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…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 04. Juni 2019

(zum Bild: Der erste Diener des Staates)

 

Duterte verstehen – Wie es der Zufall will, sticht mir, nachdem ich mir gestern einen Kolumnisten der “Times” vornahm, der andere dort in’s Auge, den ich immer lese, es sei denn er schreibt zum x-ten Male wie auslandsfinanzierte Duterte-feindliche Medien ein falsches Bild von Praesident Rodrigo Roa Duterte verbreiten. Das weisz ich schon, ich lese Rigoberto Tiglao seit 2016, als ich ihn fuer mich “entdeckte”. Auch heute hat er sich nicht weit von dem Thema entfernt, betrachtet es aber von der anderen Seite, warum naemlich dieses falsche, westliche Bild bei den Filipinos nicht verfaengt.

Die westliche Sicht meint mit Schlagworten wie “Populismus” oder “Autoritarismus” erklaeren zu koennen, warum Filipinos Duterte gewaehlt haben und immer fester zu ihm stehen. Ein Schlaumeier hat das Wort “Dutertismo” als Erklaerung gefunden – als ob man eine Sache versteht, wenn man ihr ein Etikett anhaengt. Duterte ist keine Mode, der man folgt, so wie “Freitag fuer das Klima” eine Mode ist, hinter der nichts steckt. Ich wette, 80 Prozent jener, die da die Schule schwaenzen, haben nicht “Klima” im Sinn, sondern einfach nur “schulfrei”.

Was steckt hinter Duterte, das ihn ueber das “Mode-Niveau” hinaushebt? Tiglao sieht da zwei Dinge.

Das eine ist der Kampf gegen Drogen, wogegen der Vorgaenger Praesident Aquino nichts getan, und woran seine Justiz-Ministerin jetzt Senatorin Leila de Lima vermutlich mitverdient hat – weshalb sie derzeit in Haft ist – unter der das Staatsgefaengnis zur Drogenhandel-Zentrale mutierte. Im Westen und von Liberalen wird dagegen von “Menschenrechts-Verletzungen” geredet, doch kann die Haetschelei von Gangstern nicht soweit gehen, dass darueber der Staat zugrunde geht – in Duterte-Sprech: “Wenn du mein Land zerstoerst, bring ich dich um!

Das andere, was Dutertes Ansehen im Lande befoerdert hat, ist die symbolische Kraft seiner Masznahmen. Dass er gegen jede finanzielle Ruecksichtnahme Boracay fuer ein halbes Jahr dicht gemacht, dort aufgeraeumt und aus der “Jauchegrube” wieder ein “Paradies” gemacht, ist nach Tiglao in seiner Symbolik fuer den politischen Willen stilbildend, der nicht Worte, sondern Taten sprechen laesst. Und dasselbe gilt fuer den Muell, den kanadische Firmen hier abgeladen haben. Dutertes Vorgaenger liesz den einfach liegen, was seinem Stil entsprach, lieber nichts zu tun, als ueber eine Loesung nachzudenken. Duterte ist da anders – der tut was. Er drohte den Muell nach Kanada zu bringen und dort auf den Strand zu kippen, und damit das verstanden wird, zog er Botschafter und Personal aus Kanada ab und verhaengte ein Reise-Verbot fuer Regierungs-Angestellte. Das half, der Muell ist unterwegs nach Kanada – auf deren Kosten – und das Reise-Verbot ist aufgehoben.

Tiglao sieht noch weitere Symbole, die Duterte grosz machen, darunter eines, dass er sich “klein macht”. Er verbeugt sich, bevor er zu seinem Volk spricht, so wie Japaner und Koreaner das tun, und signalisiert den Filipinos: “Ich bin euer Diener.” Mich erinnert das an den preuszischen Friedrich, der “der Grosze” genannt wurde und sich auch als erster Diener seines Staates verstand. Eine Haltung, die Duterte schon bei seiner Vereidigung am 30. Juni 2016 zum Ausdruck brachte, als er sagte: “Warum bin ich hier? … Weil ich bereit bin meine Arbeit fuer die Nation zu beginnen.

 



 

Diener des Staates – Praktisch in Ergaenzung von Tiglaos Kolumne kann man den heutigen Leitartikel der “Times” betrachten. Nach Polizisten und Soldaten will Duterte nun die Gehaelter der Lehrer erhoehen. Der Leitartikler betrachtet das unter der Ueberschrift “Lass die Lehrer sich auf die Lehre konzentrieren, nicht darauf, wie sie zu Rande kommen (making both ends meet)”. Bildung ist so wichtig wie Ordnung und Sicherheit, und damit ist zu dem Thema eigentlich alles gesagt.

Interessant fuer mich ist, dass in dem Artikel Zahlen genannt werden. Ein Lehrer Stufe 1 bekommt 20.754 Peso pro Monat, Stufe 2 dann 22.938 Peso. Die National Economic and Development Authority meint, eine Familie von 5 – Durchschnittsgroesze hier in den Philippinen – braucht 42.000 Peso pro Monat, um ueber der Armuts-Grenze zu liegen.

Ich kenne Lehrer. Gegenueber unserem Haus wohnt eine Lehrerin, drei Kinder, der Mann liefert mit seinem Motorrad Waren aus fuer eine Versand-Firma. Unser Nachbar zur Linken ist Lehrer, sie ist Lehrerin, drei Kinder. Da sie beide vermutlich Stufe 2 sind, sind sie nicht arm wie die gegenueber: sie haben ein privates Tricycle, nicht nur ein Motorrad.

Ich finde, dass eine Erhoehung der Gehaelter angezeigt ist. Natuerlich muss bedacht werden, so der Leitartikler, dass das Mehrkosten fuer die Regierung zwischen 150 und 344 Mrd Peso sind. Doch er meint auch, dass das weniger als 2 Prozent des Brutto-Sozial-Produkts von 17,31 Trd sind. Das sollte dem Land seine Zukunft wert sein.

Saysay sa adlaw – Mahal ang mga palaliton karon nga mag-abri klase na. 

mahal teuer, ang mga best, Art, + Plural-Bildner, palit kaufen + …al…on Z/M pass. palaliton wird gekauft werden, karon jetzt, nga Verbinder, abri oeffnen + mag… Z/M mag-abri wird oeffnen, klase Schul-Klasse, na nun

Satz des Tages – Alles was man kaufen muss ist jetzt teuer wo die Schule beginnt.

 



 

Gemaesz “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

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