt, wann immer ich mit ihm rede, erzaehlt er mir, dass er der Regierung beitreten will. Wir waeren wie ein Politbuero, wenn wir das machen. … Sie wollen ein Kommitte, dann sind sie eine Seite und ich die andere als Regierung. Unsere Verfassung ist die Basis von Souveraenitaet und Regierung. Die kann nur der Person gegeben werden, die vom Volk gewaehlt wurde.” Und genau darum geht es Jose Maria “Joma” Sison nicht. Der Gruender der CPP (Communist Party of the Philippines), der im Asyl in Utrecht lebt, will nicht gewaehlt werden, weil er ganz genau weisz, dass er immer nur eine verkorkste, unbedeutende Minderheit hinter sich bringen kann. Kein Mensch wird ihn an die Macht waehlen, und deshalb will er sich “an die Macht reden”.

Dabei uebersieht Sison, was Tiglao oben als zweiten Punkt einer Fuehrerschaft brachte: es ist nicht wichtig, was du sagst, sondern was du tust. Was tut er schon? Sein Asyl genieszen und aus sicherer Entfernung staenkern. Er ist ein Schwaetzer, kein Macher, und dabei uebersieht er diese englische Redensart: damit erreicht er nur die, die eh seiner Meinung sind – und das werden immer weniger.

Dutertes Kampagne, mit Arbeit, Haus und Land zu locken hat ueber 4 Tsd Mitglieder und Unterstuetzer der NPA  auf seine Seite gezogen. Warum sollte er mit Vertretern der schwindenden Restmenge noch reden? Die scheinen im Gegenteil panisch zu werden, dass sie bald zu niemandem mehr sprechen koennen, weil ihre moeglichen Zuhoerer alle schon weggelaufen sind – und deshalb fordern sie nun den Praesidenten auf, er solle mit denen reden, die schon bald niemanden mehr vertreten.

Fuer wie bloed halten die den Praesidenten?



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaStandard”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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